Plaidt

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Wappen Deutschlandkarte
Wappen der Ortsgemeinde Plaidt
Plaidt
Deutschlandkarte, Position der Ortsgemeinde Plaidt hervorgehoben
Koordinaten: 50° 23′ N, 7° 23′ O
Basisdaten
Bundesland: Rheinland-Pfalz
Landkreis: Mayen-Koblenz
Verbandsgemeinde: Pellenz
Höhe: 107 m ü. NHN
Fläche: 9,39 km2
Einwohner: 5828 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte: 621 Einwohner je km2
Postleitzahl: 56637
Vorwahl: 02632
Kfz-Kennzeichen: MYK, MY
Gemeindeschlüssel: 07 1 37 088
Adresse der Verbandsverwaltung: Breite Straße 40
56626 Andernach
Webpräsenz: www.plaidt.de
Ortsbürgermeister: Wilhelm Anheier (SPD)
Lage der Ortsgemeinde Plaidt im Landkreis Mayen-Koblenz
Karte

Plaidt (Moselfränkisch: Plääd) ist eine Ortsgemeinde in der Eifel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Pellenz an, die ihren Verwaltungssitz in der Stadt Andernach hat. Plaidt beherbergt das Informationszentrum des Vulkanparks im Landkreis Mayen-Koblenz.

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaidt befindet sich 5 km südlich von Andernach. Die Nette (Mittelrhein) durchfließt die Gemeinde.

Nachbargemeinden sind der Andernacher Stadtteil Miesenheim, Saffig, Ochtendung und Kretz.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaidt wurde erstmals 895 in einer Schenkungsurkunde als Bleide erwähnt.

Bis zum Ende des 18. Jahrhunderts gehörte Plaidt zum Kurfürstentum Trier und war Teil des Verwaltungs- und gerichtsbezirks Pellenz, der zuletzt dem Amt Monreal untergeordnet war.

Im Jahr 1794 hatten französische Revolutionstruppen das Linke Rheinufer eingenommen. Von 1798 bis 1814 gehörte Plaidt zum Kanton Andernach im Rhein-Mosel-Departement und unterstand der Verwaltung der Mairie Saffig. Aufgrund der auf dem Wiener Kongress (1815) getroffenen Vereinbarungen wurde die Region dem Königreich Preußen zugeordnet. Unter der preußischen Verwaltung gehörte Plaidt von 1816 an zum neu gebildeten Kreis Mayen im Regierungsbezirk Koblenz und von 1822 an zur Rheinprovinz und war Teil der Bürgermeisterei Andernach. 1858 war Plaidt mit den damaligen Gemeinden bzw. Dörfern Eich, Kretz, Kruft, Miesenheim, Namedy und Nickenich Teil der durch Bürgermeister F. J. Weygold neu geformten „Bürgermeisterei Andernach-Land“, die 1927 in „Amt Andernach-Land“ umbenannt wurde.

Im Ortskern stand an der Stelle der heutigen Hummerich-Halle bis 1861 eine Kirche. Da diese baufällig geworden war, hat man sie abgerissen und den darunterliegenden Tuffstein abgebaut. Mit dem Verkauf des Tuffstein wurde ab 1860 der Neubau der katholischen St. Willibrord-Kirche außerhalb des alten Dorfzentrums an der Mühlenstraße finanziert.[2]

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Blasonierung lautet: „Geviert, oben rechts in Blau eine leicht rechts geneigte goldene Ähre, daneben ein silberner Mühlstein, oben links in Gold zwei schräg gekreuzte blaue Steinwerkzeuge, doppelköpfig und einfach, mit roten Stielen, unten rechts in Silber ein rotes durchgehendes Balkenkreuz und unten links in Grün ein silberner Wellenschrägbalken.“

Ursprünglich bestand der Ort aus neun Bauernhöfen und sieben Wassermühlen, auf die die Symbole Ähre und Mühlstein hinweisen. Einige Steinwerkzeuge sind einem alten Gemeindesiegel von 1796 entnommen. Diese deuten auf die Steinindustrie (Basalt und Tuff) hin, welche bis in die Römerzeit zurückzuführen ist. Das rote Balkenkreuz auf weißem (silbernen) Grund weist auf die ehemalige Landesherrschaft des Kurfürstentums Trier hin, der silberne Wellenschrägbalken im grünen Feld symbolisiert die Nette, welche Ort und Flure durchfließt.

Politik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinderat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaidts Gemeinderat besteht aus 22 Ratsmitgliedern, die bei den Kommunalwahlen in Rheinland-Pfalz 2014 nach dem Kommunalwahlrecht (Rheinland-Pfalz)#PV gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzenden.

Die Sitzverteilung im Gemeinderat:[3]

Wahl SPD CDU FDP Gesamt
2014 11 10 1 22 Sitze
2009 11 9 2 22 Sitze
2004 12 10 22 Sitze

Gemeindepartnerschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schwesterstädte

Seit 1976 ist Plaidt mit der französischen Gemeinde Morangis (Essonne), welche eine Bevölkerung von 12.456 Einwohnern besitzt, verschwistert.

Schulen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Realschule plus Pellenz besteht seit 1974, zuerst als Hauptschule Pellenz. 1999 wandelte sich die Schule in Regionale Schule Pellenz und Hauptschule Pellenz, 2004 in Regionale Schule Pellenz. Seit 2008 ist die Regionale Schule Pellenz Ganztagsschule; mit Beginn des Schuljahres 2009/10 erhielt sie den Namen Realschule plus Pellenz. Ab dem Schuljahr 2010/2011 wird das 5. Schuljahr der neuen Integrierten Gesamtschule (IGS) eingeführt, in die die Realschule plus Pellenz im Laufe der nächsten fünf Jahre umgewandelt wird, in denen sie IGS Pellenz und Realschule plus Pellenz heißt. Zurzeit besuchen über 850 Schüler die Schule. Viele reisen aus dem Umland mit dem Bus an.

Seit 1999 schreiben zwei Lehrer dieser Schule, Martin Becker und Hans Bretz, erfolgreiche Musicals (u. a. Die geheimnisvolle Spieluhr, Ba-Ba-Balla, Eine wundervolle Freundschaft und Lissi - wie alles begann). Dafür erhielt sie am 24. Mai 2007 den Kulturförderpreis des Kreises Mayen-Koblenz. 2005/06 riefen die beiden Lehrer eine Musikshow ins Leben mit dem Titel WM-Kult Tour - Auf nach Berlin u. a. mit Thomas Anders, den Mainzer Hofsängern und Juventus Vocalis. Das Musicalensemble der Schule war in dieser Zeit offizieller Kulturbotschafter des Landes Rheinland-Pfalz anlässlich der Fußball-Weltmeisterschaft 2006. 2011 erhielt die Realschule plus den Landespräventionspreis RLP für ihre Gewaltpräventionstätigkeit im Rahmen der langjährigen Musicalprojekte. Neben der Realschule plus Pellenz/IGS Pellenz hat Plaidt auch eine Grundschule.

Seit dem Schuljahr 2016/2017 kann man die Mainzer Studienstufe (MSS) besuchen.

Die Integrierte Gesamtschule (IGS) hat einen musikalisch-künstlerischen Schwerpunkt (Musicals). Es werden drei Fremdsprachen angeboten: Englisch, Französisch und Latein.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plaidt verfügt über einen Bahnhof an der Eifelquerbahn. Hier verkehren im Stundentakt (Rheinland-Pfalz-Takt) die Regionalbahnlinien RB23 und RB38 der DB Regio. Aufgrund der Lage von Plaidt im Landkreis Mayen-Koblenz gilt der Tarif des Verkehrsverbund Rhein-Mosel VRM.

Kulturdenkmäler[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plaidt – Sammlung von Bildern

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Anzahl der Einwohner in den Kommunen am 31. Dezember 2015 (Hilfe dazu).
  2. Angelika Hunold, Peter Ippach, Hoger Schaaff: Kirchen, Stollen, Steinbrüche. Eine Wanderung durch das Tal des Kruftter Bachs. Mainz 2002, S. 27–28.
  3. Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2014, Stadt- und Gemeinderatswahlen