PlayStation Vita

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PlayStation Vita
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Offizielle Logos der PlayStation Vita

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Erste Generation PCH-1000 (oben), neueres Modell PCH-2000 (unten)

Hersteller Sony Computer Entertainment Inc.
Typ Handheld-Konsole
Generation achte Konsolengeneration
Veröffentlichung
JapanJapan 17. Dezember 2011[1]
Vereinigte StaatenVereinigte Staaten 22. Februar 2012[2]
EuropaEuropa 22. Februar 2012[3]
Hauptprozessor ARM CortexTM-A9-Core (4-Core)
Grafikprozessor PowerVR SGX543MP4+
Speichermedien Flash-Speicherkarten (proprietäres Format)[4]
Onlinedienst PlayStation Network
Verkaufte Einheiten 16,21 Millionen[5]
(Stand: November 2019)
Erfolgreichstes Spiel Minecraft mit 2,46 Mio. Einheiten[6]
(Stand: Juni 2018)
Vorgänger PlayStation Portable
Info Offizielle Website

Die PlayStation Vita (offizielle Abkürzung: PS Vita) ist die zweite Handheld-Konsole der PlayStation-Marke von Sony Computer Entertainment Inc. (seit April 2016: Sony Interactive Entertainment LLC) und Nachfolger der PlayStation Portable. Die Konsole wurde am 27. Januar 2011 im Rahmen einer Presseveranstaltung angekündigt und erschien in Japan am 17. Dezember 2011 und in Europa und Nordamerika am 22. Februar 2012. Im März 2019 gab Sony schließlich bekannt, die Auslieferung und Produktion der PS Vita einzustellen und keinen Nachfolger veröffentlichen zu wollen. Bis zum Produktionsstopp im November 2019 konnten insgesamt 16,21 Millionen Vita-Einheiten abgesetzt werden, deutlich weniger als ihr Vorgängermodell und die Konkurrenzplattform des Mitbewerbers Nintendo.

Mit ihrer leistungsfähigen Hardware und der Anbindung an die stationären PlayStation-Konsolen PS3 und PS4 stieß die Vita von Beginn an auf wohlwollendes Interesse in der Berichterstattung. Allerdings erfüllte sie von Anfang an nicht die Absatzerwartungen des Konzerns. Statt der im ersten Verkaufsjahr erhofften zehn Millionen Geräte, verkaufte sich das Vita-Handheld-System nur ca. 4,5 Millionen Mal. Im Konkurrenzumfeld mit Nintendos 3DS und den wesentlich günstigeren mobilen Spielen für Smartphones konnte sich die Konsole insbesondere in den westlichen Märkten langfristig nicht durchsetzen. 2015 stellte Sony die Produktion eigener Spiele für die Konsole ein und überließ dies ab diesem Zeitpunkt ausschließlich unabhängigen Drittentwicklern. Durch die fehlende Unterstützung Sonys und der großen westlichen Publisher wurde das System allmählich zu einer Nischenplattform für japanische und Indie-Titel, die lokalisiert hauptsächlich noch über den Onlineshop des PlayStation Networks vertrieben wurden, während Sony die Produktion von Spielen auf Datenträgern 2018 final einstellte.

Eigenschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Begriff „Vita“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet ‚Leben‘. Der Name soll die Einbindung der Konsole auf Basis sozialer Konnektivität in das echte Leben beziehungsweise den realen Alltag betonen.[7] Ferner wird eine lange Lebensspanne der Konsole mit der Bezeichnung „Vita“ verbunden.[8]

Im Gegensatz zu den diversen Modell-Generationen der PlayStation Portable ist die Vita vollständig neu entwickelt und unterscheidet sich damit deutlich von der PSP. So wird bei der PlayStation Vita, wie auch bei der PlayStation Portable Go, auf UMDs verzichtet, stattdessen kommen die sogenannten NVG Cards zum Einsatz. Sie ist in zwei Ausführungen erhältlich, nämlich einem Modell mit 3G-Modem und WiFi und einem, welches nur über das Wifi-Modul verfügt. Außerdem bietet Sony die beiden PlayStation-Vita-Modelle noch in verschiedenen Bundles an. So sind in Japan bereits weiße, rote und blaue Variationen der PS Vita erhältlich. Die 3G-Variante der PS Vita verfügt außerdem über einen GPS-Sensor. Alle PS Vitas haben gyroskopische 6-Achsen-Sensoren ähnlich denen der Controller Sixaxis und PlayStation Move für die PlayStation 3 eingebaut. Für bekannte Spielereihen von Sony wie z. B. Uncharted und WipEout wurde pünktlich zum Release des Handhelds eine Neuauflage für PS Vita veröffentlicht.

Durch die Kooperation zwischen Vodafone und Sony war das 3G-Modell der PS Vita in Deutschland auch inkl. Mobilfunk-Vertrag verfügbar. In Deutschland hat die PlayStation Vita 3G im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern wie den USA (AT&T) und Japan (NTT Docomo) keinen Simlock.[9]

Hardware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PlayStation-Vita-Spielkarten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Links eine NVG, rechts eine Memory Card

Für die PS Vita wurde eine eigene Spielkarte entwickelt: Die NVG Card. Sie ist der Nachfolger der optischen UMD. Durch den Wegfall eines optischen Laufwerkes konnte Sony den Geräuschpegel, den Stromverbrauch und die Größe der PS Vita verringern. Außerdem sind die neuen Speichermedien weniger anfällig gegen physische Schäden. Die NVG gibt es in zwei Fassungen: Einmal mit 2 und einmal mit 4 GB Speicherkapazität. 5–10 % des Speichers sollten für Patches und andere herunterladbare Inhalte reserviert sein. Die Karte ist von der Größe her etwa so groß wie eine SD-Karte.[10] Auf der NVG-Karte steht vorne das Spiel, die Altersfreigabe und die Seriennummer. Jede PS Vita kann zu einer Zeit nur eine NVG beherbergen. Nach dem Einstecken der Karte wird eine Verknüpfung auf der PS Vita installiert, mit welcher sich das Spiel abrufen lässt. Entfernt man die Karte wieder, bleibt die Verknüpfung installiert, das Spiel lässt sich aber nicht starten. Die Spielstände werden auf der Speicherkarte gespeichert.

PlayStation Vita Memory Card[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Um sich besser vor Softwarepiraterie zu schützen, hat Sony eine eigene Speicherkarte entwickelt und bietet sie in Kapazitäten von 4 bis 64 GB an. Jede Speicherkarte war von Anfang an an ein PS-Vita-System gebunden, mit der Version 1.8 zusätzlich auch an ein PSN-System. Umgehen lässt sich das nur durch ein komplettes Formatieren der Karte. Im Dezember 2012 verkaufte Sony die Speicherkarten im Paket mit einem ausgewählten Spiel.[11]

Seit Oktober 2013 bietet Sony auch eine 64-GB-Karte in Asien an, welche in weltweit allen PS-Vita-Systemen lauffähig ist.

PCH-2000-Revision[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Seit 2014 wird ein überarbeitetes Modell der PS Vita verkauft, das auch als PS Vita Slim bezeichnet wird.[12] Das Modell PCH-2000 hat die gleiche Größe wie die originale PS Vita, ist aber dünner und leichter als das alte Modell und das Gehäuse ist etwas abgerundeter als vorher. Der OLED-Bildschirm wurde in der PCH-2000 durch einen kostengünstigeren Bildschirm mit LCD-Technik ersetzt, wodurch die Akkulaufzeit der PS Vita um etwa eine Stunde verlängert werden soll. Sie besitzt außerdem einen integrierten Flash-Speicher von 1 GB. Während die PCH-2000 in Japan und anderen Ländern in vielen verschiedenen Farben erhältlich ist, war sie in Deutschland anfangs ausschließlich in Schwarz erhältlich.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Sapphire Blue“-Version, nur in Japan veröffentlicht

Die Hardware wurde als System-on-a-Chip (SoC) realisiert und von Samsung im 45-nm-Fertigungsprozess produziert.[13] Im Gegensatz zu proprietären Prozessoren in anderen Playstation-Geräten verzichtete Sony auf kostenintensive Eigenentwicklungen und lizenzierte Produkte von PowerVR Technologies sowie ARM Limited.[14]

Sofern nicht anders vermerkt, stammen sämtliche Informationen von der SCEI-Pressekonferenz 2011 in Tokio.[4]

CPU: ARM Cortex™-A9-Core (Quad-Core)

  • symmetrische 32-Bit-Kerne[15]
  • vollständige Cache-Kohärenz zwischen den Kernen[15]
  • für Anwendungen stehen noch 3 von 4 Kernen zur Verfügung[15]
  • die CPU kann laut Spezifikation bis zu 2 GHz getaktet werden, über den von Sony verwendeten Takt gibt es jedoch widersprüchliche Berichte mit 1,4 GHz[16], 800 MHz[17], 444 MHz[18] und 333 MHz[19][20].

GPU: PowerVR SGX 543 MP4+

Arbeitsspeicher:

Grafikspeicher:

Bildschirme (Touchscreen):

Das Front-Display verwendet eine Aktivmatrix und verzichtet auf eine gesonderte Anordnung der Subpixel im PenTile-Stil. Damit entspricht das als OLED beworbene Display Samsungs “Super AMOLED +”-Standard.[23]

  • 12 cm / 5 Zoll (16:9), 960 × 544 Pixel (220 ppi), ca. 16,7 Millionen Farben, OLED-Multi-Touchscreen, kapazitiv.[24]
  • Rückseiten-Touchpad: 12-cm-Multi-Touchpanel auf der Rückseite, kapazitiv

Gewicht:[25]

  • 3G/WiFi-Modell: ca. 279 g
  • WiFi-Modell: ca. 260 g

Kameras:

  • Je eine Kamera auf Vorder- und Rückseite
  • Bildfrequenz: 120 fps bei 320 × 240 Pixeln (QVGA), 60 fps bei 640 × 480 Pixeln (VGA)
  • Auflösung: max. 640 × 480 Pixel (VGA)

Ton:

  • integrierte Stereolautsprecher
  • integriertes Mikrofon

Sensoren:

  • Sechs-Achsen-Sensorensystem (dreiachsiger Kreisel, dreiachsiger Beschleunigungssensor, dreiachsiger elektronischer Kompass)

Wireless-Mitteilungen:

  • Mobilfunknetz-Konnektivität (3G)
  • IEEE 802.11 b/g/n (n = 1 × 1) (Wireless) (Infrastruktur-Modus/Ad-hoc-Modus)
  • Bluetooth® 2.1 + EDR (A2DP/AVRCP/HSP)

Positionsbestimmung:

  • integriertes GPS (nur bei 3G-Version vorhanden)
  • Unterstützung von WLAN-Positionsbestimmung

Eingabe:

  • vier Richtungstasten (hoch/runter/links/rechts)
  • zwei Analogsticks
  • vier Eingabetasten (Kreis, Kreuz, Dreieck, Quadrat)
  • zwei Schultertasten, je eine pro Seite
  • PS-, Start-, Selecttaste, Powerschalter, Lautstärkeregler

Sonstiges:

  • GPS-Modul (nur im 3G-Modell)
  • fest verbauter Akku
  • Akkulaufzeit beträgt um die 3–5 h[26]
  • externe Batterie für eine längere Akkulaufzeit (extra zu erwerben)[27]

Unterstützte Audio- und Videoformate:

  • Musik: MP3 MPEG-1/2 Audio Layer 3, MP4 (MPEG-4 AAC), WAVE (Linear PCM)
  • Videos: MPEG-4 Simple Profile (AAC), H.264/MPEG-4 AVC Hi/Main/Baseline Profile (AAC)
  • Fotos: JPEG (Exif 2.2.1), TIFF, BMP, GIF, PNG

Steckplätze/Anschlüsse:

  • PlayStation-Vita-Kartensteckplatz
  • Speicherkarten-Steckplatz
  • SIM-Karten-Steckplatz (nur 3G-Modell)
  • Multifunktions-Anschluss (für USB-Datenkommunikation, Gleichstromeingang)
  • Audio (Stereo-Ausgang, Mono-Eingang), serielle Datenverbindung
  • Kopfhörerbuchse (Mini-Stereo-Klinke) für Audio (Stereo-Ausgang/Mono-Eingang)
  • Zubehöranschluss (Zur Zeit noch kein Zubehör in Deutschland zu kaufen)

Software[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Firmware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die offizielle Firmware der PS Vita basiert auf der sogenannten LiveArea Benutzeroberfläche und nicht auf der von PS3, PSP und PSX genutzten XrossMediaBar-Schnittstelle. LiveArea ist eine touchbasierte Benutzerschnittstelle die verschiedene Social-Network-Funktionen über das PlayStation Network umfasst. Der Webbrowser unterstützt das proprietäre Adobe Flash nicht. Stattdessen verfügt dieser über HTML5- und JavaScript-Funktionen und kann Cookies anlegen. Die Firmware kann von Sony aktualisiert werden, um Funktionen hinzuzufügen, zu verbessern oder zu entfernen. Eine der letzten großen Änderungen erfolgte mit der Version 1.8, als u. a. die Funktion zur Abspielung von PS1-Spielen hinzugefügt wurde.[28] Mit dem letzten größeren Firmware Release 2.00 wurde der PlayStation Vita das PlayStation-Plus-Angebot und diverse Kleinigkeiten hinzugefügt.[29]

Inhaltsmanager-Assistent[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Inhaltsmanager-Assistent (kurz CMA) ist eine Software, welche für Windows und Mac OS verfügbar ist. Sie erlaubt es, Videos, Bilder, Musik, Spiele und Speicherstände von einer PS Vita auf einen PC zu kopieren und umgekehrt. Für das Kopieren muss zwingend eine Internetverbindung bestehen. Dadurch wird u. a. die Version der PS-Vita-Firmware überprüft und gegebenenfalls eine Meldung zum Aktualisieren eingeblendet. Auch auf der PS Vita muss die entsprechende Software gestartet werden. Für das Kopieren mit der PS3 ist auf Seiten dessen keine spezielle Software nötig. Allerdings lässt sich die PS3 in dieser Zeit nicht bedienen. Falls die gewünschte Datei zum Kopieren nicht mit der PS Vita kompatibel ist, so wird der Kopiervorgang abgebrochen. Ab Version 2.0 ist es zusätzlich möglich, die Verbindung zu einem Computer über WLAN herzustellen und somit seine Daten drahtlos zu übertragen.

Open CMA[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Open Content Manager Assistant ist ein inoffizieller Patch des Inhaltsmanager-Assistent für das Windows-Betriebssystem. Er erlaubt das Kopieren von Dateien ohne eine bestehende Internetverbindung. Jedoch ist es nicht möglich, inkompatible Medien zu kopieren.

Spiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die PS-Vita-Spiele sind im Handel auf NVG-Karten oder wahlweise auch zum größten Teil über den PlayStation Store in Form eines Downloads erhältlich. Ob ein Spiel auch im PlayStation Store erscheint, liegt in der Entscheidung der Entwickler. Umgekehrt ist es aber auch möglich, dass PS-Vita-Spiele nur im PlayStation Store veröffentlicht werden, wie der Titel Escape Plan.

Zum Verkaufsstart der Playstation Vita standen je nach Region bis zu 25 Spiele bereit:

Titel Japan[30] Nordamerika[31] Deutschland[32][33][34]
@field Ja Nein Nein
Army Corps of Hell Ja Ja Ja
Asphalt Injection Nein Ja Ja
Ben 10: Galactic Racing Nein Ja Nein
BlazBlue: Continuum Shift Extend Ja Ja Ja
Disgaea 3 Return Ja Nein Nein
Dream C Club Zero Portable Ja Nein Nein
Dungeon Hunter Alliance / Dark Quest Ja Ja Ja
Dynasty Warriors Next Ja Ja Nein
Everybody’s Golf / Hot Shots Golf: World Invitational Ja Ja Ja
Escape Plan (Download) Nein Ja Ja
F1 2011 Ja Ja Ja
FIFA Soccer / FIFA Football Nein Ja Ja
Fis Oh Ja Nein Nein
Gravity Rush Nein Nein Ja
Hustle Kings (Download) Nein Ja Ja
Little Deviants Ja Ja Ja
Lord of Apocalypse Ja Nein Nein
Lumines Electronic Symphony Nein Ja Ja
Michael Jackson: The Experience Ja Ja Ja
ModNation Racers: Road Trip Nein Ja Ja
Monster Radar Ja Nein Nein
MotorStorm RC Nein Nein Ja
Plants vs. Zombies (Download) Nein Ja Nein
Rayman Origins Nein Ja Ja
Reality Fighters Nein Nein Ja
Ridge Racer Ja Nein Ja
Shinobido 2: Revenge of Zen Ja Ja Nein
Super Stardust Delta (Download) Nein Ja Ja
Tales from Space: Mutant Blobs Attack (Download) Nein Ja Nein
Top Darts Nein Nein Ja
Touch My Katamari Ja Ja Ja
Ultimate Marvel Vs. Capcom 3 Ja Ja Nein
Uncharted: Golden Abyss Ja Ja Ja
Unit 13 Nein Nein Ja
Virtua Tennis 4: World Tour Edition Ja Ja Ja
WipEout 2048 Nein Ja Ja
Yūsha no Kiroku Ja Nein Nein

Apps[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Sony teilt ihre Apps in vier Kategorien ein: Social-Apps, Gaming-Apps, Medien-Apps und Apps zum Erkunden von PS Vita.

PlayStation-Portable-Emulator[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

PlayStation-Portable-Spiele (PSP) lassen sich auf der PS Vita mit dem eingebauten PSP-Emulator abspielen. Dabei lassen sich durch längeres Drücken der Home-Taste oder längeres Berühren des Touchscreens einige Optionen betreffend der Einbindung des zweiten Analogsticks und der Darstellung verändern. Nicht alle PSP-Spiele werden derzeit vom Emulator unterstützt. Um ein Spiel abzuspielen, muss es vorher im PSN heruntergeladen werden. Universal Media Discs lassen sich nicht konvertieren. In Japan ist es mit dem UMD-Passport-Programm zwar möglich,[35] jedoch wird Sony dies nicht nach Europa und Amerika bringen. Als Grund wurde das geringe Interesse und die niedrigen Kosten der PSP-Spiele im PSN Store angegeben.[36]

Hacking[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Anfangs liefen alle inoffiziellen Modifikationen über den internen PSP-Emulator der PS Vita. Dabei wurde immer ein Bug in einem PSP-Spiel oder einem PlayStation-Mini-Titel ausgenutzt, ein so genannter Exploit. Dafür mussten die Benutzer nur einen modifizierten Speicherstand auf ihre PS Vita übertragen. Man bezeichnet diese Modifikationen als Vita Half Byte Loader (VHBL). Mit diesen ist es jedoch nur möglich für diesen Hack veröffentlichte oder modifizierte Programme, so genannte Homebrews abzuspielen. Die ersten so veröffentlichten Hacks waren mit den Spielen Motorstorm Arctic Edge, Everybodys Tennis, Super Collapse 3, Monster Hunter Freedom Unite, Monster Hunter Freedom 2 und Monster Hunter Freedom 3rd möglich. Während Sony die ersten drei Spiele für etwa einen Monat aus dem Store entfernte, um einen Patch zu veröffentlichen, entschied man sich bei Monster Hunter Freedom dafür, ein Update für die Firmware der PS Vita zu veröffentlichen.

Am 1. Oktober 2012 wurde eine frühe Version einer Custom Emulator Firmware (CEF) des Entwicklers Coldbird veröffentlicht. Der Veröffentlicher, ein Beta-User, war der Meinung, dass alle an der CEF teilhaben sollte. Dagegen stellte sich aber Coldbird und sein Kollege The Z. Coldbird verließ daraufhin die Szene. Als Grund gab er an, dass er sich vor der Polizei schützen müsse.[37] Zwei Tage später veröffentlichte der Entwickler Total_Noob ebenfalls eine CEF. Dadurch konnte mit Hilfe des PSP-Emulators eine richtige PSP-Firmware abgespielt werden, mit der es auch möglich war, PSP-Spiele kostenfrei auf der PS Vita zu spielen. Dies war durch ein Exploit im Spiel Urbanix möglich.[38] Sony reagierte schnell und entfernte das Spiel schon nach wenigen Stunden.[39] Der Entwickler Total_Noob kündigte kurz darauf eine neue Version an, welche mit einem anderen Spiel möglich sein sollte. Da der Entwickler einigen Personen das Spiel bereits vorher mitgeteilt hat, ist der Name auch dieses Mal wieder vor dem offiziellen Release am 9. Oktober 2012 bekannt geworden. So wurde das betreffende Spiel von Sony schon vor dem 9. Oktober aus dem europäischen Store entfernt und gepatcht. Im amerikanischen Store hingegen war es noch einige Stunden nach dem offiziellen Release der CEF verfügbar.

Mit der Firmware 2.02 wurde ein neuer Exploit-Titel namens Uno veröffentlicht, mit dem es möglich war, den CEF von Total_Noob zu nutzen. Wenige Stunden danach wurde Uno aus dem Store entfernt. Coldbird, der aus der Szene eigentlich aussteigen wollte, veröffentlichte seine 6.60 ARK CEF für den PSP-Emulator. Im Oktober 2012 veröffentlichte auch Total_Noob seine letzte CEF die 6.60 TN-V mit dem XMB-Menü.[40] Inzwischen sind auch Versionen der CEF für die Spiele Monster Hunter (alle Versionen) erschienen.[41]

Im Jahr 2016 wurde mit Henkaku der erste Exploit veröffentlicht, welche Nativ auf der Firmware 3.60 läuft. Er nutzt einen Fehler im Webbrowser als Entrypoint aus und erreicht dann mit einer Aneinanderkettung von Exploits Codeausführung im Kernel. Im Jahr 2017 wurde mit Henkaku Enso ein Exploit im Bootloader veröffentlicht, welcher es erlaubt, auf Konsolen bis zur Firmware 3.65 Henkaku während des Bootvorgangs der Konsole zu laden. Im Juni 2018 erschien dann mit H-Encore ein Exploit welcher bis zur Firmware 3.68 das Aufspielen von Homebrew erlaubt. Im Frühjahr 2019 erschienen dann mit Modoru ein Tool zum Downgraden der Konsole und mit Trinity ein Exploit, welcher den PSP Emulator als Entrypoint nutzt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 17. Dezember startete Sony in Japan den Verkauf der neuen Handheld-Konsole in Japan,[42] in Nordamerika und Europa kam das System am 22. Februar 2012 auf den Markt.[43] Im Test des deutschen Konsolenmagazins GamePro wurden die technischen Fähigkeiten der Konsole ausdrücklich hervorgehoben, jedoch schon damals die Erfolgsaussichten im Vergleich zum Mobile Gaming auf Smartphones diskutiert.[44] Im Mai 2012 gab Sony bekannt, dass man an die 10 Millionen Geräte des Vita-Handheld-Systems zum Ende des Fiskaljahres Ende März 2013 verkaufen möchte, abgesetzt werden konnten jedoch nur ca. 4,5 Millionen Geräte. Als eine Problemursache galt unter Analysten das Fehlen prestigeträchtiger Spiele für die Plattform.[45][46] Seit 2013 gab Sony keine offiziellen Verkaufszahlen mehr bekannt.[47]

Im September 2015 erklärte Shuhei Yoshida im Rahmen der Spielemesse EGX die Wahrscheinlichkeit für einen Nachfolger der Vita für gering. Im Konkurrenzumfeld mit zum Teil kostenlosen Smartphone-Spielen sei kein Platz mehr für eine Handheld-Konsole wie der Vita. Zu diesem Zeitpunkt verkaufte sich das Gerät im Wesentlichen nur noch auf dem japanischen Heimatmarkt, während es auf im amerikanischen und europäischen Sektor keine Rolle mehr spielte.[48] Im Oktober 2015 äußerte der Sony-Manager Masayasu Ito in einem Interview, dass die hauseigenen Entwicklerstudios keine weiteren Spiele für die Konsole in Arbeit hätten und die künftigen Neuveröffentlichungen von unabhängigen Drittentwicklern stammen. Im gleichen Zusammenhang gab er an, dass die Vita in den Anfangsjahren in den Zielgruppe unter 20 Jahren nicht die erwartete Zustimmung erhalten hatte. Vor allem mit der Veröffentlichung von Minecraft habe sich dies verbessert.[49]

Ab 2016 war der Wandel von einer klassischen Handheld-Konsole mit physischen Datenträgern zu einer hauptsächlich auf Online-Vertrieb ausgerichteten Plattform spürbar. Problematisch in diesem Zusammenhang wurden die geringe Kapazität und Angebot der proprietären Memory Cards. Auf dem westlichen Markt waren Sonys Speicherkarten mit 64 GB hauptsächlich als asiatische Importwaren erhältlich und blieben damit Mangelware.[50] Trotz des erfolgreichen Starts der sowohl stationären, als auch mobilen Hybridkonsole Nintendo Switch erklärten die Sony-Manager Jack Ryan und Shawn Layden in einem Interview 2017, dass das Interesse an einem Vita-Nachfolger aus Konzernsicht zu gering sei und die Vita von Anfang an nicht die kritische Masse an Käufern gefunden habe, um der Plattform zu einem großen Erfolg zu verhelfen.[51]

2018 stellte Sony die Produktion von Spielen auf Datenträgern ein. Zu diesem Zeitpunkt galt die Konsole hauptsächlich noch als Geheimtipp für japanische Rollenspiele und Nischentitel sowie Indie-Games.[52] Anfang März 2019 wurde schließlich bekannt gegeben, dass Sony die Auslieferung und Produktion der PS Vita einstellt.[53] Im Zeitraum von der Erstveröffentlichung Ende 2011 in Japan bis zum Produktionsstopp im November 2019 konnten insgesamt schätzungsweise 16,21 Millionen Vita-Einheiten abgesetzt werden. Im Vergleich dazu konnte die Vorgängerkonsole PSP noch 82 Millionen Stück absetzen, das unmittelbare Konkurrenzssystem Nintendo 3DS kam zu diesem Zeitpunkt auf 72 Millionen verkaufte Exemplare.[47][5]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: PlayStation Vita – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. TGS: PS Vita Release-Datum für Japan bekannt play3.de, 14. September 2011, abgerufen am 14. September 2011
  2. Get Ready: PS Vita is Coming February 22nd. blog.us.playstation.com, 18. Oktober 2011, abgerufen am 21. Oktober 2011
  3. PlayStation Vita: Sony enthüllt deutschen Releasetermin. play3.de, 19. Oktober 2011, abgerufen am 19. Oktober 2011
  4. a b Pressemitteilung und technische Daten (Memento vom 29. Oktober 2011 im Internet Archive) (abgerufen 27. Januar 2011).
  5. a b Platform Totals. VGChartz. Abgerufen am 6. November 2019.
  6. PlayStation Vita vgchartz.com, abgerufen am 12. August 2018
  7. Allgemeine Fragen zu PlayStation Vita. playstation.com. Archiviert vom Original am 14. Juli 2012. Abgerufen am 24. April 2016.
  8. Tech Interview: WipEout 2048 eurogamer.com, 31. März 2012, abgerufen am 1. April 2012
  9. Vodafone: Kooperation mit Sony in Deutschland
  10. PSVita: Informationen zum Speichermedium der Spiele, planetvita.de (20. August 2011, abgerufen am 12. Dezember 2012).
  11. PS Vita: Speicherkarten werden mit einem Spiel ausgeliefert. playm.de. 8. Dezember 2012. Abgerufen am 24. April 2016.
  12. Patrick Toschka: Play Station Vita vs. PS Vita Slim: Die Unterschiede. In: chip.de. 31. August 2014, abgerufen am 10. Mai 2020.
  13. Samsung to Manufacture PS Vita SoC, anandtech.com, 29. Juli 2011 (englisch), aufgerufen am 20. Mai 2012.
  14. Was PS Vita und iPad 2 eint … nexgam.de (aufgerufen am 20. Mai 2012).
  15. a b c d e Sony Next Generation Portable GDC Panel, (Memento vom 29. Juni 2011 im Internet Archive) joystiq.com (englisch), abgerufen am 23. August 2011.
  16. Test PS Vita und Spiele, golem.de (abgerufen am 27. Februar 2012).
  17. PS Vita CPU clockspeed finally unearthed and it's slower than we all expected on n4g.com
  18. Sony underclocked PS Vita's CPU frequency to 444MHz on tweaktown.com by Derek Strickland (Oct 2, 2015)
  19. Vita Confirmed To Only Have CPU Frequency At 333 MHz by Oliver VanDervoort (October 1, 2015)
  20. PS Vita’s CPU frequency found to run at up to 444MHz, but it's a smart decision (Memento vom 5. Oktober 2016 im Internet Archive) on bitparade.co.uk by James (2015)
  21. a b Informationen zur PSP2-Hardware ps3center.net, 27. Januar 2011 (englisch), abgerufen am 27. Januar 2011.
  22. a b “PlayStation®Vita” Expands Its Entertainment Experience, sys-con.com, 16. August 2011 (englisch), abgerufen 17. August 2011.
  23. PlayStation Vita Secrets, edepot.com (englisch), abgerufen 20. Mai 2012.
  24. Display-Details, Pixeldichte der PSVita
  25. Offizielle PlayStation-Website
  26. videogameszone.de
  27. IGN.COM
  28. Firmware 1.80 mit Cross-Control und PS One Classics Abgerufen am 7. Oktober 2012.
  29. insidegames - Changelog Firmware 2.00
  30. PlayStation Vita - Release-Termin und Preis für Europa stehen fest. 19. Oktober 2011, abgerufen am 27. Mai 2020.
  31. PlayStation Vita Launch Line Up Announced for U.S. - IGN. Abgerufen am 27. Mai 2020 (englisch).
  32. PS Vita: Das kosten Spiele und Zubehör. Abgerufen am 27. Mai 2020 (deutsch).
  33. Gerd Hilber: Zehn PS-Vita-Starttitel im Test. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  34. Bernd Fetsch: Weitere Zehn PS-Vita-Starttitel im Test. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  35. UMD Passport im PSN Verfügbar !
  36. Sony äußert sich zum UMD Passport-Programm für Europa
  37. Vita CFW leaked, Coldbird leaves the scene
  38. Release: 6.60 TN-A CFE. Custom Firmware (PSP) for the PS Vita by Total_Noob
  39. Urbanix was removed from the EU Stores
  40. 6.60 TN-B inkl. neuem Exploit Spiel veröffentlicht
  41. Release: 6.60 TN-B for Monster Hunter (all regions)
  42. PS Vita - Jetzt in Japan erhältlich. 17. Dezember 2011, abgerufen am 27. Mai 2020.
  43. PS Vita launches February 22. In: GameSpot. Abgerufen am 27. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  44. PlayStation Vita im Praxistest. 17. Februar 2012, abgerufen am 27. Mai 2020.
  45. James Brightman: PlayStation Vita 10m sales guidance may include price cut. GamesIndustry.biz. 14. Mai 2012. Abgerufen am 24. April 2016.
  46. Global Weekly Video Game Chart, Week Ending 23rd Mar 2013. VGChartz. Abgerufen am 24. April 2016.
  47. a b Playstation Vita ist Geschichte – Rückblick auf die tolle Flop-Konsole. In: Bild Online. Abgerufen am 27. Mai 2020.
  48. Tom Phillips: Sony: climate "not healthy" for PlayStation Vita successor. In: Eurogamer. 26. September 2015, abgerufen am 27. Mai 2020 (englisch).
  49. Handheld: Sony produziert keine neuen Spiele für die PS Vita - Golem.de. Abgerufen am 27. Mai 2020 (deutsch).
  50. Sony: Die Playstation Vita wandelt sich zur Downloadkonsole - Golem.de. Abgerufen am 27. Mai 2020 (deutsch).
  51. Brian Crecente: Vita still sells well in Asia, but here’s why it failed everywhere else. 5. Juni 2017, abgerufen am 27. Mai 2020 (englisch).
  52. Sony Ends Production Of Physical Vita Games. Abgerufen am 27. Mai 2020 (amerikanisches Englisch).
  53. Owen S. Good: RIP PS Vita: Sony officially ends production. 2. März 2019, abgerufen am 27. Mai 2020 (englisch).