Plettenberg (Adelsgeschlecht)

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Wappen derer von Plettenberg

Plettenberg ist der Name eines westfälischen Uradelsgeschlechtes. Der Name Plettenberg geht auf den Stammsitz am Fuße des Plattberges, am Zusammenfluss von Grüne und Oester in der heutigen Stadt Plettenberg im Sauerland zurück. Dieser Hof Plettonbrath wird bereits in einer zwischen 1063 und 1078 ausgestellten Urkunde der Abtei Werden erwähnt.[1] Die Familie unterstützte vom 12. bis zum 18. Jahrhundert den Erzbischof von Köln und stellte mehrfach den Marschall von Westfalen.

Die Anfänge[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste gesicherte urkundliche Erwähnung erfolgte 1187 mit der Nennung von „Heidolphus de Plettenbrath“ in einer Urkunde des Kölner Erzbischofs Philipp I. von Heinsberg.[2] Er gehörte zu den Gefolgsleuten des Erzbischofs, der 1180 auch Herzog von Westfalen geworden war. Heidolphus de Plettenbrath half dem Erzbischof, sein Territorium gegenüber den Nachbarn, insbesondere den Grafen von der Mark, abzusichern. Allerdings berichtet Johann Diederich von Steinen von einem „Gotscalcus v. Plettenbracht“, der 1179 gelebt hat, jedoch ohne weitere Quellenangabe.[3]

Hunold I. von Plettenberg (* um 1190) war von 1256 bis 1260 und 1267 Marschall von Westfalen. Heidenreich (Heydenricus) von Plettenberg war 1258 Drost der Grafen von Arnsberg und 1266 Marschall von Westfalen. Seine Brüder (oder Vettern) Otto und Rudolf von Plettenberg waren 1286 Stiftsherren der Abtei Essen. Johann I. von Plettenberg (* vor 1270; † nach 1314), Sohn Heidenreichs und dessen Frau Lucia, war von 1294 bis 1298 und von 1300 bis 1312 Marschall von Westfalen. Rabodo von Plettenberg war 1231 Hauptstifter des Dominikanerklosters Soest. Weitere Marschälle von Westfalen waren Hunold II. (1303) und Hermann (1352).

Die immer wiederkehrenden Namen Guntermann (Guntram), Hunold und Heidenreich, diese auch gleichzeitig in verschiedenen Linien, erschweren eine exakte genealogische Aufarbeitung sehr. Dies zeigen die Ausarbeitungen von u. a. Johann Diederich von Steinen, Max von Spießen, Albert K. Hömberg und Walter Stirnberg, die zum Teil zu abweichenden Zuordnungen kommen.

Die Familie teilte sich im Laufe der Zeit in zwei Stämme auf: Schwarzenberg (protestantisch) und Lenhausen-Stockum (katholisch, mit Ausnahme der Linie Stockum), beide jeweils mit verschiedenen Linien, von denen heute noch zwei existieren: Heeren und Lenhausen.

Stamm Schwarzenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gerhard von Plettenberg (um 1335), ein Sohn Hunolds I., wurde Drost des Grafen Engelbert III. von der Mark. Er ließ als solcher die Burg Schwarzenberg, die in einer Fehde mit dem Grafen Gottfried von Arnsberg Schaden gelitten hatte, ausbessern und verstärken. 1512 gelangte die Burg Schwarzenberg als Pfand in Besitz der Nachfahren Gerhards von Plettenberg. Nachdem sie 1661 in ihr Eigentum übergangen war, ließ Christoph von Plettenberg, Drost des Amtes Plettenberg, sie renovieren und im ehemaligen Zwingerbereich einen Barockgarten anlegen. 1671 wurde sein Sohn Jobst Henrich Eigentümer der Burg. Bis etwa 1830 wurde die Burg von Familienmitgliedern bewohnt, danach verfiel sie.

Linien Plettenberg-Heeren und Bodelschwingh-Plettenberg[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plettenberg-Heeren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jobst Henrich von Plettenberg-Heeren
  • Jobst Henrich von Plettenberg (* 1637; † 1719), Herr zum Schwarzenberg und Droste des Amtes Plettenberg, heiratete 1679 die Erbtochter des Hauses Heeren bei Kamen, Anna Sophia von Hüchtenbrock. Er wurde 1680 Generalerbe seiner Frau und gründete die Linie Plettenberg-Heeren. Jobst Henrich errichtete die Vorburg des Hauses Heeren und kaufte die im Kirchspiel Heeren liegenden Adelsgüter Haus Werve und Hahnengut und verband sie mit Haus Heeren zu einem Fideikommiss. Er war Inhaber des Patrimonialgerichts Heeren und des Kirchenpatronats Heeren. 1698 wurden Jobst Heinrich von Plettenberg und seine Nachfahren von Kaiser Leopold I. in den Reichsfreiherrenstand erhoben.
  • Ferdinand von Plettenberg (* 1683; † 1761) trat 1719 die Erbfolge in Heeren und Schwarzenberg an. Er war verheiratet mit Amalia Wilhelmina von Bodelschwingh zu Bodelschwingh. Sein Bruder Christoph Diedrich (kurfürstlich-brandenburgischer Kapitän), der auf Burg Schwarzenberg wohnte, kaufte 1726 das adlige Haus Hilbeck bei Werl. Als er im selben Jahr starb, fiel das Haus an seinen Bruder Ferdinand, der es in das Fideikommiss Heeren eingliederte. Sein ältester Sohn
  • Gisbert von Plettenberg-Heeren (* 1720; † 1766) erbte 1761 die Güter des Fideikommisses Heeren. Er war verheiratet mit der Erbtochter des Hauses Bodelschwingh, Gisbertine. Diese Ehe wurde 1762 annulliert. Gisbert heiratete in zweiter Ehe Sophia Charlotta von Quadt-Hüchtenbruck. Aus beiden Ehen gingen keine Kinder hervor, so dass sein im Militärdienst stehender Bruder Johann Adolph Friedrich seine Erbe wurde. Den Besitz an Schwarzenberg trat dieser an seinen Bruder Christoph Dietrich ab.
  • Johann Adolph Friedrich von Plettenberg-Heeren (* 1725; † 1787), wurde Herr auf Haus Heeren. Mit seiner ersten Frau, Sophie Elisabeth Wulff gen. von Lüdinghausen zu Füchten, hatte er einen Sohn, Carl Wilhelm Georg. Mit seiner zweiten Frau Henriette von Plettenberg vom benachbarten Haus Heyde bei Unna hatte er neun Kinder.
  • Carl Wilhelm Georg heiratete in das Haus Bodelschwingh ein (siehe unter Linie Bodelschwingh zu Bodelschwingh). Erbe in Heeren wurde sein Halbbruder
  • Friedrich Wilhelm Christopher von Plettenberg-Heeren (* 1769; † 1820) Er war mit Caroline von Bodelschwingh, einer Schwester der Christine (siehe unter Carl), verheiratet. Sie brachte als Brautschatz die Häuser Gut Oevinghausen, Mehrum und Löhnen mit in die Ehe. Nach ihrem Tod heiratete Friedrich Wilhelm 1818 Maria Sophia von Ascheberg aus dem Haus Venne. Das Erbe in Heeren übernahm 1820 sein erstgeborener Sohn
  • Friedrich Wilhelm (Fritz) von Plettenberg-Heeren (* 1796; † 1861). Er war verheiratet mit seiner Kusine Elise von Plettenberg-Bodelschwingh, einer Tochter seines Onkels Carl. Er trat zunächst in den Militärdienst ein, kämpfte in den Befreiungskriegen und studierte Jura in Heidelberg, Göttingen und Berlin. 1840 verlieh ihm König Friedrich Wilhelm IV. die Kammerherrenwürde. Als er 1861 starb, erlosch die männliche Linie der Familie von Plettenberg-Heeren. Er hinterließ die Erbtochter Bertha, die Adolf Eugen Ludwig von Bodelschwingh heiratete (siehe unter Bodelschwingh-Plettenberg zu Heeren).

Bodelschwingh-Plettenberg zu Bodelschwingh[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Carl Wilhelm Georg von Plettenberg-Heeren ab 1805 von Bodelschwingh-Plettenberg
  • Carl Wilhelm Georg von Plettenberg-Heeren (* 1765 in Heeren; † 1850 in Drais) war seit 1788 in erster Ehe mit Christine Anna Luise Freiin von Bodelschwingh, Erbtochter auf Bodelschwingh, verheiratet. Als Nichte des letzten Vogts von Elspe hatte sie zehn Jahre zuvor auch die Güter Bamenohl, Borghausen, Oevinghausen, Schwerte, Werl und Westhemmerde geerbt. Aus der Ehe gingen drei Söhne und vier Töchter hervor. Carl fügte mit preußischer Genehmigung ab 1805 seinem Namen und seinem Wappen das derer von Bodelschwingh hinzu und begründete damit die Linie der Freiherren von Bodelschwingh-Plettenberg zu Bodelschwingh. Er war Erbmarschall der Grafschaft Mark, Großkomtur der Deutschordensballei Utrecht und Großmeister des Freimaurerordens. Nach dem Tod seiner Frau Christine heiratete er 1834 in zweiter Ehe die Tochter seines Halbbruders Adolf, Bertha Freiin von Plettenberg. Aus dieser Ehe ging die Tochter Marie hervor. Sein Erbe war
  • Carl Gisbert Wilhelm von Bodelschwingh-Plettenberg (* 1821; † 1907), der die Güter Bodelschwingh, Rodenberg, Geretzhoven und Schwarzenberg erhielt. Er kaufte seinem Bruder Gisbert das Haus Drais ab und war mit Eugenie von Quadt-Wyckrath-Hüchtenbruck verheiratet, mit der er bis zum Tode seines Vaters in Bamenohl lebte. Seine Tochter Wilhelmine brachte den Besitz an ihren Ehemann Dodo Alexander Freiherr zu Innhausen und Knyphausen (* 1835; † 1911), Herr auf Leer-Thedinga, der dann zusätzlich zu seinem Geburtsnamen auch den Titel Graf von Bodelschwingh-Plettenberg führte. Ihm folgte sein Sohn
  • Karl Moritz zu Innhausen und Knyphausen (* 1871; † 1958), diesem sein Sohn Edzard (* 1905), der als letzter den Primogeniturtitel Graf von Bodelschwingh-Plettenberg führte. Seine Nachkommen führen alle den Namen Freiherr bzw. Freiin zu Innhausen und Knyphausen. Haus Bodelschwingh und Gut Drais befinden sich bis heute in ihrem Besitz.
  • Adolf von Bodelschwingh-Plettenberg (* 1797; † 1869), Halbbruder von Carl Wilhelm Georg (s.o.), war Rechtsritter des Johanniterordens, wurde in der Schlacht bei Waterloo verwundet, heiratete 1827 Luise von Plettenberg-Heeren und übernahm 1861 das der Familie Bodelschwingh gehörende Rittergut und Schloss Sandfort bei Olfen. Er engagierte sich auch politisch und stand 1830-31 in Kontakt mit dem Freiherrn vom Stein.[4] Seine Tochter Bertha heiratete später ihren Halb-Onkel Carl Wilhelm Georg (siehe oben)

Bodelschwingh-Plettenberg zu Heeren, später Plettenberg-Heeren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Adolf Eugen Ludwig von Bodelschwingh-Plettenberg
  • Adolf Eugen Ludwig von Bodelschwingh-Plettenberg (* 1826; † 1902), erbte Bamenohl, Borghausen und Weuspert und heiratete 1856 seine Kusine Bertha von Plettenberg-Heeren (* 1832; † 1900) (s.o. Plettenberg-Heeren), Besitzerin der Güter Heeren, Hilbeck, Werve und Hahnen. Der Sohn
  • Friedrich Gisbert Adolf von Plettenberg (* 1863; † 1924) heiratete 1892 Ehrengard von Krosigk (* 1873 in Rathmannsdorf; † 1943 in Muttrin). Er war königlich preußischer Kammerherr und Major, Erbmarschall in der Grafschaft Mark, Mitglied des preußischen Herrenhauses und Rechtsritter des Johanniterordens. Aus Anlass der 25-jährigen Thronbesteigung Kaiser Wilhelms II. wurde dieser Familienzweig 1913 unter der Namensform Graf von Plettenberg-Heeren in den preußischen Grafenstand erhoben, einem Primogeniturtitel, gebunden an das Fideikommiss Heeren, so dass die übrigen Familienangehörigen weiterhin Freiherren von Plettenberg bleiben. Er hatte sieben Töchter und einen Sohn:
  • Wilhelm Adolf von Plettenberg-Heeren (* 1902; † 1950). Er heiratete Emilie Gräfin Eckbrecht von Dürckheim-Montmartin, mit der er vier Söhne und eine Tochter hatte. Kurz nach dem Tod seines Vaters, 1924, löste er das Fideikommiss Heeren auf. Die Häuser Heeren, Hilbeck, Bamenohl und Weuspert wurden daher unter seinen vier Söhnen aufgeteilt. Diese Häuser werden bis heute von der Familie Plettenberg bewohnt.

Linie Plettenberg-Bamenohl (erloschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Durch die Heirat mit Angela von Heygen um 1440, Miterbin von Bamenohl, kam Heidenreich von Plettenberg in den Mitbesitz des Hauses Bamenohl. Nach dem Tod Heidenreichs erfolgte am 27. Juli 1474[5] eine Erbteilung bei den Plettenbergs, bei der die Brüder Guntermann I. und Heinrich Bamenohl erhielten. Guntermann war seit 1474 mit Katharina von Hanxleden verheiratet. Ihm fiel später auch der Anteil des Bruders Heinrich zu. Die weitere Erbfolge war

  • Guntermann II. von Plettenberg zu Bamenohl (Oberes Haus), verheiratet 1. mit Margarete (von Ohle?) und 2. mit Hildegard NN
  • Ulrich I. von Plettenberg zu Bamenohl (Unteres Haus), verheiratet mit Katharina von Thülen.

Mit dieser Erbfolge war Bamenohl bis ins 18. Jahrhundert in ein Oberes und ein Unteres Haus zweigeteilt.

  • Oberes Haus

Darauf folgte Guntermann III. von Plettenberg, der erst Pastor in Elspe war, am 1. März 1560 aber resignierte und Hille von Peick heiratete. Er starb am 2. März 1586. Etwas verworren ist die Nachkommenschaft des Guntermann III. Als Erbe des Oberen Hauses kommt allerdings nur Guntermann IV. infrage, der am 12. Februar 1591 die Katharina Rump zur Wenne heiratete. Über diesen Guntermann berichten Urkunden in der Zeit von 1589 bis 1645. Offensichtlich hatten beide keine Nachkommen, da die Nichte Anna Katharina (Tochter des münsterischen Hofrichters Johann Caspar von Plettenberg) erbte. Sie heiratete den Oberst Christoph Hans Dietrich von Steckenberg.

  • Unteres Haus

Ulrich I. von Plettenberg hatte mit seiner Frau drei Söhne, Ulrich II., Hermann und Arnd, sowie mit der Dienstmagd Judith noch mindestens zwei weitere Söhne, Ulrich III. und Johann. Ulrich II. bekam bei dem Erbvergleich vom 10. April 1564 das hoch verschuldete Gut Serkenrode und begründete damit die Linie Plettenberg-Serkenrode. Arnd und Hermann erhielten das Untere Haus. Hermann von Plettenberg heiratete Clara Vogt von Elspe zu Borghausen am 25. September 1564. Da beide kinderlos waren, erbte das Untere Haus Bamenohl der Bruder der Clara, Bernhard (Johann Bernhard Christoph) Vogt von Elspe zu Borghausen. Damit war auch dieser Zweig der Plettenbergs erloschen. Haus Bamenohl gelangte über 200 Jahre später allerdings an die Heerener Linie der Plettenbergs (s.o. Carl Wilhelm Georg von Plettenberg-Heeren).

Linie Plettenberg-Serkenrode (erloschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

1539, I. 6. Thonies von Laer und seine Ehefrau Petronilla verkauften für eine Summe Geldes an Ulrich (I.) von Plettenberg zu Bamenoll und dessen Ehefrau Katharina ihre Güter zu Nieder Niedernbamenoll und Serckenrode und die Eigenleute daselbst zur Hälfte.[6] Durch einen Erbvergleich 1564 erhielt der um 1530 geborene Ulrich II. das hoch verschuldete Serkenrode. Er heiratete Margarete von Luggenhausen (Lügenhausen) aus Livland und zog um 1577 nach Serkenrode. Wegen dieser Heirat wurde er erst enterbt, erhielt dann allerdings Serkenrode. Letzter von Plettenberg war der um 1560 geborene Sohn Anton, verheiratet am 26. Juni 1590 mit Elisabeth von Merlau. Die beiden Söhne Caspar Daniel und Georg Christoph starben früh ohne bekannte Nachkommen. Die Tochter Anna Catharina heiratete Jobst von Schledorn, Eva Heinrich Ernst von Bruch.

Stamm Lenhausen-Stockum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Linie Plettenberg-Lenhausen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Heidenreich von Plettenberg (* um 1450; † 1485), der zweite Sohn des Heidenreich von Plettenberg zu Bamenohl, wurde auf der Waldenburg geboren und war Miterbe von Gut Finnentrop. 1457 erwarb er das Schloss Lenhausen von Heinrich von Lenhausen, der kinderlos geblieben war. Er heiratete Adelheid von Wrede und teilte 1483 seinen Besitz unter seinen beiden Söhnen auf.

Heinrich von Plettenberg zu Lenhausen, das dritte Kind, heiratete 1575 Margarethe Agathe von Böckenförde und hatte mit ihr sieben Kinder.

  • Christian von Plettenberg zu Lenhausen (* 1576, † vor 1646), ihr ältester Sohn, heiratete Anna Vogt von Elspe zu Borghausen und Bamenohl. Bernhard von Plettenberg zu Lenhausen (* 1618, † n. 1677), ihr Sohn, heiratete 1643 Odila von Fürstenberg, die ihm neun Kinder gebar. Eine Tochter war Ida, Äbtissin des Damenstifts Fröndenberg.

1733 verlegte die Familie ihren Hauptwohnsitz von Lenhausen in das 1710 erworbene Schloss Hovestadt in Lippetal, das bis heute von ihr bewohnt wird. 1874 ließ sie das Obere Haus Lenhausen instand setzen. Seit 1927 nutzt ein Zweig der Familie es wieder als Familiensitz.

Der in Hovestadt geborene Bildhauer Bernhard von Plettenberg stammte aus dieser Linie.

Linie Plettenberg-Stockum[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Hermann von Plettenberg kaufte 1494 das Rittergut Stockum. Aus dieser Linie stammten der General Karl von Plettenberg und sein Sohn, der Widerstandskämpfer Kurt von Plettenberg.

Linie Plettenberg-Wittem (erloschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kasteel Wittem

Ferdinand von Plettenberg-Lenhausen kaufte die Herrschaften Eys und Wittem, wurde 1724/25 zum „Graf von Plettenberg und Wittem“[7] erhoben und erlangte dadurch 1732 die Reichsstandschaft mit Sitz und Stimme im Kollegium der westfälischen Reichsgrafen. Dieser reichsständische Besitz ging 1801 durch den Frieden von Lunéville an Frankreich verloren. Er heiratete Bernardina Alexandrina von Westerholt-Lembeck (* 1695). Beim Reichsdeputationshauptschluss 1803 erhielt sein Enkel mit den Orten Mietingen und Sulmingen in Schwaben eine Entschädigung. Die beiden Orte wurden zur „Grafschaft Mietingen“ erhoben, die aber bereits 1806 mediatisiert wurde und als Standesherrschaft an das Königreich Württemberg fiel.[8]

Graf Maximilian von Plettenberg-Wittem zu Mietingen (1771–1813) war der letzte männliche Spross dieser Linie. Seine Tochter Maria aus der Ehe mit Maria Josephina geb. Gräfin von Gallenberg (1784–1839) heiratete 1833 den k.u.k. Kämmerer Nicolaus Graf von Esterházy de Galantha.

Plettenberg in den Niederlanden (erloschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten beiden 1591/92 nachweisbaren van Plettenberg, Willem (* um 1540; † 1611) und Johann, führten noch den Zusatz von Lenhausen, daher wurde auch der Reichsfreiherrenstand von 1661 Freiherrn von Plettenberg und Lenhuisen erteilt. Schwennicke vermutet, dass die beiden Brüder von Wilhelm von Plettenberg, genannt von Engstfeld, abstammen.[9] Die Linie starb 1929 aus. Aus ihr stammten vermutlich auch die Maler Matthieu van Plattenberg (1607–1660) und sein Sohn Nicolas de Plattemontagne (1631–1706), sowie der Gouverneur der Kapkolonie Joachim van Plettenberg (1771–1785).

Plettenberg in Livland (erloschen)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im 15. und 16. Jahrhundert stellte die Familie mehrere Mitglieder des Deutschen Ordens in Livland. So wird Walter von Plettenberg 1422 als Komtur von Dobeln genannt. Godert von Plettenberg war 1450 Landmarschall von Livland.

Wolter von Plettenberg, der bekannteste von ihnen, geboren auf Burg Meyerich, wurde 1494 Landmeister in Livland und besiegte 1502 ein zahlenmäßig überlegenes Heer des Moskauer Großfürsten Iwan III. in der Schlacht am Smolinasee. 1525 wurde er von Kaiser Karl V. für sich und seine Nachfolger in den Reichsfürstenstand mit Sitz und Stimme auf den Reichstagen erhoben.

Wappen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Stammwappen ist gespalten, heraldisch rechts gold, links blau. Auf dem Helm mit blau-goldenen Decken eine blaue und eine goldene Reiherfeder. [10] Hinsichtlich des Wappens ist eine Ähnlichkeit mit dem Wappen des Adelsgeschlechts Vogt von Elspe erkennbar.

Namensträger[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Wilhelm Crecelius: Traditiones Werdinenses. Zweiter Teil. In: Bergischer Geschichtsverein (Hrsg.): Zeitschrift des Bergischen Geschichtsvereins. Band 7. Marcus, 1871, DNB 199234175, ZDB-ID 210861-6, S. 9 (315 S., bsb-muenchen.de [abgerufen am 15. August 2017]).
  2. Urkunde des Klosters Oelinghausen, vgl. Seibertz, S. 129
  3. Johann Diederich von Steinen: Theil 4, Stück 28. Historie von der Stadt Hattingen, Gericht Herbede, Gericht Heeren und Kirchspiel Curll. Peter Florenz Weddigen, 1760, S. 815, abgerufen am 11. September 2016 (deutsch).
  4. Landesarchiv NRW, Findbuch
  5. Staatsarchiv Münster, Dep. v. Plettenberg-Lenhausen, Urk. 440 und Arch. Hovestadt Urk. 114.
  6. Gräfl. Plettenbergsches Archiv Heeren, Archivteil Bamenohl, Dr. Diestelkamp 70a. 57.
  7. Johann Jacob Moser: Staatsrecht derer Reichsgräflichen Häuser von der Leyen, von Plettenberg und von Virmont. Vollrath, Leipzig 1744, S. 12
  8. Georg Leopold von Zangen: Die Verfassungs-Gesetze deutscher Staaten in systematischer Zusammenstellung, Erster Teil, Leske, 1828, S. 238 (Google Books)
  9. Schwennicke: Stammtafeln XXIV, Vorwort ungezählte Seite 3
  10. Max von Spießen: Wappenbuch des westfälischen Adels, mit Zeichnungen von Professor Ad. M. Hildebrandt, S. 47, 1. Band, Görlitz 1901-1903

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plettenberg (Adelsgeschlecht) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien