Plodowoje (Kaliningrad)

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Siedlung
Plodowoje
Tawell

Плодовое
Föderationskreis Nordwestrussland
Oblast Kaliningrad
Rajon Slawsk
Frühere Namen Tawell (bis 1946)
Bevölkerung 5 Einwohner
(Stand: 14. Okt. 2010)[1]
Zeitzone UTC+2
Telefonvorwahl (+7) 40163
Postleitzahl 238612
Kfz-Kennzeichen 39, 91
OKATO 27 236 810 005
Geographische Lage
Koordinaten 55° 4′ N, 21° 19′ OKoordinaten: 55° 3′ 43″ N, 21° 19′ 17″ O
Plodowoje (Kaliningrad) (Europäisches Russland)
Red pog.svg
Lage im Westteil Russlands
Plodowoje (Kaliningrad) (Oblast Kaliningrad)
Red pog.svg
Lage in der Oblast Kaliningrad

Plodowoje (russisch Плодовое, deutsch Tawell) ist ein Ort in der russischen Oblast Kaliningrad. Er gehört zur kommunalen Selbstverwaltungseinheit Stadtkreis Slawsk im Rajon Slawsk.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Plodowoje liegt 21 Kilometer südwestlich von Jasnoje (Kaukehmen, 1938 bis 1946 Kuckerneese) und vier Kilometer westlich von Sapowednoje (Seckenburg, bis 1924 Groß Kryszahnen) am Nordufer der Tawelle (russisch: Towarnaja). Der kleine Ort ist seit der Entfernung der Brücke über die Gilge (russisch: Matrossowka) nicht mehr von Sapowednoje aus zu erreichen, sondern von Malyje Bereschki (Neu Lappienen, 1938 bis 1946 Rautersdorf) aus über Landwege in Richtung der einstigen Ortsstelle von Tawe am Ufer des Kurischen Haffs, in das die Tawelle hier mündet.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das kleine einstige Fischerdorf Tawell wurde am 26. März 1874 in den neu errichteten Amtsbezirk Tawellningken[2] (1938 bis 1946: Tawellenbruch, russisch: Bisserowo, nicht mehr existent) eingegliedert, der 1934 in „Amtsbezirk Seckenburg“ (der Ort heißt heute russisch: Sapowednoje) umbenannt wurde und bis 1945 zum Kreis Niederung (ab 1939: „Kreis Elchniederung“) in der preußischen Provinz Ostpreußen gehörte. Am 1. April 1931 verlor die Landgemeinde Tawell ihre Eigenständigkeit und wurde in die Nachbargemeinde Kastaunen (heute nicht mehr existent) eingemeindet[3].

In Kriegsfolge kam Tawell als Kastauner Ortsteil 1945 mit dem übrigen nördlichen Ostpreußen zur Sowjetunion. Im Jahr 1947 erhielt offenbar irrtümlicherweise anstelle von Tawell der nordöstlich von Seckenburg gelegene Ort Scharkus-Tawell die russische Bezeichnung „Plodowoje“. Alle bisher bekannt gewordenen Karten zeigen Plodowoje aber an der Ortsstelle Tawell. Der Ort wurde gleichzeitig dem Dorfsowjet Saliwenski selski Sowet im Rajon Slawsk zugeordnet.[4] Später gelangte der Ort in den Sapowednenski selski Sowet. Von 2008 bis 2015 gehörte Plodowoje zur Landgemeinde Jasnowskoje selskoje posselenije und seither zum Stadtkreis Slawsk.

Einwohnerentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner[5]
1910 36
2002 6
2010 5

Kirche[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Tawells Bevölkerung war vor 1945 überwiegend evangelischer Konfession und gehörte zum Kirchspiel der Kirche Seckenburg (der Ort hieß bis 1924: Groß Kryszahnen, heute russisch: Sapowednoje). Dieses lag im Bereich des Kirchenkreises Niederung (Elchniederung) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union. Heute liegt Plodowoje im Einzugsbereich der evangelisch-lutherischen Kirchengemeinde in Slawsk (Heinrichswalde) innerhalb der Propstei Kaliningrad[6] der Evangelisch-lutherischen Kirche Europäisches Russland.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Itogi Vserossijskoj perepisi naselenija 2010 goda. Kaliningradskaja oblastʹ. (Ergebnisse der allrussischen Volkszählung 2010. Oblast Kaliningrad.) Band 1, Tabelle 4 (Download von der Website des Territorialorgans Oblast Kaliningrad des Föderalen Dienstes für staatliche Statistik der Russischen Föderation)
  2. Rolf Jehke, Amtsbezirk Tawellningken/Seckenburg
  3. Tawell bei genealogy.net
  4. Durch den Указ Президиума Верховного Совета РСФСР от 17 ноября 1947 г. «О переименовании населённых пунктов Калининградской области» (Verordnung des Präsidiums des Obersten Rats der RSFSR "Über die Umbenennung der Orte der Oblast Kaliningrad" vom 17. November 1947)
  5. Volkszählungsdaten
  6. Evangelisch-lutherische Propstei Kaliningrad (Memento vom 29. August 2011 im Internet Archive)