Pistoia

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Dieser Artikel beschreibt die Gemeinde; für den italienischen Schauspieler und Autor siehe Nicola Pistoia.
Pistoia
Wappen
Pistoia (Italien)
Pistoia
Staat: Italien
Region: Toskana
Provinz: Pistoia (PT)
Koordinaten: 43° 56′ N, 10° 55′ OKoordinaten: 43° 56′ 0″ N, 10° 55′ 0″ O
Höhe: 65 m s.l.m.
Fläche: 236 km²
Einwohner: 90.315 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 383 Einw./km²
Stadtviertel Vedi elenco
Angrenzende Gemeinden Agliana, Cantagallo (PO), Alto Reno Terme (BO), Lizzano in Belvedere (BO), Marliana, Montale, Piteglio, Quarrata, Sambuca Pistoiese, San Marcello Pistoiese, Serravalle Pistoiese
Postleitzahl: 51100
Vorwahl: 0573
ISTAT-Nummer: 047014
Volksbezeichnung: pistoiesi
Schutzpatron: San Giacomo (25. Juli)
Website: www.comune.pistoia.it
Dom Sankt Zeno am Domplatz
Dom Sankt Zeno am Domplatz

Pistoia ist die Hauptstadt der toskanischen Provinz Pistoia in Italien. Sie hat 90.315 Einwohner (Stand 31. Dezember 2015) und liegt 30 km von Florenz entfernt am Fluss Ombrone Pistoiese.

Heute ist Pistoia eine Industriestadt, die für Metallerzeugnisse und die größte Dichte an Baumschulen in Europa bekannt ist.

Pistoia ist Sitz des römisch-katholischen Bistums Pistoia, das bis auf das 3. Jahrhundert zurückgeht.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter dem Namen Pistorium wurde im zweiten Jahrhundert vor Christus ein römisches Oppidum gegründet, das vor allem der Versorgung der Truppen diente, die im Kampf gegen die Ligurer standen. Die Stadt wird auch von Sallust erwähnt: Er berichtet von der Schlacht bei Pistoria im Jahr 62 v. Chr., in der der Verschwörer Catilina umkam (De coniuratione Catilinae). 406 wurde Pistorium von den Ostgoten zerstört. Nach dem Wiederaufbau kam die Stadt unter byzantinische Oberherrschaft, um schließlich im achten Jahrhundert eine kurze Blüte unter den Langobarden zu erleben.

Im zwölften Jahrhundert war Pistoia eine unabhängige Comune mit lebhafter Wirtschaft und schneller urbaner Ausdehnung. Die zweite Stadtmauer wurde in dieser Zeit errichtet. Diese vervierfachte die ummauerte Stadtfläche gegenüber der ersten Mauer aus dem siebten bis achten Jahrhundert. Die Entwicklung der Stadt wurde dann jedoch durch die inneren Kämpfe zwischen Ghibellinen und Guelfen und die Rivalität der benachbarten Städte Florenz und Lucca behindert. Das 14. Jahrhundert war so durch viele Kriege geprägt, in denen Pistoia schließlich der florentinischen Macht unterlag. Die inneren Fehden wurden dadurch nicht beendet, und auch im 15. Jahrhundert hielten die Kämpfe zwischen den Familien der Panciatichi und der Cancellieri an. Mit der Gründung des Großherzogtums Toskana wurde Pistoia endgültig Teil der mediceischen Machtsphäre. Cosimo I. de’ Medici ließ die dritte Stadtmauer errichten, die noch heute existiert. In der frühen Neuzeit war Pistoia politisch unbedeutend. Zu verzeichnen ist lediglich die Wahl des Pistoiesen Giulio Rospigliosi zum Papst Clemens IX. im Jahr 1667.

Mitte des 19. Jahrhunderts begann Pistoia wieder zu wachsen und dehnte sich über die dritte Stadtmauer hinaus aus. 1927 wurde Pistoia von Benito Mussolini zur Hauptstadt der gleichnamigen Provinz erhoben.

Sehenswürdigkeiten und Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stadtzentrum bietet bedeutsame historische Bauwerke:

Kirche Sant'Andrea
Baptisterium am Domplatz
Ospedale del Ceppo

Partnerstädte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Natale Rauty: Storia di Pistoia. Bd. 1: Dall'alto Medioevo all'età precomunale (406-1105). Firenze 1988, ISBN 88-00-85542-3.
  • Giovanni Cherubini: Storia di Pistoia. Bd. 2: L'età del libero comune. Dall'inizio del XII alla metà del XIV secolo. Firenze 1998, ISBN 88-00-85708-6.
  • Giuliano Pinto, Francesco Neri: Storia di Pistoia. Bd. 3: Dentro lo stato Fiorentino dalla metà del XIV alla fine del XVIII secolo. Firenze 1999, ISBN 88-00-85710-8.
  • Giorgio Peracchi, Alessandro Andreini: Storia di Pistoia. Bd. 4: Nell'età delle rivoluzioni (1777–1940). Firenze 2000, ISBN 88-00-85709-4.
  • Peter Lütke Westhues: Beobachtungen zum Charakter und zur Datierung der ältesten Statuten der Kommune Pistoia aus dem 12. Jahrhundert, in: Quellen und Forschungen aus italienischen Archiven und Bibliotheken 77 (1997) 51-83. (online)
  • Giampaolo Francesconi: «La città era ben murata e merlata». Crescita urbana e costruzione delle mura nella Pistoia comunale, in: Bullettino Storico Pistoiese CXVII (2015) 37-66.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Emanuele Repetti: PISTOJA (PISTORIUM). In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana. (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, ital.).

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pistoia – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.