Pleiser Hügelland

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Pleiser Hügelland
Systematik nach Handbuch der naturräumlichen Gliederung Deutschlands
Großregion 1. Ordnung Mittelgebirgsschwelle
Großregion 2. Ordnung Rheinisches Schiefergebirge
Haupteinheitengruppe 29 →
Mittelrheingebiet
Region 4. Ordnung
(Haupteinheit)
292 →
Unteres Mittelrheingebiet
Naturraum 292.3
Pleiser Hügelland
Geographische Lage
Koordinaten 50° 42′ 36″ N, 7° 16′ 40″ OKoordinaten: 50° 42′ 36″ N, 7° 16′ 40″ O
Pleiser Hügelland (Nordrhein-Westfalen)
Pleiser Hügelland
Lage Pleiser Hügelland
Kreis Rhein-Sieg-Kreis, Bonn
Bundesland Nordrhein-Westfalen
Staat Deutschland

Das Pleiser Hügelland, landläufig noch bekannter unter dem Namen Pleiser Ländchen, ist eine bis gut 235 m hohe Hügellandschaft im südlichen Nordrhein-Westfalen im Rhein-Sieg-Kreis und im Osten der Stadt Bonn, die das bis 461 m hohe Siebengebirge nach Norden und Osten und den in unmittelbarer Nachbarschaft um 300 m erreichenden Niederwesterwald nach Nordwesten abdacht. Nach Norden stößt es ans Tal der Sieg, die den Nordwesten einnehmende Teillandschaft Ennert stößt nach Nordwesten an das des Rheins.

Das Pleiser Ländchen wird, vom Ennert abgesehen, überwiegend ackerbaulich genutzt.

Naturräumliche Einordnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Naturräumlich gehört das Pleiser Hügelland – wie auch das sich westlich anschließende Siebengebirge (292.4) – zur Haupteinheit Unteres Mittelrheingebiet (292), dessen äußersten Nordosten es einnimmt, und trägt die Kennziffer 292.5. Das sich nordwestlich anschließende Tal des Rheins und das sich im westlichen Norden anschließende Tal der Sieg bis unmittelbar oberhalb Hennefs sind demgegenüber bereits Teillandschaften der Kölner Bucht (Haupteinheit 551), das Mittlere Siegtal (330.1) oberhalb Hennefs ist Teil des Mittelsieg-Berglandes (Haupteinheit 330) und die sich nach Südosten anschließende Asbacher Hochfläche (324.80) Teil des Niederwesterwaldes (324).

Pleiser Hügelland, im Vordergrund Oberpleis, im Hintergrund das Siebengebirge

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das durch die tief eingesenkten, nach Nordwesten weisenden Kastentäler von Hanf- und Pleisbach und deren Nebenbächen geprägte Pleiser Hügelland ist mit Löss, Lösslehm und Tuffen bedeckt. Daneben spielen Terrassenschotter und tertiäre Sande und Tone eine gewisse Rolle. Unterbrochen wird diese Struktur durch gelegentliche Basalt-Durchbrüche.[1][2]

Orte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Pleiser Ländchen nimmt in seinem äußersten Nordwesten Teile des Ostens von Bonn-Beuel ein, sowohl den bewaldeten Ennert als auch die Ortsteile Hoholz, Holtorf (mit Oberholtorf, Niederholtorf und Ungarten) und Holzlar (mit Kohlkaul, Roleber, Gielgen und Heidebergen).

Den überwiegenden Teil der Landschaft nimmt jedoch der Rhein-Sieg-Kreis ein mit dem Nordosten der Gemarkung Königswinters im Südwesten und dem Südwesten der Gemarkung Hennefs im Nordosten. Ferner liegen im Nordwesten kleinere Teile des Südostens der Gemarkung von Sankt Augustin.

Etwas dichter besiedelt ist innerhalb des Hügellandes neben der Nahtstelle zum Siegtal im Norden vor allem der Süden mit den Orten Thomasberg, dem sich südöstlich (hinter dem Ölberg) anschließenden Ittenbach – beide an der Nahtstelle zum Siebengebirge – sowie Oberpleis, das jenseits der A3 sich diesen beiden Orten nordöstlich anschließt. Alle genannten drei Orte gehören zu Königswinter.[3]

Naturparks und Naturschutzgebiete[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Westen des Pleiser Ländchens gehört zum Naturpark Siebengebirge, der Osten zum Naturpark Bergisches Land. Lediglich der südlich des Zentrums gelegene Königswinterer Ortsteil Oberpleis gehört keinem Naturpark an.

Der bewaldete Westhang des Ennert gehört zum Naturschutzgebiet Siebengebirge (Teilgebiet Ennert), im Nordosten ist das Tal des Adscheider Baches Teil des NSG Ahrenbachtal und Adscheider Tal, welches bis in den Norden der Asbacher Hochfläche reicht.

Ein kleineres Naturschutzgebiet im naturparkfreien Land bei Oberpleis stellt das NSG Eisbachtal mit Nebensiefen dar, in Süden und Westen gehören außerdem Randbereiche des Hügellandes zum Kern-NSG Siebengebirge.[3]

Berge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den bekannteren Erhebungen des Pleiser Hügellandes gehören:

Flüsse[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die wichtigsten und gleichzeitig einzigen nennenswerten Fließgewässer des Pleiser Hügellandes sind der Pleisbach und der Hanfbach, die beide nach Nord(nord)westen der Sieg zufließen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Müller-Miny: Das Mittelrheingebiet und seine naturräumliche Gliederung. In: Bundesanstalt für Landeskunde (Hrsg.): Berichte zur Deutschen Landeskunde. 21. Band, 2. Heft (September 1958), Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde, Remagen 1958, S. 193–233 (hier: S. 230–232). [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]
  • Institut für Landeskunde (Hrsg.); Heinrich Müller-Miny (Bearb.): Geographisch-landeskundliche Erläuterungen zur Topographischen Karte 1:50000. 1. Lieferung, Selbstverlag der Bundesanstalt für Landeskunde und Raumforschung, Bad Godesberg 1963, S. 29. [noch nicht für diesen Artikel ausgewertet]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. BfN- Landschaftssteckbrief 29203 Pleiser Hügelland und Siebengebirge
  2. Bundesforschungsanstalt für Landeskunde und Raumordnung (Hrsg.); Ewald Glässer (Bearb.): Die naturräumlichen Einheiten auf Blatt 122/123. Selbstverlag, Bonn-Bad Godesberg 1978, ISBN 3-87994-328-1, S. 20. (=Geographische Landesaufnahme 1:200.000. Naturräumliche Gliederung Deutschlands)
  3. a b Kartendienste des BfN