Plutoniumboride

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Struktur des PuB2

Die Plutoniumboride sind eine Stoffgruppe von Verbindungen, die aus den Elementen Bor und Plutonium bestehen. Die bis heute 4 bekannten Plutoniumboride bilden sich durch direkte Reaktion beider Elemente (Bor in Pulverform) unter Schutzgasatmosphäre bei vermindertem Druck unter bestimmten Temperaturbedingungen.[1][2]

Plutoniumborid[Bearbeiten]

Plutoniumborid (PuB) bildet sich durch Reaktion beider Elemente bei einer Temperatur von 1200 °C, mit einem Boranteil von 40 bis 70 %. Es besitzt eine NaCl-Kristallstruktur (wie andere Borverbindungen TiB, ZrB und HfB). Die Bindungslänge beträgt 246 pm.

Ein anderes Verfahren ist die Reaktion eines Plutoniumhalogenids mit Magnesiumdiborid bei niedriger Wärmezufuhr. Dieses Verfahren wird angewendet, um stärker strahlende und damit gefährlichere radioaktive Stoffe in eine weniger gefährliche Lagerform zu überführen.[3]

Plutoniumdiborid[Bearbeiten]

Plutoniumdiborid (PuB2) bildet sich durch Reaktion beider Elemente bei einer Temperatur von 800 °C, mit einem Boranteil von 60 bis 65 %. Es besitzt die Struktur von AlB2 bzw. UB2.

Plutoniumtetraborid / Plutoniumhexaborid[Bearbeiten]

Kristallstruktur von Plutoniumhexaborid

Ab 1200 °C bilden sich Stoffgemische aus Plutoniumtetraborid (PuB4) und Plutoniumhexaborid (PuB6), mit einem Boranteil von 70 bis 85 %; die Menge an PuB6 erhöht sich bei Temperaturanstieg.

PuB4 besitzt eine tetragonale UB4-Struktur, PuB6 die kubische CaB6-Struktur (isomorph mit ThB6).

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. B. J. McDonald, W. I. Stuart: "The crystal structures of some plutonium borides", in: Acta Cryst., 1960, 13, S. 447–448; doi:10.1107/S0365110X60001059.
  2. Harry A. Eick: "Plutonium Borides", in: Inorg. Chem., 1965, 4, S. 1237–1239; doi:10.1021/ic50030a037.
  3. Stefan Maier: Neues Verfahren soll Lagerung von Uran und Plutonium sicherer machen. In: Bild der Wissenschaft, 11. April 2001.