Place Denfert-Rochereau

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Die Kopie des "Löwen von Belfort" auf der Place Denfert-Rochereau

Die Place Denfert-Rochereau ist ein Platz im Pariser Stadtviertel Montparnasse, im 14. Arrondissement. Er ist seit 1879 nach Pierre Philippe Denfert-Rochereau benannt, der im Deutsch-Französischen Krieg 1870/71 die Festung Belfort erfolgreich gegen die angreifenden Preußen verteidigte.

Der 220 mal 145 Meter große, an seinem äußeren Saum mit Bäumen bepflanzte und von drei kleinen Parks umgebene Platz ist sowohl für den Straßen- als auch für den Schienenverkehr ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt. Unter dem Platz liegt die Umsteigestation "Denfert-Rochereau" mit Haltestellen der Metrolinien 4 und 6 und der RER-Linie B.

Bemerkenswert sind neben dem in der Mitte des Platzes auf einem hohen Steinsockel stehenden Kopie des Löwen von Belfort einer der unter Denkmalschutz stehenden von Hector Guimard im Jugendstil gestalteter Metroeingänge und die im Südwesten bei der Avenue René-Coty gelegene Bahnhof Gare de Denfert-Rochereau. Das ursprünglich wegen seiner Funktion als Kopfbahnhof der Eisenbahnstrecke Ligne de Sceaux Gare de Sceaux genannte Gebäude wurde 1846 eröffnet und ist das älteste der in Paris bestehenden Bahnhofsgebäude. Heute dient es der RER-Station Denfert-Rochereau als Haupteingang.

Der den südlichen Teil der Place Denfert-Rochereau querende, zur Avenue du Général-Leclerc führende Straßenabschnitt trägt seit 2004 den Namen Avenue du Colonel-Rol-Tanguy zu Ehren des Chefs der Widerstandsorganisation Francs-tireurs et partisans Henri Tanguy (Deckname Rol) dessen Kommandozentrale sich im Zweiten Weltkrieg in den teilweise unter dem Platz gelegenen Steinbrüchen befand.

An dieser kurzen Avenue stehen sich zwei in den 1780er Jahren von Claude-Nicolas Ledoux entworfene Zollhäuser der früheren Mauer der Generalpächter (französisch Mur des Fermiers généraux) gegenüber, an deren östliches sich das Eingangsgebäude der Katakomben von Paris anschließt. Sie flankierten seinerzeit die nach der nahegelegenen rue d'Enfer (heute Avenue Denfert-Rochereau) benannte Zollschranke Barrière d'enfer (wörtlich: Höllenschranke) und beherbergten die Schreibstuben der für die Einnahme des Stadtzolls zuständigen Torschreiber (siehe: Akzise). Die Barrière d'enfer wird in Victor Hugos Roman Les Misérables beschrieben und bildet den Schauplatz des dritten Bildes in Puccinis Oper La Bohème.

Nach dem Abbruch der Mauer der Generalpächter durch Haussmann wurde der Platz, der bis dahin zum Gemeindegebiet von Montrouge gehört hatte, dem Stadtgebiet von Paris zugeschlagen.

Er ist heute häufig Start- oder Zielpunkt von Demonstrationszügen.

Umgebung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In geringer Entfernung des Platzes liegen der Friedhof Montparnasse, das Pariser Observatorium und die Fondation Cartier.

Koordinaten: 48° 50′ 4″ N, 2° 19′ 57″ O