Pivec von Hratschein und Klimstein

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Stammwappen der Pivec nach Kadich-Blažek 1899

Pivec (von Hratschein und Klimstein) ist der Name eines alten mährisch-schlesischen Adelsgeschlechts aus dem Fürstentum Troppau, nach seinen dortigen Besitzungen ab dem 16. Jahrhundert Pivec (Pivce, Piwecz) von Hratschein (tschechisch Hradčany; 1936–45: Burgfeld; seit 1945 polnisch Gródczany) und Klimstein (tschechisch Klimštejn; seit 1945 polnisch Jabłonka) genannt.[1][2][3]

Die erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnten Namensträger waren Racek und Tomík. Sie waren Angehörige des hohen Klerus des Bischofs von Ölmütz.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Stammwappen der Pivec von Hratschein und Klimstein

Empfangen am 9. September 1551 von Johann Pivec in Prag[4] zeigt das Stammwappen der Pivec von Hratschein und Klimstein zwei schwarze Hörner im goldenen Feld. Den Helm zieren ebenso zwei schwarze Hörner. Die Helmdecke ist in Gold und Schwarz gehalten.[5]

Über einem Nebeneingang des Schlosses Dolni Dlouhá Loučka, welches Joachim Pivec von Hratschein und Klimstein (Jáchym Pivec z Klinštejna a Hradčan)[6] um die Jahrhundertwende vom 16. zum 17. Jahrhundert besaß und zu einem Renaissanceschloss umgestalteten ließ, befindet sich bis heute ein in Stein gehauenes Familienwappen. Das Schloss ist heute Sitz des Gemeindeamtes.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach den Regeln des Genealogischen Handbuchs des Adels (GHdA) zählt das ritterbürtige Geschlecht der Pivec mit seinen erstmals im 14. Jahrhundert urkundlich erwähnten Namensträgern zum Uradel (altem Adel).

Das alte Vladykengeschlecht der Pivec soll schon um 1000 im Gebiet des heutigen Troppau gesiedelt haben.[7]

Besitztümer (Ortschaften, Burgen, Schlösser, Höfe, u. a.)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renaissanceschloss Dolní Dlouhá Loučka
Hrad Sovinec (Eulenburg)
  • Joachim Pivec von Hratschein und Klimstein (Jáchim Pivec z Hradčan a Klimštejna) war von 1577 bis 1583 Hauptmann der Burg Sovinec (Eulenburg)[8]
  • Ende des 16. Jahrhunderts war Jan Pivec von Hratschein und Klimstein Hauptmann der Stadt Kremsier[9]
  • 1572 Czech (Čechy pod Kosířem)[10]
  • 1590 auf Vinar
  • 1594–1600 Dolein[11]
  • 1580–1598 Freihof zu Kosteletz
  • 16. und 17. Jahrhundert auf dem Freihofe in der Sternberger Vorstadt
  • 1599–1625 Schloss Langendorf und die dazugehörige Ortschaft Langendorf (Dolní Dlouhá Loučka)[12]
  • 1612–1664 residierte ein Zweig des Adelsgeschlechts Pivec von Hratschein und Klimstein in Türnau[13]
  • Lhotta Sabetschny[14]
  • Loučka u Tišnova[15]
  • Dvůr[16]
  • In der Geschichte von Kojetín (Kojetein) wird mit Jan Pivec von Hratschein und Klimstein das Geschlecht der Pivec als eines der dort ansässigen Adelsgeschlechter dokumentiert.[17]
  • Hratschein (tschechisch Hradčany; seit 1945 polnisch Gródczany)
  • Klemstein (tschechisch Klimštejn; seit 1945 polnisch Jabłonka)
  • Freihof zu Schakwitz ('tschechisch Čejkovice)
  • Brosdorf (Bravantice)
  • Morawitz (Moravice)
  • Das Geschlecht der Pivec ist mit Habern auch in Rojetein begütert gewesen (Josef Pilnáček dokumentiert in seinem Werk Staromoravští rodové ein Geschlecht Pivec z Habří a z Rojetína)

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Adalbert Král von Dobrá Voda: Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien. Genealogisch-heraldisches Repertorium sämtlicher Standeserhebungen, Prädicate, Beförderungen, Incolats-Erteilungen, Wappen und Wappenverbesserungen des gesamten Adels der Böhmischen Krone, mit Quellen und Wappen-Nachweisen. I. Taussig, Prag 1904, S. 193.(online zu lesen).
  • Josef Pilnáček: Staromoravští rodové. Wien 1930, Band 1, S. 238.
  • Johann Siebmacher's grosses und allgemaines Wappenbuch, Der mährische Adel, Nürnberg 1899
  • Roman Sękowski: Herbarz szlachty śląskiej. Band 3 (H–K), 1. Auflage, Videograf Edukacja, ISBN 83-7183-291-5
  • Heinrich von Kadich, Konrad Blažek: Der Mährische Adel. Nürnberg 1899, S. 80

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Nach dem Übergang Schlesiens an Preußen 1742 gehörten ab 1816 beide Orte zum Landkreis Leobschütz.
  2. Ab 1874 Amtsbezirk Leimerwitz Geschichte des Amtsbezirks Leimerwitz auf territorial.de, abgerufen am 17. November 2013.
  3. Heinrich von Kadich, Konrad Blažek: Der Mährische Adel. Nürnberg 1899, S. 120.
  4. Wappenerteilung, in: Adalbert Král von Dobrá Voda: Der Adel von Böhmen, Mähren und Schlesien. […]. I. Taussig, Prag 1904.
  5. Wappen auf heraldikus.wz.cz (tschechisch).
  6. Dlouhá Loučka auf hrady.cz (tschechisch), abgerufen am 17. November 2013.
  7. Pivec auf piwkowski.org, lt. Roman Sękowski, abgerufen am 17. November 2013.
  8. Burghauptmann (Memento des Originals vom 28. September 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.hradsovinec.cz auf hradsovinec.cz (tschechisch).
  9. Hauptmann von Kremsier, Josef Pilnáček: Staromoravští rodové. Wien 1930, S. 276–277.
  10. Czech
  11. Dolein
  12. Dlouhá Loučka auf der Website von Dlouhá Loučka (tschechisch), abgerufen am 17. November 2013
  13. Městečko Trnávka auf der Website von Městečko Trnávka (tschechisch), abgerufen am 19. November 2013.
  14. Lhotta Sabetschny auf der Website von Lhotta Sabetschny, abgerufen am 19. November 2013
  15. Auflistung beschlagnahmter Güter in Mähren 1624, abgerufen am 19. November 2013.
  16. Auflistung beschlagnahmter Güter in Mähren 1624, abgerufen am 19. November 2013.
  17. Lhotta Sabetschny auf der Website von Kojetín, abgerufen am 19. November 2013.