Pleometrose

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Bei der Pleometrose (auch: Pleometrosis) gründen mehrere Ameisenköniginnen oder Königinnen anderer sozialer Hautflügler (sehr selten auch Termiten) zusammen einen Staat. Dabei werden gemeinsam Eier gelegt und auch die Brut gemeinsam versorgt. Auch wenn eine pleometrotische Gründung bei einer Reihe von Arten bekannt ist, kommt sie in der Natur relativ selten vor.

Vorteile[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die erhöhte Eizahl startet die Kolonie mit mehr (und größeren) Arbeiterinnen, so dass Verluste weniger ins Gewicht fallen. Außerdem wird das Nest früher geöffnet, was eine frühere Nahrungsaufnahme bedeutet und die Königinnen verlieren weniger Gewicht.[1] Während bei polygynen Arten (wie Myrmica rubra) Pleometrose nur Vorteile für die entstehende Kolonie bringt, muss bei monogynen Arten die Monogynie erst hergestellt werden.

Problem bei monogynen Arten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den meisten Fällen fangen die Königinnen bei monogynen Arten spätestens kurz nach dem Schlupf der ersten Arbeiterinnen an sich zu bekämpfen. Bei wenigen Arten (z. B. Myrmecocystus mimicus) geht die Aggression nur von Seiten der Arbeiterinnen aus. Dieser Kampf kann auch für die überlebende Königin schwere Verletzungen oder gar den Tod bedeuten. Statt zu kämpfen, kann es passieren, dass sich die Königinnen mancher Arten (Lasius flavus, Camponotus ligniperda) in andere Nestbereiche flüchten, was zur Herstellung einer Olygynie führt. Dabei leben mehrere Königinnen in unterschiedlichen Nestbereichen und werden von den Arbeiterinnen akzeptiert.

Optimale Anzahl[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Es gibt jedoch ein Optimum in der Anzahl der gründenden Königinnen. So wurden unter anderem bei Myrmecocystus mimicus und Messor pergandei gezeigt, dass bei einer Gruppengröße von drei bis vier Königinnen die meisten Eier gelegt wurden und die Sterblichkeitsrate am geringsten war. Der Grund dafür ist noch nicht hinreichend geklärt, liegt aber vermutlich in erhöhter Gefahr von Krankheiten und darin, dass rivalisierende Königinnen die „gegnerischen“ Eier auffressen.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. S. W. Rissing, G. B. Pollock (1991): An experimental analysis of pleometrotic advantage in the desert seed-harvester ant Messor pergandei (Hymenoptera;Formicidae). Insectes Sociaux 38 (2): 205–211. doi:10.1007/BF01240970