Zeiss Planetarium der Stadt Wien

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Wiener Planetarium

Das Zeiss Planetarium der Stadt Wien gilt als eines der modernsten Planetarien der Welt. Es ist in einem gemeinsamen Gebäude mit dem Pratermuseum eingerichtet und befindet sich im Wiener Prater. Beide Einrichtungen werden im Auftrag der Wiener Stadtverwaltung betrieben. Das Planetarium ist zusammen mit Kuffner-Sternwarte und Urania (Wien) eine spezialisierte Einrichtung der Wiener Volkshochschulen.[1]

Planetarien in Wien[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1927 bis 1928[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das erste Planetarium Wiens war gleichzeitig das erste außerhalb von Deutschland errichtete Planetarium und bestand zwischen dem 7. Mai 1927 und September 1928[2]. Aufgebaut wurde es auf dem heutigen Maria-Theresien-Platz zwischen Natur- und Kunsthistorischem Museum. Anlass dafür war die im Messepalast stattfindende Ausstellung „Wien und die Wiener“ im Jahr 1927 [3].

Das achteckige pyramidenförmige Bauwerk mit einem runden Innenraum von 20 Metern Durchmesser war eine einfache Holzkonstruktion und wurde vom Architekten Robert Oerley entworfen. Die halbkugelförmige Kuppel bestand aus weißem Leinen [4].

1930 bis 1945[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 8. Jänner 1930 erfolgte die abermalige Eröffnung des Planetariums am Praterstern, wo es bis Mitte März 1945 bestand. Während der Schlacht um Wien wurde das Holzbauwerk so wie der angrenzende Wurstelprater zerstört.[2]

Als Sternenprojektor diente hier wie zuvor auf dem Maria-Theresien-Platz ein Projektor Zeiss Modell II. Dieser musste allerdings immer öfter Kinovorführungen weichen, indem man ihn aus dem Kuppelsaal schob. Ab April 1933 wurden kaum noch Sternenvorführungen abgehalten.

Direktor der ersten beiden Planetarien in Wien war Oswald Thomas. Nach ihm wurde der Vorplatz des heutigen Planetariums benannt.

1964 bis heute[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Eröffnung des neu errichteten Planetariums im Kaisergarten am Oswald-Thomas-Platz 1 zwischen Riesenrad und Hauptallee erfolgte am 20. Juni 1964 (Grundsteinlegung 16. Juni 1962) [5]. Erster Direktor wurde Hermann Mucke, der diese Stelle auch bis zu seiner Pensionierung im Jahre 2000 innehatte. Danach leitete der Astronom und technische Physiker Peter Habison die astronomischen Einrichtungen der Stadt Wien.[6]

Am 10. Februar 1990 wurde das Planetarium wegen Gefährdung durch Asbest gesperrt und ging nach der Sanierung am 9. November 1992 wieder in Betrieb.[7] Im April 2001 wurde das Planetarium erneut für einen Umbau gesperrt und am 8. November 2002 wiedereröffnet. Neueste Technologien, wie ein Zeiss Sternenprojektor Universarium M IX, ein Laserprojektor Zulip und 24 moderne Diaprojektoren wurden installiert.[8][9][10] Auf 1.253 Quadratmeter Grundfläche wurde eine Stahlbeton-Kuppelschale mit einem Außendurchmesser von 23,5 Meter auf einen drei Meter hohen runden Umfassungsmauerwerk aufgesetzt. Der Vorführraum besitzt einen Innendurchmesser von 20 Meter und bietet Raum für ungefähr 240 Sitzplätze.

Zusätzlich wurde ein Kino- und Vortragssaal mit 125,4 Quadratmeter und Platz für ungefähr 180 Personen sowie Raum für das Pratermuseum errichtet, das durch den gleichen Eingang zugänglich ist.[11]

Seit Februar 2013 ist der Physiker Werner Gruber Direktor der astronomischen Bildungseinrichtung der Wiener Volkshochschulen. [12][13]

Im Februar 2018 erhielt das Planetarium der Stadt Wien 8 Zeiss-Velvet-Projektoren. Damit wurde der Laserprojektor Zulip abgelöst und mit dem neuen System können bewegte Projektionen in der gesamten Kuppel gezeigt werden. Der Sternenprojektor Universarium M IX ist erhalten geblieben und wird im Parallelbetrieb mit den Velvet-Projektoren verwendet. [14]

Pratermuseum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pratermuseum ist eine Außenstelle des Wien Museums und veranschaulicht die Geschichte des Wiener Praters (Wurstelprater und „Grüner Prater“) als Veranstaltungs- und Erholungsgelände. Gezeigt werden die Pratersammlung von Hans Pemmer sowie Exponate aus den Beständen des Wien Museums, der Sammlung Adanos und der Laterna magica-Sammlung von Ernst Hrabalek.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Oswald Thomas: „Das Wiener Planetarium - eine Einführung“ Verlag der Wiener Messe, Wien, 1927
  • Stadtbauamtsdirektion (Herausgeber): „Das neue Planetarium im Wiener Prater

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Zeiss Planetarium der Stadt Wien – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Fußnoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Die Wiener Volkshochschulen planetarium-wien.at, abgerufen am 19. Oktober 2012
  2. a b http://www.planetarium-online.info/CHA/azeitleiste.htm
  3. http://www.stadt-wien.at/index.php?id=prater-details
  4. Dr. O. Thomas: Das Wiener Planetarium
  5. Website der Österreichischen Akademie der Wissenschaften
  6. Abenteuer Wissenschaft m-coach.de
  7. Wilhelm Petrasch: Die Wiener Urania. Von den Wurzeln der Erwachsenenbildung zum lebenslangen Lernen. Böhlau Verlag, Wien-Köln-Weimar 2007, ISBN 978-3-205-77562-1.
  8. Das neue Planetarium im Wiener Prater orf.at, abgerufen am 19. Oktober 2012
  9. UNIVERSARIUM Modelle IX und IX TD (Memento des Originals vom 16. Juli 2007 im Internet Archive) i Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe den Link gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zeiss.de zeiss.de
  10. Das Planetarium im Prater öffnet wieder derstandard.at
  11. Das Wiener Planetarium, Heft 45 der Reihe Die Stadt Wien gibt Auskunft, Oktober 1964
  12. wien.gv.at: Werner Gruber übernimmt Leitung der astronomischen Einrichtungen der VHS Wien, 18. Oktober 2012
  13. planetarium-wien.at: Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter Planetarium Wien, Kuffner & Urania Sternwarte
  14. Modernste Technik im Wiener Planetarium - wien.ORF.at. Abgerufen am 20. März 2018.

Koordinaten: 48° 12′ 57,5″ N, 16° 23′ 40,5″ O