Plazenta (Botanik)

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a Parietale (Querschnitt)
b Zentralwinkelständige (Querschnitt)
c zentrale Plazentation (Längsschnitt)

Die Plazenta ist bei den Bedecktsamigen Pflanzen die Stelle, an der die Samenanlage mit ihrem Stiel (Funiculus) am Fruchtblatt angewachsen ist. Die Lage der Plazenta im Fruchtknoten bzw. im Fruchtblatt ist für systematische Unterscheidungen von Pflanzen sehr wichtig.

Tomate längs und quer aufgeschnitten. Die Plazenta hebt sich hellrosa hervor.

Die Anordnung der Samenanlagen am Fruchtblatt bzw. im Fruchtknoten nennt man Plazentation. Die Samenanlagen stehen stets an der adaxialen Seite des Fruchtblattes. Bei ursprünglichen Arten ist die Ansatzstelle nicht oder kaum vom Rest des Fruchtblattes unterschieden, die Plazenta ist dann schlicht eine Stelle. Bei den meisten Arten ist die Ansatzstelle jedoch ein erhobenes Polster oder eine Längsrippe, oder eine komplexe Gewebe-Struktur, die mit den Samenanlagen den ganzen Fruchtknoten ausfüllen kann.

In freien Fruchtblättern[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In freien, nicht verwachsenen Fruchtblättern gibt es zwei Arten der Plazentation:

  • laminale Plazentation: hier sitzen die Samenanlagen auf der gesamten Innenfläche des Fruchtblattes. Die laminale Plazentation wird als ein ursprüngliches Merkmal angesehen und kommt bei Butomus, Hydrocharis und Nymphaea vor.
  • marginale Plazentation: hier sitzen die Samenanlagen in Reihen am Rand des Fruchtblattes, nahe der Nahtstelle der Fruchtblattränder. Da die Samenanlagen nie ganz am Rand stehen, ist ihre Stellung eigentlich submarginal, die Bezeichnung marginal ist jedoch weit verbreitet. Bei den Vertretern der Degeneriaceae und Winteraceae gibt es Übergangsformen von laminalar zur marginalen Plazentation.
  • basal: Bei Arten mit reduzierter Samenanlagenzahl steht die einzelne Samenanlage häufig am unteren Ende des Fruchtblatts und entspringt dabei scheinbar der Achse, in Wirklichkeit jedoch dem Fruchtblatt. Beispiele sind Anemone oder Potentilla.
  • Eine einzelne Samenanlage kann selten auch am oberen Ende des Fruchtblattes oder in der Mitte ansetzen. Für diese Lagen gibt es keine allgemein gebräuchlichen Bezeichnungen.

In Fruchtknoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Auch bei verwachsenen (coenokarpen) Fruchtblättern gibt es laminale Plazentation.
  • Zentralwinkelständige Plazentation entsteht, wenn mehrere Fruchtblätter mit marginaler Plazentation verwachsen sind. Die Samenanlagen stehen dann in der Mitte des Fruchtknotens. Sie wird als eine ursprüngliche Form der Plazentation angesehen und ist weit verbreitet.
  • Parietale Plazentation gibt es bei Fruchtknoten, die keine Septen (Zwischenwände) besitzen, es daher nur eine große Höhlung gibt (parakarper Fruchtknoten). Die Ränder der Fruchtblätter mit den Plazenten reichen mehr oder weniger weit in diese Höhlung hinein. Die Form kommt etwa bei den Kürbisgewächsen vor.
  • Zentrale Plazentation kommt ebenfalls im einfächrigen Fruchtknoten vor. Hier befinden sich die Plazenten an einer Mittelsäule, die von unten in den Fruchtknoten ragt. Sie kommt im Wesentlichen bei zwei Sippen vor, wo sie jedoch unterschiedlich entsteht: bei den Primelgewächsen entsteht die Mittelsäule unabhängig von den Fruchtblättern aus dem Zentrum des Blütenscheitels. Bei den Nelkengewächsen sind in jungen Fruchtknoten noch die Septen wie bei der zentralwinkelständigen Plazentation vorhanden, lösen sich jedoch im Laufe des Wachstums auf, sodass im reifen Fruchtknoten von den Septen lediglich die Mittelsäule übrig ist.
  • Auch hier gibt es basale Plazentation, etwa bei den Polygonaceae.

Belege[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Arthur J. Eames: Morphology of the Angiosperms. McGraw Hill, New York 1961, S. 204–216, 234-239.
  • Peter Leins: Blüte und Frucht. Morphologie, Entwicklungsgeschichte, Phylogenie, Funktion, Ökologie. E. Schweizerbart'sche Verlagsbuchhandlung, Stuttgart 2000, S. 92f. ISBN 3-510-65194-4