Pleichach

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Pleichach
Mündung der Pleichach in den Main

Mündung der Pleichach in den Main

Daten
Gewässerkennzahl DE: 2436
Lage Bayern, Deutschland
Flusssystem Rhein
Abfluss über Main → Rhein → Nordsee
Quelle nördlich von Erbshausen-Sulzwiesen (Ortsteil von Hausen)
49° 55′ 17″ N, 10° 0′ 30″ O
Quellhöhe 330 m ü. NN
Mündung bei Würzburg in den MainKoordinaten: 49° 47′ 58″ N, 9° 55′ 23″ O
49° 47′ 58″ N, 9° 55′ 23″ O
Mündungshöhe 167 m ü. NN
Höhenunterschied 163 m
Sohlgefälle 4,8 ‰
Länge 33,8 km[1]
Einzugsgebiet 128,46 km²[1]
Abfluss[2][3] NNQ
MNQ
MQ
MHQ
HHQ (23.06.1992)
13 l/s
127 l/s
374 l/s
10,8 m³/s
51,2 m³/s

Die Pleichach ist ein Fließgewässer der II. Ordnung mit einer Länge von knapp 34 km.

Name[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pleichach bedeutet wahrscheinlich „weißes Wasser“, denn in der Bezeichnung ist das germanische Grundwort aha, Bedeutung „Wasser“, sowie pleih < bleih (→ bleich ≈ blass) althochdeutsch „weiß“ enthalten.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Verlauf[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pleichach fließt durch Versbach und mündet als rechter Nebenfluss in Würzburg in den Main.

Zuflüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Riederngraben (rechts)
  • Bergtheimer Bach (rechts)
  • Alter Seebach (links)
  • Triebgraben (links)
  • Grumbach (rechts)
  • Erleinsbach (rechts)
  • Kürnach (links)

Kanalisierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pleichach "verschwindet" unter dem Hbf Würzburg

Die Pleichach ist im Stadtgebiet von Würzburg überdeckt, überbaut bzw. verrohrt, und zwar in den Flusskilometerbereichen

- Fl-km 0,000 bis Fl-km 1,111

- Fl-km 1,131 bis Fl-km 1,365

- Fl-km 2,022 bis Fl-km 2,200

- Fl-km 2,367 bis Fl-km 2,518

- Fl-km 3,970 bis Fl-km 4.195

- Fl-km 6,055 bis Fl-km 6.485 [4]

Mühlen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

An der Pleichach wurden mehrere Mühlen betrieben: die Klostermühle in Maidbronn, die Veitsmühle, die Schlossmühle und die Grundmühle in Rimpar, die Schäfersmühle (Maimühle) sowie die Herrenmühle, die Freundsmühle (die bis in die 1970er Jahre Strom erzeugte), der Mühlenhof Daxbaude, die Straubmühle, die Neumühle und die Lindleinsmühle. Die Lindleinsmühle wurde im Zweiten Weltkrieg beim Luftangriff am 16. März 1945 auf Würzburg durch Bomber der Alliierten zerstört.

Natur und Umwelt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Renaturierung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pleichach wurde im Bereich des Fluss-km 17,5 bis 17,0 im Oktober 2004 durch das Wasserwirtschaftsamt Würzburg nach ökologischen Gesichtspunkten umgebaut. Damit wurde die im Jahre 2002 begonnene Renaturierung zwischen Fluss-km 18,1 und 17,5 fortgesetzt.

Der ursprünglich geradlinige und monotone Verlauf wurde durch Verzweigungen und wechselnde Sohlaufweitungen sowie durch flachere Böschungsneigungen und kleinere Sohlschwellen strukturreicher gestaltet und vermindert damit die Fließgeschwindigkeit bei Hochwasser.

Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Pleichach kommen Bachforelle, Bachschmerle, Gründling, Hasel, Rotauge, Rutte und Dreistachliger Stichling vor.[5]

Sonstiges[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zwei-Bäche-Radtour[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die 24 Kilometer lange Zwei-Bäche-Radtour – gekennzeichnet durch zwei Fische auf einem Fahrrad – führt über befestigte und ausgeschilderte Wege entlang der Bäche Kürnach und Pleichach.[6]

Die Pleichach als Namensgeber[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Innere Pleich und die Äußere Pleich sind Namen von Stadtteilen der Altstadt von Würzburg.

Die Würzburger Pfarrkirche St. Gertraud im Stadtteil „Pleich“ (ehemals der Stadtbezirk Pleich) firmiert unter „Pfarrkirche zu Pleichach (St. Gertraud)“

Nach der Pleichach ist eine Autobahnbrücke (Talbrücke Pleichach) auf der A7 benannt.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Verzeichnis der Bach- und Flussgebiete in Bayern – Flussgebiet Main, Seite 82 des Bayerischen Landesamtes für Umwelt, Stand 2012 (PDF; 3,3 MB)
  2. Statistik Würzburg / Pleichach, Bayerischer Hochwassernachrichtendienst (Stand: 3. März 2017)
  3. Stammdaten Würzburg / Pleichach, Bayerischer Hochwassernachrichtendienst
  4. Gewässer zweiter Ordnung Bezirk Unterfranken (toter Link)
  5. Fischereiverband Unterfranken: Pleichach (toter Link)
  6. Unterpleichfeld.de: Bachrundweg zwischen Kürnach und Pleichach. Online auf www.unterpleichfeld.de. Abgerufen am 30. Oktober 2017.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Pleichach und Kürnach und ihre Mühlen im Stadtbereich, Franz Seberich, 1955

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pleichach (Unterfranken) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien