Pischelsdorf am Kulm

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Pischelsdorf am Kulm
Wappen Österreichkarte
Wappen von Pischelsdorf am Kulm
Pischelsdorf am Kulm (Österreich)
Basisdaten
Staat: Österreich
Bundesland: Steiermark
Politischer Bezirk: Weiz
Kfz-Kennzeichen: WZ
Hauptort: Pischelsdorf in der Steiermark
Fläche: 28,15 km²
Koordinaten: 47° 10′ N, 15° 48′ OKoordinaten: 47° 10′ 26″ N, 15° 48′ 24″ O
Höhe: 378 m ü. A.
Einwohner: 3.687 (1. Jän. 2022)
Bevölkerungsdichte: 131 Einw. pro km²
Postleitzahl: 8212
Vorwahlen: +43 3113
Gemeindekennziffer: 6 17 64
Adresse der
Gemeinde­verwaltung:
Pischelsdorf 85
8212 Pischelsdorf am Kulm
Website: www.pischelsdorf.com
Politik
Bürgermeister: Herbert Baier (ÖVP)
Gemeinderat: (Wahljahr: 2015)
(21 Mitglieder)

11 ÖVP, 4 SPÖ,
4 FPÖ, 2 ALU

Lage von Pischelsdorf am Kulm im Bezirk Weiz
Albersdorf-PrebuchAngerBirkfeldFischbach (Steiermark)Fladnitz an der TeichalmFloingGasenGersdorf an der FeistritzGleisdorfGutenberg-StenzengreithHofstätten an der RaabIlztalLudersdorf-WilfersdorfMarkt HartmannsdorfMiesenbach bei BirkfeldMitterdorf an der RaabMortantschNaasPassailPischelsdorf am KulmPuch bei WeizRattenRetteneggSt. Kathrein am HauensteinSankt Kathrein am OffeneggSt. Margarethen an der RaabSankt Ruprecht an der RaabSinabelkirchenStralleggThannhausenWeizSteiermarkLage der Gemeinde Pischelsdorf am Kulm im Bezirk Weiz (anklickbare Karte)
Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Österreich/Wartung/Lageplan Imagemap
Ansicht von Pischelsdorf mit Pfarrkirche
Ansicht von Pischelsdorf mit Pfarrkirche
Quelle: Gemeindedaten bei Statistik Austria
Panorama von Pischelsdorf am Kulm
Blick in den Hauptplatz von der Kirchenaussichtsplattform

Pischelsdorf am Kulm ist seit Jahresbeginn 2015 eine Gemeinde im Bezirk Weiz in der Steiermark.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pischelsdorf am Kulm liegt im oststeirischen Hügelland. Die Gemeinde liegt in einer Höhenlage von 350 bis 700 Meter über dem Meer. Die Entwässerung erfolgt über den Römerbach und seine Nebenbäche in die Feistritz. Die Fläche der Gemeinde beträgt 28 Quadratkilometer. Davon wird knapp die Hälfte landwirtschaftlich genutzt, vierzig Prozent sind bewaldet.[1]

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Gemeindegebiet umfasst folgende acht Ortschaften bzw. sieben Katastralgemeinden (Einwohner Stand 1. Jänner 2022[2]):

  • Hart (364,75 ha)
  • Kulming (187,69 ha)
  • Pischelsdorf (453,95 ha)
  • Reichendorf (493,86 ha)
  • Rohrbach (399,95 ha)
  • Romatschachen (534,32 ha)
  • Schachen (378,81 ha)

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Puch bei Weiz
Ilztal Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Feistritztal (HF)
Gersdorf an der Feistritz

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Funde von Keramikbruchstücken und Steingeräten wie Pfeilspitzen, Schaber, Klingen und kleine Flachbeile zeigen, dass das Gebiet um den Kulmberg schon in der jüngeren Steinzeit besiedelt war. In der Bronzezeit waren Plätze für Häuser in die Felsen der Ostseite des Gipfelplateaus gehackt worden. Rund 300 Menschen dürften damals die Terrasse bewohnt haben. Neben Keramikfunden ist ein Depotfund von Bronzesicheln bemerkenswert. Der Fund einer Fibel aus der frühen Latènezeit ist der älteste Beleg einer keltischen Besiedlung in der Steiermark. In der späten Latènezeit wurde der Gipfel des Kulm mit einer Schalenmauer befestigt und durch ein Zangentor im Südosten gesichert. Aus der Zeit der römischen Besatzung wurden Dachziegelreste und Münzen gefunden. In diesen ersten Jahrhunderten nach der Zeitenwende dürften sich die Bewohner aber schon im Tal angesiedelt haben.[3]

Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1043. In dieser Urkunde schenkt König Heinrich III. dem Edlen Adalram drei Huben in Ramarsstetin (Römerstätte). Diese drei Huben umfassten das Gebiet der heutigen Katastralgemeinden Pischelsdorf und Romatschachen. Später kaufte der Erzbischof von Salzburg die Güter. Dieser ließ Rodungen durchführen und erbaute um 1170/1180 eine Kirche zu Ehren der Salzburger Schutzheiligen Petrus und Paulus. Der Ort Ramarsstetin wurde nach dem neuen Grundherren „Bischofsdorf“ genannt, woraus sich „Pischelsdorf“ entwickelte.[4]

Im Jahr 1203 wird die Pfarre Pischelsdorf von Feistritz abgetrennt und selbständig. Nach der Zerstörung der Kirche bei einem türkischen Einfall 1532 wird auf den Trümmern ein 33,9 Meter langer und 9,1 Meter breiter einschiffiger Bau errichtet. Nach einem Großbrand 1643 wird an der gleichen Stelle eine barocke Kirche gebaut. Johann Maximilian Graf von Herberstein errichtet 1664 an der höchsten Stelle des geschlossenen Marktplatzes eine Mariensäule. Als die Kirche zu klein wird, ersetzt man sie im 19. Jahrhundert durch einen Neubau.[5][6]

Die Gemeinde entstand im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark[7] aus den mit Ende 2014 aufgelösten Gemeinden Pischelsdorf in der Steiermark, Kulm bei Weiz und Reichendorf.[8] Eine Beschwerde, die von der Gemeinde Reichendorf gegen die Zusammenlegung beim Verfassungsgerichtshof eingebracht wurde, war nicht erfolgreich.[9]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch: Liste der denkmalgeschützten Objekte in Pischelsdorf am Kulm
Färberturm

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Eine der größten Veranstaltungen in der Region ist das Pischelsdorfer Volksfest und die Pischelsdorfer Wirtschaftsmesse.[10] Es wird jährlich zu Christi Himmelfahrt am Gelände rund um das Gelände der Oststeirerhalle abgehalten. Veranstaltet wird das traditionelle Volksfest von der Freiwilligen Feuerwehr Pischelsdorf, eine Besonderheit ist hierbei die Wirtschaftsmesse in der eigenen Zelthalle und der große Vergnügungspark. Als weit über die Gemeindegrenzen hinweg bekannte Spezialität des Volksfestes gelten die Grillwürstel, die auf einem großen Holzkohlegrill vor den Augen der Festbesucher zubereitet werden.
Land-Art-Projekt "Dom" mit Kulm im Hintergrund

Kulturinitiativen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überregionale Bedeutung erlangte die 1993 von Richard Frankenberger gegründete Kulturinitiative K.U.L.M. Sie widmet sich in Ausstellungen, Lesungen, Symposien und künstlerischen Interventionen Fragen von Kunst, Gesellschaft und Ökologie. Seit der Gründung 1993 steuerte sie immer wieder Programmpunkte zum Kunstfestival Steirischer Herbst bei. 1995 bezog sie den Veranstaltungsort „Kulturstock 3“ in der ehemaligen Schuhfabrik des Ortes. Der „Rastplatz K.U.L.M.“ an der Wechsel Straße mit der Aussichtsstiege „Nomadin“ und dem geodätischen „Dom“ gehören zu den Landmarken am Ortsgebiet von Pischelsdorf. Seit dem Rückzug von Richard Frankenberger wird die „kulturinitiative kulm“ von Gertraud Ranegger geleitet. Das Vereinsangebot der Kulturinitiative wurde um Artist-in-Residence-Programme erweitert.[11]

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wirtschaftssektoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den Jahren 1999 bis 2010 nahm die Anzahl der landwirtschaftlichen Betriebe von 274 auf 216 ab. Von den 726 Erwerbstätigen des Produktionssektors waren mehr als 400 im Bereich Warenherstellung und 300 in der Bauwirtschaft beschäftigt. Die größten Arbeitgeber im Dienstleistungssektor waren die Bereiche Handel (194) und soziale und öffentliche Dienste (182 Erwerbstätige).[12][13][14]

Wirtschaftssektor Anzahl Betriebe Erwerbstätige
2011 2001 2011 2001
Land- und Forstwirtschaft 1) 216 274 115 132
Produktion 36 35 726 670
Dienstleistung 161 120 551 524

1) Betriebe mit Fläche in den Jahren 2010 und 1999

Arbeitsmarkt, Pendeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Jahr 2011 lebten 1832 Erwerbstätige in Pischelsdorf am Kulm. Davon arbeiteten 575 in der Gemeinde, mehr als zwei Drittel pendelten aus.[15]

Bildung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Neben einer Volksschule gibt es in der Gemeinde eine Mittelschule, eine Polytechnische Schule und eine Musikschule.[16]

Einsatzorganisationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Sicherstellung der örtlichen Sicherheit, des Rettungsdienstes und der Gefahren- bzw. Katastrophenabwehr gewährleisten in der Marktgemeinde Pischelsdorf:

  • Polizeiinspektion Pischelsdorf
  • Rotkreuz-Ortsstelle Pischelsdorf
  • Freiwillige Feuerwehren, wobei die Feuerwehren folgende Gebiete betreuen:
    • Feuerwehr Pischelsdorf mit der KG Pischelsdorf, KG Schachen, KG Hart sowie Teile der KG Oberrettenbach und KG Rothgmos
    • Feuerwehr Reichendorf mit der KG Reichendorf
    • Feuerwehr Rohrbach mit der KG Kulming, KG Rohrbach am Kulm
    • Feuerwehr Romatschachen mit der KG Romatschachen.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeindeamt von Pischelsdorf am Kulm

Der Gemeinderat hat 21 Mitglieder.

Partei 2020[17] 2015[18] 2010[18]
Prozent Mandate % Mandate % Mandate
ÖVP 53,50 12 51,20 11 56,33
SPÖ 22,13 4 20,69 4 25,54
FPÖ 10,31 2 18,49 4 9,34
GRÜNE 8,96 2 9,60 2 7,89
NEOS 5,10 1
Liste Kulmer Herbert 0,72
Schloffer Peter 0,17

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • seit 2015 Herbert Baier (ÖVP)[19]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Gemeinde Pischelsdorf am Kulm wurde 2016 folgendes Wappen verliehen: Ein schwarzer, unten von einer silbernen schwarzgefugten Quadermauer mit Rundbogentor samt darin sichtbarem goldenem Lindenbaum durchzogener Schild, oben von einem goldenen Fallgitter bedeckt, dessen untere Spitzen bis über den Mauerrand herabragen und das mit einem roten, von einem silbernen Sparren durchzogenen Schildchen belegt ist, das eine goldene Laubkrone trägt.[20]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Pischelsdorf am Kulm – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Ein Blick auf die Gemeinde Pischelsdorf am Kulm, Fläche und Flächennutzung. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. März 2021.
  2. Statistik Austria: Bevölkerung am 1.1.2022 nach Ortschaften (Gebietsstand 1.1.2022) (ODS)
  3. Geschichte des Kulms - Kulm Keltendorf Urgeschichte Freilichtmuseum Museum. Abgerufen am 21. März 2021.
  4. Fritz Posch: Aus der Geschichte des Marktes Pischelsdorf. In: Blätter für Heimatkunde. Band 42. Graz 1968 (historischerverein-stmk.at [PDF]).
  5. Hauptpfarre Pischelsdorf. Abgerufen am 21. März 2021.
  6. Sehenswürdigkeiten. Pischelsdorf am Kulm, abgerufen am 21. März 2021.
  7. Steiermärkische Gemeindestrukturreform
  8. § 3 Abs. 11 Z 3 des Gesetzes vom 17. Dezember 2013 über die Neugliederung der Gemeinden des Landes Steiermark (Steiermärkisches Gemeindestrukturreformgesetz – StGsrG). Landesgesetzblatt für die Steiermark vom 2. April 2014. Nr. 31, Jahrgang 2014. ZDB-ID 705127-x. S. 4.
  9. Erkenntnis des VfGH vom 24. November 2014, G 81/2014.
  10. Home – Pischelsdorfer Volksfest und Wirtschaftsmesse – www.volksfest.at. In: www.volksfest.at. Abgerufen am 23. Juni 2016.
  11. Ausschreibungen der „kulturinitiative kulm“. In: kulturstock3.net. Abgerufen am 17. Juli 2021.
  12. Ein Blick auf die Gemeinde Pischelsdorf am Kulm, Land- und forstwirtschaftliche Betriebe. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. März 2021.
  13. Ein Blick auf die Gemeinde Pischelsdorf am Kulm, Arbeitsstätten. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. März 2021.
  14. Ein Blick auf die Gemeinde Pischelsdorf am Kulm, Erwerbstätige. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. März 2021.
  15. Ein Blick auf die Gemeinde Pischelsdorf am Kulm, Berufspendler. (PDF) Statistik Austria, abgerufen am 21. März 2021.
  16. Schulen. Gemeinde Pischelsdorf am Kulm, abgerufen am 21. März 2021.
  17. Wahlen 2020. Land Steiermark, abgerufen am 21. März 2021.
  18. a b Wahlen 2015. Land Steiermark, abgerufen am 21. März 2021.
  19. Bürgermeister. Pischelsdorf am Kulm, abgerufen am 21. März 2021.
  20. Gemeindewappen. Pischelsdorf am Kulm, abgerufen am 21. März 2021.