Wiedergabeliste

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Eine Wiedergabeliste oder Playlist (von engl.: "playlist") ist eine Liste von Audio- bzw. Videodateien in einer festgelegten Abspielreihenfolge. Wiedergabelisten bezeichnen heute vorwiegend die Zusammenstellung von digitalen Musikstücken (siehe auch MP3), die auf Computern abgespielt werden.

Im Unterschied zu Containerformaten enthalten Wiedergabelisten nur Adressen von Inhalten, deren Wiedergabe sie steuern. Containerformate kapseln diese Inhalte selbst innerhalb eines Streams oder einer Datei.

Wiedergabelisten werden bei Streaming-Diensten wie Icecast oder Microsofts ASX dazu verwendet, die Verfügbarkeit zu erhöhen, Last aufzuteilen oder personalisierte Streams zuzuweisen. Apples HTTP Live Streaming Protokoll (HLS)[1] nutzt M3U-Wiedergabelisten um die Videoausgabe zu segmentieren.

Hörfunk[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ursprünglich wurde der Begriff im Radio verwendet und bezeichnet dort die Auflistung genau bestimmter Musikstücke, die während einer Sendung gespielt werden. Heute wird in vielen kommerziellen Radio- und Musik-TV-Sendern ein „Rotationsprinzip“ eingesetzt. Die Wiedergabelisten werden dabei automatisch aus einem „Pool“ an vorgegebenen Musikstücken mittels Zufallsgenerator ausgewählt. Dieser Pool wird von einer Musikredaktion gepflegt, die festlegt, welcher Titel wie oft im Programm auftaucht, und die einzelnen Titeleinträge eventuell noch mit weiteren Meta-Informationen versehen, um beispielsweise zu verhindern, dass Titel derselben Interpreten in unterschiedlichen Musikprojekten aufeinander folgend gespielt werden (zum Beispiel sollte nach einem Titel von Phil Collins kein Titel von Genesis gespielt werden).

Wiedergabelisten orientieren sich am Programmformat eines Senders und berücksichtigen nur diejenigen Musikstücke, die zum Format passen, d.h. ein Oldie-Sender nimmt nur „Oldies“ auf. Die Listen werden üblicherweise wöchentlich revidiert. Sie beinhalten 8 bis 25 „A-Songs“, die wegen ihrer Popularität bevorzugt werden (siehe Airplay), und die übrigen, die meist nur einmal gespielt werden.[2] Sie dienen somit zur Ausführung des Senderformats und als Grundlage für die Abrechnung mit der zuständigen Musikverwertungsgesellschaft (z. B. GEMA). Auch in Musikfernsehsendern werden derartige Wiedergabelisten verwendet.

Musiksoftware[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Alle gängigen Abspielprogramme ("Audioplayer"), wie Winamp für Microsoft Windows oder Amarok für Linux, unterstützen Wiedergabelisten. Dort wird die Reihenfolge festgelegt, in der bestimmte Titel abgespielt werden sollen. Die Wiedergabelisten können hierbei auch abgespeichert werden. Gängig sind die Dateiformate M3U und PLS. Daneben gibt es beispielsweise noch das weniger verbreitete XSPF, welches auf XML basiert und auch einige Metadaten speichern kann. Microsoft bietet mit ASX ein SMIL-ähnliches Format an, das meist als "Streaming-Playlist" eingesetzt wird. Bei Podcasts wird RSS als Wiedergabeliste für Audioinhalte genutzt.

Neben den statischen Wiedergabelisten gibt es dynamische Wiedergabelisten (z. B. "Smart Playlists" in iTunes), welche nach festgelegten Kriterien zum Zeitpunkt des Aufrufs automatisch Musikstücke aus einer vorgegebenen Sammlung auswählen. Das manuelle Hinzufügen einzelner Stücke entfällt damit. Eine Beispielliste könnte wie folgt definiert sein: „Zeige aus denjenigen Musikstücke, die ich mit fünf Sternen bewertet habe, die 50 am längsten nicht mehr gehörten“. Dies wird auch als „intelligente Wiedergabeliste“ bezeichnet. Ist eine automatische Aktualisierung aktiv, so verschwindet in diesem Beispiel ein abgespieltes Musikstück automatisch aus der Liste (da er das Kriterium „am längsten nicht gespielt“ danach nicht mehr erfüllt), und ein anderes rutscht nach, so dass die Liste zu jedem Zeitpunkt die 50 aktuell am längsten nicht gespielten Fünf-Sterne-Musikstücke enthält.

Quellen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Apple-Streaming
  2. John Shepherd (Hrsg.), Continuum Encyclopedia of Popular Music of the World, 2003, S. 449