Planetarium Hamburg

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Planetarium Hamburg

Koordinaten: 53° 35′ 50″ N, 10° 0′ 32″ O

Karte: Hamburg
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Planetarium Hamburg
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Hamburg
Universarium-Projektor (2006)

Das Planetarium Hamburg ist das einzige Planetarium in Hamburg. Es ist seit 1930 im Hamburger Stadtpark in einem ehemaligen Wasserturm, der zusätzlich eine Aussichtsplattform in einer Höhe von 42 Metern bietet, untergebracht. Seitdem wurde es mehrfach auf den neuesten Stand der Technik gebracht und zählt mit seinen verschiedenen Programmen und Veranstaltungen weit über 300.000 Besucher pro Jahr.[1] Das Gebäude mit dem Planetarium gilt als eines der Wahrzeichen des Stadtteils Winterhude.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

(Zum Bau des Gebäudes siehe: Wasserturm Hamburg-Winterhude)

Gebäude und astronomische Ausstellung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der knapp 65 m hohe Turm wurde in den Jahren 1912–1915 als Wasserturm errichtet, zu diesem Zweck jedoch nur bis 1924 verwendet. Der Umbau zu einem Planetarium begann 1929 unter der Leitung des Architekten Hans Loop und erwies sich als sehr aufwändig. Als Grundlage diente ein unter dem Wasserbehälter geschaffener 23 m hoher zylindrischer Raum mit einem Durchmesser von 22 m, den man mittels einer Zwischendecke in zwei Etagen teilte. Die obere Etage wurde zur eigentlichen Planetariumskuppel, in der unteren konnte man den Kassenraum mit einer Wandelhalle, Ausstellungs- und Sammlungsräumen sowie Büros einrichten. Das Planetarium wurde am 30. April 1930 eröffnet.

Kernstück der Anlage ist seit der Eröffnung eine Projektionskuppel mit 20,6 m Durchmesser, womit das Planetarium zu den neun "Großplanetarien" in Deutschland zählt. Die ursprünglichen Ausstattung mit Sitzgelegenheiten bestand aus hölzernen Stühlen und Bänken, die in den 1970er-Jahren durch eine Kunststoffbestuhlung mit 270 Plätzen ersetzt wurden. Seit dem Umbau von 2002/2003, bei dem die vorherigen Sitze durch moderne Liegesessel ersetzt wurden, stehen 253 Plätze zur Verfügung.

Das untere Stockwerk erhielt während des Einbaus des Planetariums eine Bibliothek mit astronomisch-astrologischen Büchern von Prof. Aby Warburg. Die "Wandelhalle" wurde von der Malerin Dorothea Maetzel-Johannsen im Geschmack der Zeit ausgestaltet. Sie starb jedoch während der Arbeit, so dass Heinrich Groth die Malereien vollendete. Die Ausstellung im unteren Stockwerk war im Laufe der Zeit einem beständigen Wandel ausgesetzt und konnte so immer wieder den unterschiedlichen Interessen der Besucher und der Planetariumsleitung angepasst werden. Dominierte zu Beginn noch die Geschichte der Astronomie den Inhalt, verschob sich der Schwerpunkt im Laufe der Zeit immer mehr in Richtung Raumfahrt und Erforschung des Sonnensystems. Ende der 1990er-Jahre waren im unteren Teil Raumfahrtmodelle, Meteoriten, eine Vielzahl von Aufnahmen der Erde und des Sonnensystems sowie einer der zu dieser Zeit größten Mondgloben der Welt ausgestellt. Die Sammlung Warburgs wurde seit dem 31. Mai 1993 in vollständig restaurierter Form in einem Raum direkt unterhalb des Wasserbehälters gezeigt.

Mit dem Umbau 2002/2003 gestaltete man nahezu alle Räume neu. Der Eingang wurde wieder auf die Rückseite des Gebäudes verlegt, der Kassenbereich wurde großzügiger und offener. Es gibt heute mehr Bewegungsflächen für die Besucher und einen gastronomischen Verkaufsstand. Unter dem Wasserbehälter wurde eine neue Decke eingezogen, die zukünftig als Ausstellungs- und Konferenzfläche dienen kann. Zurzeit gibt es allerdings bis auf eine Darstellung der Geschichte des Planetariums keine astronomische Dauerausstellung. Die Sammlung Warburgs ist heute nicht mehr öffentlich zugänglich, das Bildmaterial befindet sich im Kunsthistorischen Institut der Universität Hamburg, die Bibliothek befindet sich noch im Planetarium.

Pläne für einen Umzug des Planetariums in die HafenCity wurden diskutiert, sind zum heutigen Zeitpunkt jedoch nicht mehr aktuell. Von Mitte 2015 bis Ende 2016 wird das Planetarium geschlossen, um neue Räume im Sockel des Gebäudes unter dem äußeren Umgang einzubauen und verschiedene Umbauten der Zugangsmöglichkeiten vorzunehmen.[2]

Technische Ausstattung des Kuppelsaales[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei seiner Eröffnung war das Planetarium mit einem bereits 1925 von der Stadt Hamburg erworbenen Zeiss Planetariumsprojektor Modell II[3] ausgestattet. Dieser erste Projektor wurde 1957 durch ein Zeiss Modell IV-Planetarium ersetzt, das 25 Jahre im Einsatz war und erst 1983 durch ein Modell VI-Planetarium abgelöst wurde. Die Planetariumsprojektoren der Modelle II, IV und VI prägten durch ihre charakteristische Hantelform für viele Jahrzehnte das Bild des Hamburger Planetariums. Das Modell IV konnte im Gegensatz zu seinem Vorgänger nicht verkauft werden und stand als Anschauungsobjekt bis zum Umbau der Jahre 2002/2003 in einer Vitrine in der Ausstellung.

Bei diesem Umbau wurde das Planetarium in 15 Monaten umfangreich renoviert und mit vielen technischen Neuerungen ergänzt. Das aktuelle Zeiss Modell IX "Universarium" bildet jetzt den Sternenhimmel in der Projektionskuppel ab. Zusätzlich lassen sich mit dem Digistar 5-System von Evans & Sutherland mit Hilfe von zwei Videoprojektoren Bild- und Video-Inhalte kuppelfüllend projizieren.

Seit Dezember 2006 verfügt das Planetarium über eine moderne Showlaser-Anlage aus neun Projektoren, von denen zwei frei beweglich sind. Die Anlage ermöglicht neben einer Vielzahl rein visueller Effekte auch die Bewegung vollständiger Grafiken über die Kuppel.

Planetariumsleiter[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Entwicklung der Vorstellungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu Beginn stand der Planetariumsbetrieb unter Leitung der Hamburger Schulbehörde und hatte sehr stark die Vermittlung von astronomischem Grundwissen an Schüler im Blick. Aus diesem Grund gab es auch bis weit in die 1990er-Jahre hinein eine klare Trennung zwischen Vorstellungen für Schulen, die nur in geschlossenen Gruppen durchgeführt wurden, und Vorstellungen für die allgemeine Öffentlichkeit. Während der alliierten Besatzungszeit nach dem Zweiten Weltkrieg ging die Zuständigkeit für den Planetariumsbetrieb an die Hamburger Kulturbehörde über.

Mit der Übernahme der Leitung durch Erich Übelacker veränderte und verbreiterte sich schrittweise das Angebot an Vorstellungen. Sondervorträge mit Gastreferenten (Fachastronomen, Leiter anderer Planetarien, Autoren oder auch Wissenschaftler verwandter Fachrichtungen) kamen zuerst hinzu. Bereits Ende der 1970er-Jahre gab es erste Experimente mit Multimediashows, bei denen statt des Sternenhimmels Musik und visuelle Effekte im Vordergrund standen. Später wurden mit großem Erfolg auch klassische Konzerte, zu Beginn noch unter der Leitung des Dirigenten Robert Stehli, unter dem künstlichen Sternenhimmel aufgeführt.

Mit der Übernahme der Planetariumsleitung durch Thomas Kraupe im Jahr 2000 begann eine Umstellung des Konzeptes der Vorstellungen, das nach dem Umbau 2002/2003 vollständig umgesetzt wurde. Die Trennung der Vorstellungen in Schulvorstellungen und öffentliche Vorstellungen wurde aufgegeben. Die Anzahl der zeitgleich angebotenen Vorstellungsthemen wurde erhöht, wobei die Themen üblicherweise bis zu drei Mal wöchentlich angeboten werden und über einen Zeitraum von mehreren Monaten im Programm verbleiben. Sondervorträge und Konzerte ergänzen weiterhin das Angebot. Der Anteil von Unterhaltungsprogrammen wurde besonders am Wochenende und an Abenden erhöht.[4][5]

Das Planetarium konnte im Laufe seiner Geschichte immer wieder bekannte Wissenschaftler als Vortragende gewinnen, genannt seien hier beispielhaft Heinz Haber, Jesco von Puttkamer, Rudolf Kippenhahn, Bernd Loibl, Reimar Lüst, Sigmund Jähn, Gerhard Neukum und Hartmut Graßl.[6]

2012 beging es am 25. Mai den Towel Day.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Jochen Schramm (Hrsg.): Sterne über Hamburg. 2. überarbeitete und erweiterte Auflage. Kultur & Geschichtskontor, Hamburg 2010, ISBN 978-3-9811271-8-8, S. 122.
  • Thomas W. Kraupe, Ehrenfried Kluckert: "Denn was innen, das ist draußen" Die Geschichte des modernen Planetariums. 1. Auflage. Planetarium Hamburg, Hamburg 2005, ISBN 3-933284-15-5, S. 117–160.
  • Anke Küpper: Hamburger Museumsführer. 2. Auflage. L&H Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-928119-12-5, S. 156–159.; Beschreibung für die Situation Mitte der 90er-Jahre
  • Ralf Lange: Architektur in Hamburg. Junius Verlag, Hamburg 2008, ISBN 978-3-88506-586-9, S. 177.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Planetarium Hamburg, Allgemeine Informationen. Abgerufen am 20. Juni 2010.
  2. Beschreibung der Umbaupläne auf der Homepage des Planetariums Hamburg. Abgerufen am 15. Juli 2015.
  3. Beschreibung des Modells II als erstes Seriengerät der Fa. Zeiss. Abgerufen am 20. Dezember 2011.
  4. Zielbild des Planetariums als Bildungs- und Kultureinrichtung. Abgerufen am 27. Dezember 2011.
  5. Zusammenfassung des Vorstellungsangebotes in der Selbstdarstellung des Planetariums. Abgerufen am 27. Dezember 2011.
  6. Einige der Vortragenden als Referenz auf der Homepage des Planetariums. Abgerufen am 23. Dezember 2011
  7. http://www.hamburg-magazin.de/kultur/literatur/artikel/detail/per-anhalter-durch-die-galaxis-towel-day-2012-im-planetarium-hamburg.html

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Planetarium Hamburg – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien