Pneumokoniose

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Vergleich zwischen normaler Lunge (links) und Staublunge (rechts)
Klassifikation nach ICD-10
J60 Kohlenbergarbeiter-Pneumokoniose
J61 Pneumokoniose durch Asbest und sonstige anorganische Fasern
J62 Pneumokoniose durch Quarzstaub
J63 Pneumokoniose durch sonstige anorganische Stäube
J64 Nicht näher bezeichnete Pneumokoniose
J65 Pneumokoniose in Verbindung mit Tuberkulose
ICD-10 online (WHO-Version 2016)

Die Pneumokoniose (früher Pneumonokoniose, aus griechisch πνεύμων pneumon „Lunge“, κόνις konis „Staub“ und -ose) oder Staublunge entsteht durch Inhalation von Staub unter Ablagerung fester anorganischer oder – seltener – organischer Teilchen in Bronchien, Lymphknoten und/oder Parenchym, die Veränderungen der Lunge bewirken. Dies kann sowohl mit als auch ohne Funktionsstörung einhergehen.[1]

Der Begriff der Pneumokoniose wurde 1867 von Zenker eingeführt.[2][3]

Art, Menge, Größe und fibroblastische Reizwirkung der Staubpartikel beeinflussen ebenso wie die Expositionsdauer und die individuelle Resistenz die Symptomatik und den Verlauf der Krankheit.

Einteilung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Je nach Reaktion des Lungengewebes auf die Ablagerungen werden unterschieden:[4]

Asbestose im Röntgenbild

Diagnose[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Klinisch kann sich mit fortschreitender Lungenveränderung eine Kurzatmigkeit bzw. Atemnot infolge eingeschränkter Lungenfunktion einstellen.

Die Erfassung der Lungenfunktion erfolgt zumeist durch Spirometrie.

Im Röntgenbild können interstitielle fleckförmige und subpleural lokalisierte Infiltrate ("Streifenschatten") oder kleine Zystenbildungen ("Honigwaben") in Erscheinung treten. Mit hochauflösender Computertomographie werden diese Veränderungen wesentlich früher und genauer erfasst als mit einer Übersichtsaufnahme der Lunge.[5]

Die seltene Kombination von Silikose mit rheumatoider Arthritis wird als Caplan-Syndrom bezeichnet.[6]

Die Pneumokoniosen werden nach der ILO-Klassifikation beurteilt. Sie sind in den meisten Staaten als entschädigungspflichtige Berufskrankheiten gewertet.

Häufigkeit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Silikose ist derzeit die häufigste Pneumokoniose.[7]

Gesundheitshinweis Dieser Artikel behandelt ein Gesundheitsthema. Er dient nicht der Selbstdiagnose und ersetzt keine Arztdiagnose. Bitte hierzu diese Hinweise zu Gesundheitsthemen beachten!

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. K. G. Hering, K. Hofmann-Preiß: Pneumokoniosen erkennen und klassifizieren. In: Der Radiologe, Band 54, Nr. 12, Dezember 2014, S. 1189–1198, doi:10.1007/s00117-014-2735-2.
  2. Friedrich Albert von Zenker: Beiträge zur normalen und pathologischen Anatomie der Lunge. G. Schönfeld (CA Werner), 1882.
  3. Gerhard Reichel: Die Geschichte der Pneumokoniosen. In: Wolfgang T. Ulmer, Gerhard Reichel: Pneumokoniosen. Springer-Verlag, 12. März 2013.
  4. W. Pschyrembel: Klinisches Wörterbuch. Verlag Walter de Gruyter, 265. Auflage (2014) ISBN 3-11-018534-2
  5. P. Uhrmeister, R. Felix: Interstitielle Lungenveränderungen in high-resolution computed tomography. In: Aktuelle Radiologie. Bd. 2, Nr. 3, Mai 1992, S. 109–114, PMID 1524597 (Review).
  6. Andreoli, Thomas, ed. CECIL Essentials of Medicine. Saunders: Pennsylvania, 2004. p. 737.
  7. GBD 2013 Mortality and Causes of Death Collaborators.: Global, regional, and national age-sex specific all-cause and cause-specific mortality for 240 causes of death, 1990-2013: a systematic analysis for the Global Burden of Disease Study 2013. In: Lancet (London, England). Bd. 385, Nr. 9963, Januar 2015, S. 117–171, doi:10.1016/S0140-6736(14)61682-2, PMID 25530442, PMC 4340604 (freier Volltext).