Plattform Industrie 4.0

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Plattform Industrie 4.0
Logo der Plattform Industrie 4 0.png
Leitung der Plattform: Akteure aus Politik und Wirtschaft
Start: April 2013
Sitz: Berlin
Website: plattform-i40.de

Die Plattform Industrie 4.0 ist 2013 als ein Gemeinschaftsprojekt der deutschen Wirtschaftsverbände BITKOM, VDMA und ZVEI zur Weiterentwicklung und Umsetzung des Zukunftsprojekts Industrie 4.0 der Hightech-Strategie der Bundesregierung gegründet worden. 2015 wurde die Plattform erweitert und Akteure aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik einbezogen. Der Fokus der Arbeit der Plattform liegt darin die Expertise im Bezug auf Industrie 4.0 zu bündeln und deutschen Unternehmen, insbesondere dem Mittelstand zur Verfügung zu stellen.

Entwicklung der Plattform Industrie 4.0[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Industrie 4.0 ist als sogenanntes „Zukunftsprojekt“ der Bundesregierung im November 2011 im Aktionsplan zur Hightech-Strategie 2020 verabschiedet worden. Initiiert wurde das Zukunftsprojekt im Januar 2011 durch die Promotorengruppe KOMMUNIKATION der Forschungsunion Wirtschaft – Wissenschaft (FU). Erste Umsetzungsempfehlungen erarbeitete der Arbeitskreis Industrie 4.0 von Januar bis Oktober 2012 in Koordination durch acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften. Den Vorsitz übernahmen Dr. Siegfried Dais, Stellvertretender Geschäftsführer der Robert-Bosch GmbH, und Prof. Henning Kagermann, Präsident von acatech. Im Oktober 2012 hat der Arbeitskreis Industrie 4.0 die Handlungsempfehlungen an die Bundesregierung übergeben.[1] Im April 2013 beschlossen die Verbände BITKOM, VDMA und ZVEI in einer Kooperationsvereinbarung, ihr Wissen zu bündeln und gemeinsam über Verbandsgrenzen hinweg die Plattform Industrie 4.0 zu betreiben.[2] Im April 2015 wurde die Plattform Industrie 4.0 ausgebaut – weitere Akteure aus Unternehmen, Verbänden, Gewerkschaften, Wissenschaft und Politik kamen hinzu.[3] Im April 2016 im Rahmen der Hannover Messe veröffentlichte die Plattform Industrie 4.0 ihren ersten Fortschrittsbericht nach einem Jahr in der erweiterten Konstellation.[4]

Struktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Plattform steht unter der Leitung folgender Akteure:[5]

Dieser Leitungsgruppe sind fünf Arbeitsgruppen untergordnet.[6] Die Arbeitsgruppe Referenzarchitekturen, Standards und Normung entwickelt und verhandelt für Industrie 4.0 nötige Standards und Vereinheitlichungen.< Die Arbeitsgruppe Forschung und Innovation ermittelt Forschungsbedarf im Handlungsfeld und schlägt den Akteuren Umsetzungsempfehlungen vor. Die Gruppe Sicherheit vernetzter Systeme erarbeitet Methoden und Konzepte um die Sicherheit im Internet of Things zu gewährleisten. Die Arbeitsgruppe Rechtliche Rahmenbedingungen hat sich zum Ziel gesetzt, zu ermitteln in wie fern das heutige Recht Industrie 4.0 anwendbar ist. Die fünfte Arbeitsgruppe, Arbeit, Aus- und Weiterbildung, befasst sich damit, wie Zusammenarbeit zwischen Mensch und Maschiene gestaltet werden kann.

Darüber hinaus gibt es einen Lenkungskreis, der sich aus Unternehmensvertretern zusammensetzt, um die Arbeit er Arbeitsgrupen zu koordinieren und die erarbeiteten Vorschläge umzusetzen.[5]

Im Strategiekreis sind Akteure aus Politik, Verbänden, Gewerkschaften und Wissenschaft vertreten. Der Kreis dient als Multiplikator und soll die politische Umsetzung unterstützen.[5]

Der Wissenschaftliche Beirat berät die Plattform Industrie 4.0. in allen wissenschaftlichen und programmatischen Forschungsfragen im engen Austausch mit der Begleitforschung. Im Beirat aktiv sind Professorinnen und Professoren aus den Fachbereichen Produktion und Automatisierung, Informatik sowie Jura und Arbeitssoziologie. Der Sprecher des Beirats ist Mitglied im Lenkungskreis der Plattform. Der Beirat wird durch acatech – Deutsche Akademie der Technikwissenschaften koordiniert.[7]

Die administrativen und organisatorischen AUfgaben werden von der Geschäftsstelle übernommen.[5]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Plattform steht in der Kritik, dass es außer Maßnahmenempfehlungen und Gremienarbeit bisher keine konkreten Ergebnisse gegeben habe. Auch an einem gemeinsamen Vorgehen deutscher und europäischer Unternehmen fehle es – im Gegensatz zu den USA, wo sich mit dem Industrial Internet Consortium (IIC) große Firmen zusammengeschlossen haben, um gemeinsame Standards zu erarbeiten.[8][9]

Dokumente[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Umsetzungsforum Industrie 4.0: Deutschland bricht auf in ein neues Zeitalter der Produktion. In: www.forschungsunion.de. Abgerufen am 4. November 2016.
  2. Plattform Industrie 4.0 gestartet. In: www.maschinenbau-institut.de. Abgerufen am 4. November 2016.
  3. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie, Referat Öffentlichkeitsarbeit: Gemeinsame Plattform Industrie 4.0 startet. In: www.bmwi.de. Abgerufen am 4. November 2016.
  4. Aktuelles. In: www.plattform-i40.de. Abgerufen am 4. November 2016.
  5. a b c d Plattform Industrie 4.0 - Hintergrund. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Referat Öffentlichkeitsarbeit, abgerufen am 16. September 2017.
  6. Plattform Industrie 4.0 - Arbeitsgruppen. Bundesministerium für Wirtschaft und Energie Referat Öffentlichkeitsarbeit, abgerufen am 16. September 2017.
  7. Wissenschaftlicher Beirat Industrie 4.0. Deutsche Akademie der Technikwissenschaften e.V., abgerufen am 16. September 2017.
  8. Karin Zühlke: Plattform Industrie 4.0 steht vor dem Aus: »Deutschland hat die erste Halbzeit verloren«, auf: elektroniknet.de vom 10. Februar 2015, abgerufen am 10. Februar 2015.
  9. US-Hersteller organisieren sich für den Wachstumsmarkt Industrie 4.0, auf: computerwoche.de vom 28. März 2014, abgerufen am 10. Februar 2015.