Plymouth (Automarke)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Letztes Emblem der Marke Plymouth: Das „Sailboat Logo“ von 1996 bis 2001
Plymouth Valiant-Logo
Schriftzug am Kühlergrill

Plymouth war eine Automobilmarke, die in den Vereinigten Staaten gegründet wurde und durch die Chrysler Corporation und DaimlerChrysler von 1928 bis 2001 vermarktet wurde.

Firmengeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Den Großteil ihres Daseins war Plymouth eine der bestverkauften US-amerikanischen Automobilmarken und wurde gleichgesetzt mit General Motors, Ford und Chrysler („The big Three“). Plymouth übertraf als zweitgrößter Automobilhersteller in den Vereinigten Staaten während der 1940er Jahre sogar Ford. Die Autos von Plymouth waren bekannt für ihre Haltbarkeit, Erschwinglichkeit und fortschrittliche Technik.

In den frühen 1960er Jahren verlor Plymouth sehr schnell an Marktanteil. Während die Marke von 1957 bis 1958 ein Vorbild in Sachen Design war, wiesen die Modelle von 1959 bis 1962 einen eher gewöhnungsbedürftigen Stil auf, der bei der Öffentlichkeit nicht punkten konnte.

Ab 1960 befand sich Plymouth auch in Konkurrenz mit seinem Schwesterunternehmen Dodge, als dieses den günstigen Dodge Dart präsentierte. Für den Rest der Dekade wurde Plymouth zuerst von Rambler und dann von Pontiac von Platz drei der bestverkauften US-amerikanischen Automarken verdrängt.

1965 gewann der Konzern seinen Marktanteil teilweise wieder, was Plymouth dazu bewog, wieder verstärkt vollwertige und vor allem dem "Mainstream" angepasste Modelle zu produzieren. Mit den neuen "Compact Models" Plymouth Valiant und Plymouth Duster erzielte Plymouth 1971 und 1974 wieder den drittbesten Umsatz in den USA. Schließlich verringerte Plymouth die Produktion, so dass es keine "full-line" Herstellung mehr war. So wurden bis zu den späten 1990er Jahren nur noch vier Autos unter dem Plymouth-Label verkauft: Die Vans Voyager und Grand Voyager, die Mittelklasse-Limousine Breeze, der Kompaktwagen Neon und der Sportwagen Prowler. Neue Modelle wurden in zunehmendem Maße als Dodge und Chrysler verkauft. 1979 bestand die Aufstellung hauptsächlich nur noch aus den inländisch produzierten Volare- und Horizon-Modellen und einer Zahl von Mitsubishi-Importen.

Nach der Einstellung der Marke Eagle 1998 plante Chrysler, die Plymouth-Linie mit einer Anzahl von einzigartigen Modellen vor der Fusion mit der Daimler-Benz AG zu erweitern. Das erste Modell war der Plymouth Prowler, gefolgt vom PT-Cruiser. Beide Modelle hatten einen ähnlichen Grill und zeigten, dass Chrysler beabsichtigte, das Retro-Design der Marke Plymouth wiederzubeleben. Außer dem Prowler hatte Plymouth zum Zeitpunkt der Fusion von Chrysler und Daimler-Benz jedoch keine einzigartigen Produkte, die nicht auch als Dodge vorhanden waren. Da die Plymouth-Händler neben den Plymouth-Modellen auch Autos von Chrysler verkauften, während viele Dodge-Händler nur auf den Verkauf von Dodge-Autos ausgerichtet waren, erschien es aufwendiger, die Produktion von Dodge einzustellen, als sich von Plymouth zu trennen. Infolgedessen entschied DaimlerChrysler, die Marke nach einem begrenzten Durchlauf von 2001er Modellen fallen zu lassen. Das letzte neue Modell, das unter dem Plymouth-Label verkauft wurde, war die zweite Generation des Neon in den Jahren 2000 und 2001. Der PT-Cruiser wurde schließlich als Chrysler verkauft, ebenso der Prowler und der Voyager.

Filmfans ist ein Plymouth-Modell aus John Carpenters Film Christine (nach einer Romanvorlage von Stephen King) bekannt. Es handelt sich dabei um einen Fury, Modell 1958, in roter Lackierung mit weißem Dach. Für die Dreharbeiten wurde allerdings aus Beschaffungsgründen überwiegend das ähnliche Schwestermodell Belvedere verwendet.

Ein 1957er Plymouth Belvedere wurde, sorgfältig konserviert, am 15. Juni 1957 in der Stadt Tulsa/Oklahoma als eine Art Zeitkapsel in einer ausgemauerten Grube vor dem Gerichtsgebäude versenkt, die dann verschlossen wurde, um der Nachwelt einen Eindruck der damaligen Zeit zu hinterlassen. Als die Grube genau 50 Jahre später geöffnet wurde, fand man den Wagen verrottet vor: Im Laufe der Jahre war Wasser eingedrungen.

Plymouth-Modelle[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Modelljahr Modelle
1928 Modell Q
1929 Modell U
1930 Modell 30U
1931 Modell PA
1932 New Finer PB
1933 Modell PC, Standard PCXX, Deluxe PD
1934 Standard Six PG, Six PF, Special Six PFXX, Deluxe PE
1935 Business Six PJ, Standard PJ, Deluxe PJ
1936 Business P1, Deluxe P2
1937 Business P3, Deluxe P4, Commercial Car PT50
1938 Business P5, Roadking P5, Deluxe P6, Commercial Car PT57
1939 Roadking P7, Deluxe P8, Commercial Car PT81
1940 Roadking P9, Deluxe P10, Commercial Car PT105
1941 Deluxe P11, Deluxe P11D, Special Deluxe P12, Commercial Car PT125
1942 Deluxe P14S, Special Deluxe P14C
1943–1945 keine Fertigung
Zeitleiste der Plymouth-Modelle von 1946 bis 2001
Typ 40er 50er 60er 70er 80er 90er 2000er
6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1
Kleinwagen Cricket Horizon
TC3 Turismo
Champ / Colt
Kompaktklasse Colt
Arrow
Valiant Sundance Neon
Volaré Reliant
Mittelklasse Belvedere Caravelle Acclaim Breeze
Savoy (Belvedere) Satellite Fury Gran Fury
Full-Size (Special) Deluxe Concord Plaza
Cambridge Savoy
Cranbrook Belvedere
Savoy S.W. Fury Gran … … Fury
Sportwagen Duster Sapporo Laser
Barracuda
Road Runner Conquest Prowler
GTX
SUV Trail Duster
Pickup Arrow Truck Scamp
Van Voyager

Bildergalerie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Plymouth-Fahrzeuge – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien