Place de la Concorde

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Obelisk von Luxor im Zentrum des Platzes

Die Place de la Concorde (deutsch „Platz der Eintracht“, im Französischen ist das Wort Platz weiblich) ist der größte Platz von Paris und einer der fünf königlichen Plätze der Stadt. Sie liegt mit einer Schmalseite nördlich der Seine im 8. Arrondissement zwischen dem Jardin des Tuileries (den Tuilerieen) und der Avenue des Champs-Élysées. Mit ihrer Fläche von 68.470 m² ist sie der zweitgrößte Platz Frankreichs, nach der Place des Quinconces in Bordeaux.

In die Place de la Concorde münden unter anderem die Rue Royale, die Avenue Gabriel, die Rue de Rivoli, der Cours la Reine mit dem Port de la Conférence, Voie Georges Pompidou, Port de la Concorde, Quai und Port des Tuileries sowie die Seinebrücke Pont de la Concorde. Ihre Wahrzeichen sind die beiden großen Brunnenanlage mit dem Obelisk von Luxor dazwischen. Der Obelisk mit seiner vergoldeten Spitze steht in der Blickachse vom Louvre zum Arc de Triomphe am Étoile. Die andere Sichtachse an dieser Stelle verläuft dazu rechtwinklig von Kirche und Place de la Madeleine nach Süden über die Seine zum Gebäude der Nationalversammlung, dem Palais Bourbon.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Angelegt wurde der Platz zwischen 1755 und 1776 von Jacques-Ange Gabriel als „Königlicher Platz“ (frz. Place Royale) namens Place Louis XV, um einer von Edmé Bouchardon realisierten Reiterstatue Ludwigs XV. einen würdigen Ort zu geben. Für den neuen Platz hatte es anfangs mehrere mögliche Standorte zu beiden Seiten der Seine gegeben. Der König entschied sich schließlich für ein unbebautes Grundstück am Ende der Tuileriengärten, das ihm gehörte und das damals außerhalb der Stadtgrenzen lag. Die Place Louis XV wurde achteckig angelegt und von einem Graben umgeben.

Während der Französischen Revolution wurde die Reiterstatue zerstört und durch eine monumentale Freiheitsstatue ersetzt. Der Platz erhielt 1792 den Namen Place de la Révolution, und ein Jahr später wurde dort die Guillotine aufgestellt. Hier wurden in zweieinhalb Jahren 1119 Personen öffentlich hingerichtet (unter anderem König Ludwig XVI. und Königin Marie Antoinette, Madame Dubarry, Danton, Robespierre und Olympe de Gouges; siehe auch die Liste während der Französischen Revolution hingerichteter Personen).

Nach dem Ende der Herrschaft der Jakobiner wurde der Platz 1795 durch die Regierung in Place de la Concorde umbenannt. Der Name wechselte in den folgenden Jahrzehnten je nach den Machtverhältnissen in Place Louis XV, Place Louis XVI, Place de la Charte, bis der Platz nach der Julirevolution von 1830 wieder den Namen von 1795 bis heute bekam.

Bürgerkönig Louis-Philippe I. verfügte, das Zentrum des Platzes mit einem politisch neutraleren Denkmal zu versehen. Einige Jahre zuvor hatte der Ägypter Muhammad Ali Pascha der französischen Regierung einige Obelisken versprochen, von denen lediglich ein Exemplar aus Luxor Paris im Dezember 1833 erreichte. Der 3200 Jahre alte Steinpfeiler wurde im Zentrum der Place de la Concorde aufgestellt. Er soll den schwierigen Weg zum Erreichen der Eintracht (frz. Concorde) in einem Volk symbolisieren. Auf dem Platz finden alljährlich die Feiern zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli ihren Höhepunkt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Obelisk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Markant ist der am 25. Oktober 1835 aufgestellte Obelisk von Luxor, der in der Platzmitte steht. Er ist ca. 22 Meter hoch und war ein Geschenk des ägyptischen Vizekönigs Muhammad Ali Pascha an Frankreich als Anerkennung der Leistungen von Jean-François Champollion. Den Sockel schuf der in Köln geborene und in Paris arbeitende Architekt und Stadtplaner Jakob Ignaz Hittorff. 1998 spendete der Mode-Unternehmer und Mäzen Pierre Bergé für den Obelisken ein 3,6 Meter hohes Pyramidion aus vergoldeter Bronze.[1]

Die acht Stadtallegorien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hittorff wurde auch mit der weiteren Ausschmückung des Platzes beauftragt, für den er die zwei Brunnen entwarf und acht steinerne Frauenstatuen in Auftrag gab, die die Allegorien französischer Städte darstellen: Bordeaux, Lille, Brest, Rouen, Lyon, Marseille, Nantes und Straßburg.

Brunnenanlage: Meeres- und Fluss-Fontäne[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Fontaine des Mers

Der Brunnen der Meere (frz. Fontaine des Mers) und der Brunnen der Flüsse (frz. Fontaine des Fleuves) flankieren den Obelisken. Damit wird der Platz dem Geist der französischen Schifffahrt auf den Meeren und auf den Flüssen gewidmet. Das korrespondiert mit der Aufgabe des einen Gabriel-Gebäudes, des Marineministeriums, das zunächst für die Garde-Meuble des Königs verwandt worden war (siehe unten). Beide - ebenfalls von Hittorff geschaffenen - Brunnen wurden am 1. Mai 1840 vom Präfekten Rambuteau eingeweiht. Der nördliche Brunnen stellt die Flussschifffahrt mit sitzenden Figuren dar, die Vater Rhein, Rhone und die Wein- und Getreideernte symbolisieren; der südliche, zur Seine hin gelegene Brunnen stellt dagegen die Seefahrt auf dem Mittelmeer und dem Atlantik gemeinsam mit der Fischerei dar.

Hôtel de Crillon und Marineministerium[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Nordseite des Platzes befindet sich im westlichen der beiderseits der Rue Royale mit gleichen Fassaden von Ange-Jacques Gabriel ausgeführten Gebäude das Hôtel de Crillon (heute Hotel). Im selben Gebäude ist der Sitz des Automobilclubs von Frankreich.

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Im östlichen Gebäude, dem Hôtel de la Marine, befindet sich seit dem Jahr 1789 das Marineministerium. Es war ursprünglich das Garde-Meubles genannte königliche Möbel- und Gerätelager, also ein Depot des Haushalts des Königs. Im Jahr 2010 war die zukünftige Nutzung des 20.000 m² Nutzfläche und circa 700 Zimmer umfassenden Gebäudes ungewiss, da sich der état-major der Marine spätestens bis zum Ende des Jahres 2014 am neuen Sitz des Verteidigungsministeriums im 15. Arrondissement von Paris nahe der Métrostation Balard einrichten wird.

Die identische Front der Bauwerke wurde von Louis François Trouard in Anlehnung an die Fassaden des Louvre entworfen. Sie zeigt je zwei (Pseudo-)Tempelhallen (vier Säulen mit Scheinportikus), die durch eine lange, zwölfteilige Säulenreihe zum Platz hin verbunden sind. Zwischen beiden Gebäuden sieht man im Hintergrund die acht Säulen der Kirche St. Madeleine.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die übrigen königlichen Plätze von Paris:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Todd Porterfield: The Obelisk on the Place de la Concorde. Post-Revolutionary Politics and Egyptian Culture. In: Wilfried Seipel (Hrsg.): Ägyptomanie. Europäische Ägyptenimagination von der Antike bis heute. Kunsthistorischen Museum, Wien 2000, ISBN 3-85497-016-1 (Schriften des Kunsthistorischen Museum 3), S. 62–82.
  • Labīb Ḥabašī: Die unsterblichen Obelisken Ägyptens. Überarbeitete und erweiterte Neuauflage von Carola Vogel. Zabern, Mainz 2000, ISBN 3-8053-2658-0, 89ff.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Place de la Concorde – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Le mécénat - Art, Fondation Pierre Bergé - Yves Saint Laurent

Koordinaten: 48° 51′ 56″ N, 2° 19′ 16″ O