Plößberg

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Wappen Deutschlandkarte
Plößberg
Deutschlandkarte, Position des Marktes Plößberg hervorgehoben

Koordinaten: 49° 47′ N, 12° 18′ O

Basisdaten
Bundesland: Bayern
Regierungsbezirk: Oberpfalz
Landkreis: Tirschenreuth
Höhe: 600 m ü. NHN
Fläche: 74,21 km2
Einwohner: 3205 (31. Dez. 2020)[1]
Bevölkerungsdichte: 43 Einwohner je km2
Postleitzahl: 95703
Vorwahl: 09636
Kfz-Kennzeichen: TIR, KEM
Gemeindeschlüssel: 09 3 77 146
Marktgliederung: 38 Gemeindeteile
Adresse der
Marktverwaltung:
Jahnstr. 1
95703 Plößberg
Website: www.ploessberg.de
Erster Bürgermeister: Lothar Müller (CSU)
Lage des Marktes Plößberg im Landkreis Tirschenreuth
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Über dieses Bild
Vorlage:Infobox Gemeinde in Deutschland/Wartung/Markt
Ortsansicht von Plößberg

Plößberg (bairisch: Bläisberch) ist ein Markt im Oberpfälzer Landkreis Tirschenreuth. Der staatlich anerkannte Erholungsort liegt im Osten des Naturparks Oberpfälzer Wald.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachbargemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Falkenberg
Falkenberg
11 km
Wappen von Tirschenreuth
Tirschenreuth
11 km
Wappen von Windischeschenbach
Windischeschenbach
11 km
Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Wappen von Bärnau
Bärnau
10 km
Wappen von Püchersreuth
Püchersreuth
6 km
Wappen von Floß
Floß
7 km
Wappen von Wappen von Flossenbürg
Flossenbürg
6 km

Gemeindegliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt 38 Gemeindeteile (in Klammern ist der Siedlungstyp angegeben):[2][3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis zur Gemeindegründung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name des Ortes wurde in der Zeit von 1124 bis etwa 1136 zum ersten Mal als „Plezperch“ urkundlich erwähnt.[4] Im Jahr 1273 wurde er als „Plezberc“ bezeichnet, 1283 als „Plesberch“, 1493 als „Pleßberg“, 1691 als „Plössberg“ und 1820 schließlich in der heute gültigen Schreibweise des Ortsnamens. Dieser war ursprünglich ein Flurname, dessen Grundwort auf dem mittelhochdeutschen Begriff „berc“ basiert. Das Bestimmungswort geht auf den slawischen Begriff „plesb“ zurück, der so viel wie „kahle Stelle“ bedeutet.

Plößberg wurde vermutlich um 1052 besiedelt, Mitte des 12. Jahrhunderts wurde der Ort erstmals urkundlich erwähnt. Nach den Grafen von Sulzbach, dem Adelsgeschlecht der Plößberger und den Gleißenthalern, Herren von Schönkirch, wurde Plößberg nach 1350 Eigentum der böhmischen Krone. Nach 1400 waren Plößberg, Schönkirch und Wildenau böhmische Lehen in Bayern, sowie ab 1506 Teile des Herzogtums Pfalz-Neuburg. Es folgten mehrere Besitzerwechsel, Kriege und Plünderungen, vor allem während der Reformation und der Gegenreformation sowie im Dreißigjährigen Krieg. Im Mittelalter lag Plößberg an der Goldenen Straße von Nürnberg, über Bärnau und Neustadt nach Prag. Die böhmischen Rechte auf den Ort wurden erst 1805 für nichtig erklärt. Christian August von Pfalz-Sulzbach führte 1652 das Simultaneum ein, die Gleichberechtigung bei der Nutzung der Pfarrkirchen durch Katholiken und Protestanten in seinem Herzogtum, die in Plößberg bis 1918 galt.

Markt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1951 darf sich Plößberg Markt nennen. Seit diesem Zeitpunkt führt die Gemeinde ein eigenes Wappen.

Eingemeindungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Zuge der Gebietsreform in Bayern wurden am 1. Januar 1972 die Gemeinden Beidl, Liebenstein, Schönkirch und Wildenau eingegliedert.[5] Am 1. Mai 1978 kamen der Großteil der Gemeinde Schönficht und Gebietsteile der aufgelösten Gemeinde Hohenthan hinzu.[6]

Umgliederungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 1. Januar 1983 wurde Mooslohe aus dem Markt Plößberg in die Stadt Tirschenreuth umgegliedert.[7]

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwischen 1988 und 2018 stagnierte bzw. sank die Einwohnerzahl von 3255 auf 3250 um 5 bzw. um 0,2 %. Am 31. Dezember 1998 hatte die Stadt 3602 Einwohner.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Marktgemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinderatswahlen seit 2014 ergaben folgende Stimmenanteile und Sitzverteilungen:

Partei/Liste Sitze
2020[8] 2014[9]
CSU 8 9
SPD 4 4
Freie Wähler 4 3

Bürgermeister[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Erster Bürgermeister ist Lothar Müller von der CSU.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wappen von Plößberg
Blasonierung:Geviert von Silber und Schwarz; in 1 und 4 je eine heraldische Lilie in verwechselten Farben.“[10]
Wappenbegründung: Die Blüten verweisen auf den Grafen von Sulzbach. Das Schild verweist auf die Herren von Gleißenthal.

Kultur und Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Katholische Pfarrkirche St. Georg in Plößberg
Die evangelische Pfarrkirche St. Georg

Museen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Glasschmelzofenbau- und Glasmuseum widmet sich dem Handwerk der Herstellung von Glasschmelzöfen, die für die Glasherstellung unverzichtbar sind und waren.

Im Rathaus kann die Krippen- und Heimatstube besichtigt werden.

Bauwerke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Sulzteichstein in Beidl

Sport und Freizeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Waldstrandbad Großer Weiher
  • Fußballmannschaft SV Plößberg 1946 e.V.

Plößberger Krippen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Tradition des Schnitzens von Weihnachtskrippen und der zugehörigen Figuren wurde im 19. Jahrhundert von den Glasofenmauerern begründet. Sie hatten solche Krippen während ihrer Tätigkeiten in Tirol, Böhmen und Thüringen kennengelernt und schnitzten in den Wintermonaten im heimischen Plößberg. Heute verfügt fast jedes Haus über eine eigene Krippe, die über die Generationen hinweg fortgeführt, ergänzt und vererbt wird.

Seit 1970 werden im Rhythmus von fünf Jahren zahlreiche Krippen in einer Krippenschau gezeigt. Bis zum Jahr 2010 haben mehr als 150.000 Gäste die Ausstellungen besucht. Die Krippenschau des Jahres 2015 fand vom 29. November 2015 bis zum 10. Januar 2016 im Ambiente einer Karawanserei statt. Ausgestellt waren 37 Krippen in bis über 20 Quadratmeter großen, aus Naturmaterialien gestalteten Landschaften, die zum Teil mehrere hundert Figuren umfassten. Die älteste gezeigte Krippe stammte aus dem Jahr 1800.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lange Tradition hat in Plößberg der Bau von Glasschmelzöfen. Diese werden weltweit von Plößberger Ofenmaurern gebaut. Auch die holzbearbeitende Industrie hat sich in den letzten Jahrzehnten stark ausgeweitet. Es gibt mehrere größere, mittelständische und kleinere Sägewerke innerhalb des Gemeindegebietes.
Der Ortsteil Liebenstein (Oberpf) liegt an der Bahnstrecke Wiesau–Bärnau. Diese ist stillgelegt.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. Verlag C. H. Beck, München 2006, ISBN 9783406552069.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Plößberg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Genesis Online-Datenbank des Bayerischen Landesamtes für Statistik Tabelle 12411-001 Fortschreibung des Bevölkerungsstandes: Gemeinden, Stichtage (letzten 6) (Einwohnerzahlen auf Grundlage des Zensus 2011) (Hilfe dazu).
  2. Gemeinde Plößberg in der Ortsdatenbank der Bayerischen Landesbibliothek Online. Bayerische Staatsbibliothek, abgerufen am 22. April 2021.
  3. Gemeinde Plößberg, Liste der amtlichen Gemeindeteile/Ortsteile im BayernPortal des Bayerischen Staatsministerium für Digitales, abgerufen am 12. Dezember 2021.
  4. Wolf-Armin Frhr. v. Reitzenstein: Lexikon bayerischer Ortsnamen. Herkunft und Bedeutung. Oberbayern, Niederbayern, Oberpfalz. München 2006, Seite 215.
  5. Wilhelm Volkert (Hrsg.): Handbuch der bayerischen Ämter, Gemeinden und Gerichte 1799–1980. C. H. Beck, München 1983, ISBN 3-406-09669-7, S. 580.
  6. Statistisches Bundesamt (Hrsg.): Historisches Gemeindeverzeichnis für die Bundesrepublik Deutschland. Namens-, Grenz- und Schlüsselnummernänderungen bei Gemeinden, Kreisen und Regierungsbezirken vom 27.5.1970 bis 31.12.1982. W. Kohlhammer, Stuttgart/Mainz 1983, ISBN 3-17-003263-1, S. 663.
  7. Bayerisches Landesamt für Statistik und Datenverarbeitung (Hrsg.): Die Gemeinden Bayerns nach dem Gebietsstand 25. Mai 1987. Die Einwohnerzahlen der Gemeinden Bayerns und die Änderungen im Besitzstand und Gebiet von 1840 bis 1987 (= Beiträge zur Statistik Bayerns. Heft 451). München 1991, S. 85–86, urn:nbn:de:bvb:12-bsb00070717-7 (Digitalisat – Fußnoten 18 und 21).
  8. Verkündung des vorläufigen Ergebnisses der Wahl des Gemeinderates am 15. März 2020. Der Wahlleiter der Gemeinde Markt Plößberg, abgerufen am 18. Dezember 2020.
  9. Website Plößberg, Wahlen
  10. Eintrag zum Wappen von Plößberg in der Datenbank des Hauses der Bayerischen Geschichte