Plan Vigipirate

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Fremdenlegionäre patrouillieren in Paris (Louvre).

Plan Vigipirate ist der Begriff für französische Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz gegen Terrorismus. Der Name ist eine Zusammensetzung aus „vigilance“ (Wachsamkeit) und „pirate“ (Pirat). Gegner des Plans kritisieren die Einschränkung von bürgerlicher Freiheit und Privatsphäre und sprechen provokativ von einem „Plan Vichypirate“, in Anspielung auf die Vichy-Diktatur der 1940er Jahre.

Geschichte[Bearbeiten]

Erstmals 1978 wurde der Plan Vigipirate unter Staatspräsident Valéry Giscard d’Estaing ins Leben gerufen und 1995, 2000 und 2003 aktualisiert. Je nach der von der Regierung definierten Stufe des Plans werden unterschiedlich starke Sicherheitsmaßnahmen durchgeführt. Bis Februar 2014 existierten die Stufen gelb, orange, rot und „écarlate“ (scharlachrot, sinngemäß: tiefrot, akute Bedrohung). Seit dem 7. Juli 2005, dem Tag der Terroranschläge in London, galt ununterbrochen das Niveau „rot“. Dieses äußerte sich unter anderem in der massiven Präsenz von Sicherheitskräften (auch Militär) insbesondere an Bahnhöfen und an Orten mit vielen Touristen (z. B. am Louvre und am Eiffelturm in Paris).

Ab 20. Februar 2014[Bearbeiten]

Seit dem 20. Februar 2014 gibt es nur noch die zwei Stufen Vigilance und Alerte attentat. Seit dem 7. Januar 2015 gilt aufgrund eines Anschlags auf die Redaktion des Magazins Charlie Hebdo der Status Alerte attentat für die Ile de France, das französische Militär wurde zur Unterstützung in den Großraum Paris beordert. Am 8. Januar 2015 wurde der Status Alerte attentat auch auf die nördlich angrenzende Region Picardie ausgeweitet. Seit dem 4. Februar 2015 gilt Alerte attentat auch für das Département Alpes-Maritimes, alle anderen Regionen Frankreichs sind bis auf Weiteres in die Stufe Vigilance eingeordnet.[1][2] Nach dem Terroranschlag von Saint-Quentin-Fallavier am 26. Juni 2015 wurde auf Anordnung von Staatspräsident François Hollande für die Region Rhône-Alpes die höchste Stufe Alerte attentat ausgerufen, die für zunächst drei Tage gelten soll.[3]

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Website der französischen Regierung zum Code d'alerte, abgerufen am 2. März 2015 (französisch)
  2. Le Figaro: Un lycéen déguisé sème la panique à Nice, veröffentlicht 17. Februar 2015, abgerufen am 2. März 2015 (französisch)
  3. Website der Präfektur des Département de l'Ain, abgerufen am 26. Juni 2015 (französisch)