Plaffeien

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Plaffeien
Wappen von Plaffeien
Staat: SchweizSchweiz Schweiz
Kanton: Kanton FreiburgKanton Freiburg Freiburg (FR)
Bezirk: Sensew
BFS-Nr.: 2299i1f3f4
Postleitzahl: 1716 Plaffeien
1716 Oberschrot
1716 Schwarzsee
1719 Zumholz
UN/LOCODE: CH PFN
Koordinaten: 588301 / 176731Koordinaten: 46° 44′ 30″ N, 7° 17′ 8″ O; CH1903: 588301 / 176731
Höhe: 856 m ü. M.
Höhenbereich: 746–2238 m ü. M. [1]
Fläche: 66,53 km² [2]
Einwohner: 3621 (31. Dezember 2019)[3]
Einwohnerdichte: 54 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
8,2 % (31. Dezember 2019)[4]
Website: www.plaffeien.ch
Dorf Plaffeien

Dorf Plaffeien

Lage der Gemeinde
MurtenseeGreyerzerseeSchiffenenseeSchwarzseeKanton BernKanton BernSeebezirk (Freiburg)Kanton BernKanton WaadtGreyerzbezirkSaanebezirkBroyebezirkSeebezirk (Freiburg)Bösingen FRBrünisriedDüdingenGiffersHeitenriedPlaffeienPlasselbRechthaltenSchmitten FRSt. Silvester FRSt. UrsenTafersTentlingenUeberstorfWünnewil-FlamattKarte von Plaffeien
Über dieses Bild
w

Plaffeien (französisch Planfayon, senslerdeutsch Plaffeye(n); Freiburger Patois Audio-Datei / Hörbeispiel Pyanfayon?/i) ist eine politische Gemeinde im Sensebezirk des Kantons Freiburg in der Schweiz. Plaffeien liegt im Senseoberland.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Blick von Plaffeien Richtung Schwarzseetal und Kaiseregg

Die flächenmässig zweitgrösste Gemeinde im Kanton Freiburg befindet sich im Osten des Kantons und grenzt an den Kanton Bern. Das Dorf Plaffeien liegt westlich der Sense, dem Grenzfluss zwischen den Kantonen Freiburg und Bern, auf einer kleinen Hochebene umgeben von bewaldeten Hügeln. Der Dorfkern wird durch den Dütschbach in zwei Teile getrennt. Das Gemeindegebiet reicht von den Ortsteilen Oberschrot und Zumholz weiter über das Dorfzentrum bis zum Ortsteil Schwarzsee und dem gleichnamigen Schwarzsee und den ersten Zweitausender-Bergen der Freiburger Voralpen. Am Hang des Oberholzes (Ortsteil Oberschrot), befindet sich das Quellgebiet des Galternbaches.

Der tiefste Punkt der Gemeinde Plaffeien befindet sich beim Sensebett im Brand mit 746 m ü. M. und der höchste Punkt auf dem Schafberg mit 2235 m ü. M.. Der Hausberg Kaiseregg hat eine Höhe von 2185 m ü. M..

Nachbargemeinden von Plaffeien sind: Brünisried, Giffers, Jaun, Plasselb, Rechthalten, Tafers und Val-de-Charmey im Kanton Freiburg, sowie Boltigen, Guggisberg und Oberwil im Simmental im Kanton Bern.

Klimatabelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaffeien, 1981–2010
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
61
 
2
-4
 
 
54
 
3
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77
 
6
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10
2
 
 
149
 
14
6
 
 
147
 
18
9
 
 
142
 
20
11
 
 
152
 
20
11
 
 
121
 
16
8
 
 
106
 
11
5
 
 
76
 
6
0
 
 
78
 
3
-3
Temperatur in °CNiederschlag in mm
Quelle: [5]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Plaffeien, 1981–2010
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Max. Temperatur (°C) 2,1 2,6 6,0 9,6 14,3 17,7 20,3 19,6 15,5 11,4 5,7 3,0 Ø 10,7
Min. Temperatur (°C) −3,8 −3,7 −0,9 1,8 6,0 9,2 11,4 11,3 8,1 4,7 −0,2 −2,8 Ø 3,5
Temperatur (°C) −0,9 −0,6 2,4 5,5 10,0 13,3 15,7 15,3 11,6 7,9 2,7 0,0 Ø 7
Niederschlag (mm) 61 54 77 90 149 147 142 152 121 106 76 78 Σ 1253
Sonnenstunden (h/d) 3,3 4,1 4,7 5,2 5,6 6,7 7,6 7,1 5,5 4,2 3,2 2,6 Ø 5
Regentage (d) 9,9 9,0 11,2 11,6 14,5 12,8 11,6 12,1 9,8 10,6 9,7 10,9 Σ 133,7
Luftfeuchtigkeit (%) 76 75 73 74 75 74 73 74 81 81 81 78 Ø 76,2
T
e
m
p
e
r
a
t
u
r
2,1
−3,8
2,6
−3,7
6,0
−0,9
9,6
1,8
14,3
6,0
17,7
9,2
20,3
11,4
19,6
11,3
15,5
8,1
11,4
4,7
5,7
−0,2
3,0
−2,8
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
N
i
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54
77
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147
142
152
121
106
76
78
  Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Quelle: [5]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Name stammt vom lateinischen planum faegum, was so viel wie ebener Buchenwald heisst. Die erste urkundliche Erwähnung stammt aus dem Jahr 1148. Das Kloster Rüeggisberg besass seit seiner Gründung ein Priorat im Gebiet von Plaffeien. Weiter waren u. a. die Herren von Englisberg begütert. Wilhelm von Englisberg[6][7] testierte 1319, dass seine hiesigen Eigenleute nicht höher belastet werden dürften als bisher. In der Folge gelangten diese Rechte an die Herrschaft Illens und 1474 an die Stadt Freiburg, die 1486 auch die Rechte vom Kloster Rüeggisberg erwarb.[8]

Von 1486 bis zum Einmarsch der Franzosen in die Schweiz im Jahr 1798 war Plaffeien eine Vogtei von der Stadt Freiburg. Seit 1833 ist Plaffeien eine politische Gemeinde.[9] 1848 wurde Plaffeien mit der neuen Kantonsverfassung in den damals neu geschaffenen Sensebezirk eingegliedert. Am 31. Mai 1906 wurde fast das gesamte Dorf durch einen Brand zerstört, dem sogenannten Dorfbrand. Dabei wurden 51 Häuser, darunter auch die Kirche und das Schulhaus Opfer der Flammen. 62 Familien, bzw. 274 Personen wurden obdachlos.[10] Seit dem Jahre 1979 ist Kasterlee (Belgien), eine Partnergemeinde von Plaffeien.[11] Seit 2012 ist Plaffeien Mitglied beim Naturpark Gantrisch.[12]

Bei der Volksabstimmung vom 27. September 2015 stimmten die Stimmberechtigten der Gemeinden Zumholz, Oberschrot und Plaffeien für eine Fusion der drei Gemeinden. Diese trat zum 1. Januar 2017 in Kraft.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaffeien ist verkehrsmässig recht gut erschlossen. Es gibt Hauptstrassen von Freiburg und Düdingen nach Plaffeien und eine Hauptstrasse weiter bis nach Schwarzsee. Zudem beginnt in Plaffeien (Zollhaus) die Passstrasse via Sangernboden über den Gurnigel nach Dürrbach (Weiler der Gemeinde Riggisberg).

Durch drei Buslinien der Freiburgischen Verkehrsbetriebe (TPF), welche die Strecken ab Bahnhof Fribourg/Freiburg nach Plaffeien bedienen, sowie einer Postautolinie von Riggisberg über den Gurnigelpass via Sangernboden nach Plaffeien und weiter bis nach Schwarzenburg, ist die Gemeinde Plaffeien an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit 3621 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2019) gehört Plaffeien zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Freiburg. Ende 2015, vor der Fusion mit den Gemeinden Oberschrot und Zumholz, betrug die Einwohnerzahl 1982. Die im Sensebezirk gesprochene Mundart wird als "Senslerdeutsch" bezeichnet und gehört zum Höchstalemannischen.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pfarrkirche Maria Geburt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die nach dem Dorfbrand neu erbaute römisch-katholische Pfarrkirche Maria Geburt[13] wurde 1910 geweiht. Sie ist die grösste neuromanische Kirche des Kantons Freiburg. Die reichhaltigen Malereien wurden durch Oswald Pilloud (1873–1946) und Otto Haberer-Sinner (1866–1941) im Stil der Beuroner Kunstschule geschaffen.[14]

Eispaläste Schwarzsee[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 1980 werden zwischen Plaffeien und Schwarzsee jeden Winter Eispaläste erstellt.[15][16]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaffeiit

Bilder[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Plaffeien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BFS Generalisierte Grenzen 2020Bei späteren Gemeindefusionen Höhen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Zugriff am 17. Mai 2021
  2. Generalisierte Grenzen 2020Bei späteren Gemeindefusionen Flächen aufgrund Stand 1. Januar 2020 zusammengefasst. Zugriff am 17. Mai 2021
  3. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller GemeindenBei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Zugriff am 17. Mai 2021
  4. Regionalporträts 2021: Kennzahlen aller GemeindenBei späteren Gemeindefusionen Ausländerprozentsatz aufgrund Stand 2019 zusammengefasst. Zugriff am 17. Mai 2021
  5. Klimatabelle. In: meteoschweiz.admin.ch. meteoschweiz, abgerufen am 1. Juni 2018.
  6. Philippe Gremaud: Wilhelm von Englisberg. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  7. Offizielle Website der Gemeinde Plaffeien: Plaffeien Geschichte. Abgerufen am 15. November 2020.
  8. Peter F. Kopp: Plaffeien (Herrschaft). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  9. Peter F. Kopp: Plaffeien (Gemeinde). In: Historisches Lexikon der Schweiz.
  10. Freiburger Volkskalender, Ausgabe 2006, Plaffeien brennt! Von Moritz Boschung, Historiker, Düdingen, Seiten 54–60
  11. Offizielle Website der Gemeinde Plaffeien: Partnergemeinde Kasterlee. Abgerufen am 11. Juni 2020.
  12. Naturpark Gantrisch
  13. Pfarrkirche Plaffeien
  14. Daniela Schneuwly-Poffet: Die Pfarrkirche Plaffeien. (Schweizerische Kunstführer, Band 561). Hrsg. Gesellschaft für Schweizerische Kunstgeschichte GSK. Bern 1994, ISBN 3-85782-561-8.
  15. Offizielle Website der Gemeinde Plaffeien: Eispaläste Schwarzsee. Abgerufen am 21. Januar 2021.
  16. Die Eiskönigin lässt grüssen. In: Freiburger Nachrichten. Abgerufen am 21. Januar 2021.