Planetary Boundaries

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Visuelle Darstellung der planetary boundaries und wie weit die Menschheit den Autoren nach vom sicheren Handlungsraum entfernt ist bzw. ihn bereits überschritten hat. Die Erde stellt diesen sicheren Handlungsraum dar.

Planetary Boundaries (dt. Planetarische Grenzen, Planetarische Leitplanken, Belastungsgrenzen des Planeten) ist ein Konzept über die ökologischen Grenzen der Erde. Es wurde von einem 28-köpfigen Wissenschaftlerteam unter Leitung von Johan Rockström, Stockholm Resilience Centre entwickelt und in der Zeitschrift Nature 2009 publiziert.[1] Zu den Koautoren gehören u. a. Will Steffen, Australian National University, Hans-Joachim Schellnhuber, Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung und der Nobelpreisträger Paul Crutzen.[2] Das Konzept wurde in Teilen bereits von der internationalen Klimapolitik als Ziel übernommen, z. B. bei der zwei Grad Klimaschutzleitplanke (siehe Zwei-Grad-Ziel). Es liegt auch dem Hauptgutachten des WBGU 2011 Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation zugrunde.[3]

Beschreibung des Konzepts[Bearbeiten]

Zur Vermeidung weltweiter katastrophaler Umweltveränderungen soll die Menschheit ökologische Belastungsgrenzen beachten. Die Autoren priorisieren neun für das System Erde essentielle ökologische Dimensionen. Sie definieren für diese Dimensionen globale Grenzwerte. Wird eine Grenze überschritten, besteht die Gefahr irreversibler und plötzlicher Umweltveränderungen, die die Bewohnbarkeit der Erde für die Menschheit einschränken.

Sieben der ökologischen Dimensionen konnten die Autoren quantifizieren. Drei haben bereits die Belastungsgrenze überschritten: Klimawandel, Biodiversitätsverlust und Stickstoffkreislauf.

Die 9 Prozesse und ihre Belastungsgrenzen:

Dimension Messgröße Belastungsgrenze überschritten
Klimawandel CO2-Konzentration in der Atmosphäre oder Strahlungsantrieb (W/m²) ja
Biodiversitätsverlust Aussterberate (Anzahl Arten pro Million Arten pro Jahr) ja
biogeochemische Kreisläufe (N / P ) anthropogener Stickstoff entfernt aus der Atmosphäre (Millionen Tonnen/Jahr) / anthropogener Phosphoreintrag in die Meere (Millionen Tonnen/Jahr) ja / nein
Übersäuerung der Ozeane mittlere globale Aragonit-Sättigung in Oberflächenwasser (Omega-Einheiten) nein
Süßwasserverbrauch globaler Wasserverbrauch (km³/Jahr) nein
Landnutzung Landfläche umgewandelt in Ackerland (%) nein
stratosphärischer Ozonabbau stratosphärische Ozon-Konzentration (Dobson-Einheit) nein
atmosphärische Aerosole noch nicht quantifiziert
Belastung durch Chemikalien noch nicht quantifiziert

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Johan Rockström u. a.: A safe operating space for humanity. In: Nature. 461, 2009, S. 472–475. (24 September 2009)
  2. Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung: Planetarische Grenzen: Ein sicherer Handlungsraum für die Menschheit. Pressemitteilung, 23. September 2009 (abgerufen am 17. Februar 2013)
  3. WBGU: Welt im Wandel – Gesellschaftsvertrag für eine Große Transformation. 2. veränderte Auflage. WBGU, 2011, ISBN 978-3-936191-38-7, S. 34 (PDF, abgerufen am 17. Februar 2013)