Podbořany

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Podbořany
Wappen von Podbořany
Podbořany (Tschechien)
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Basisdaten
Staat: Tschechien
Region: Ústecký kraj
Bezirk: Louny
Fläche: 6015,3258[1] ha
Geographische Lage: 50° 14′ N, 13° 25′ OKoordinaten: 50° 13′ 34″ N, 13° 24′ 38″ O
Höhe: 320 m n.m.
Einwohner: 6.389 (1. Jan. 2017)[2]
Postleitzahl: 438 01 - 441 01
Kfz-Kennzeichen: U
Verkehr
Straße: Kadaň - Plzeň
Bahnanschluss: Plzeň–Duchcov
Struktur
Status: Stadt
Ortsteile: 13
Verwaltung
Bürgermeister: Radek Reindl (Stand: 2013)
Adresse: Mírová 615
441 01 Podbořany
Gemeindenummer: 566616
Website: www.podborany.net
Lage von Podbořany im Bezirk Louny
Karte

Podbořany (deutsch Podersam) ist eine Stadt in Tschechien im Okres Louny.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt liegt im westlichen Böhmen nördlich des Rakonitzer Berglandes in der Saazer Pfanne, 14 Kilometer südwestlich von Žatec am rechten Ufer des Dolánecký potok und wird von dessen Zufluss Kyselý potok durchflossen.

Nachbarorte sind Vysoké Třebušice im Norden, Pšov, Dolánky und Rumplák im Nordosten, Letov und Blšany im Osten, Očihov im Südosten, Valov im Süden, Vroutek im Südwesten, Hlubany und Buškovice im Westen sowie Brody und Krásný Dvůr (Schönhof) im Nordwesten.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

St. Peter und Paul

Die erste urkundliche Erwähnung von Podbořany stammt aus dem Jahre 1369. Podersam und Rudig gehörten zum Besitz des Benediktiner-Klosters in Postelberg und gelangte 1426 in den Besitz der Familie von Guttenstein. 1535 gehörte die Stadt dem Oberbefehlshaber der städtischen Truppen im schmalkaldischen Krieg. Anschließend wurden die Grafen von Schlick Besitzer. Christoph d. J. Schlick verlieh Podbořany am 11. November 1575 die Stadtrechte. 1590 bestand die Stadt aus 77 Häusern. Bis zur Mitte des 17. Jahrhunderts besaß Podbořany sieben Stadttore, das Obere, Untere, Rudiger, Kaadener, Letauer, Prager und Lubauer Tor, die bis 1677 abgetragen wurden. Nachdem die Stadt 1637 von Herzog Julius Heinrich von Sachsen-Lauenburg erworben wurde, gelangte sie 1689 über dessen Enkelin an den Schwiegersohn Markgraf Ludwig Wilhelm von Baden-Baden. 1771 fielen die Besitzungen an die böhmischen Hofkammer.

1837 erwarb Josef Ritter Schreitter von Schwarzenfeld das Gut Podersam. Er verkaufte es 1843 an Hugo Karl Fürst und Altgraf zu Salm-Reifferscheid-Krautheim-Raitz. Im Jahre 1900 gelangte es durch Kauf an die Firma Hielle und Dittrich. Infolge der tschechischen Bodenreform 1919–1923 wurde der Besitz der Firma Hielle und Diettrich beschlagnahmt.

In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erlebte die Stadt einen beachtlichen Aufschwung. Industrie und Handelsbetriebe siedelten sich an. In der Umgebung wurden Kaolin- und Tonwerke betrieben. Zu nennen ist hier die Steingut- und Ofenfabrik L. & C. Hardtmuth. Zwischen 1870 und 1872 erfolgte der Bau der Eisenbahn von Pilsen nach Saaz durch Italiener und Kroaten. Podersam erhielt 1873 einen eigenen Bahnhof. Im Jahr 1900 hatte die Stadt 3.068 Einwohner, davon waren 2.998 deutsch- und 38 tschechisch-sprachig. 1934 wurde das Stadtbad erbaut.

Nach dem Münchner Abkommen, in dem die Integration des Sudetenlandes in das Deutschen Reich völkerrechtlich vereinbart wurde, gehörte Podersam von 1938 bis 1945 zum Landkreis Podersam, Regierungsbezirk Eger, im Reichsgau Sudetenland. Die deutsche Bevölkerung wurde zwischen 1945 und 1946 vertrieben. Dabei kam es am 7. Juni 1945 zu einem Massaker, bei dem 68 Männer aus Podersam und Umgebung getötet und anschließend im nahen Elementenwald verscharrt wurden.

Demographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bevölkerungsentwicklung bis 1945
Jahr Einwohner Anmerkungen
1830 0821 in 147 Häusern[3]
1843 0906 in 157 Häusern[4]
1869 1.649
1880 2.349
1890 2.533
1900 3.068 deutsche Einwohner[5]
1910 3.405
1921 3.342
1930 3.730 davon 690 Tschechen[6]
1939 3.198 [6]
Einwohnerzahlen seit Ende des Zweiten Weltkriegs1
Jahr 1970 1980 1991 2001 2003 2006 2009 2011
Einwohner 5 723 5 917 5 913 6 112 6 212 6 229 6 397 6 335
1 31. Dezember[7]

Ortsgliederung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Stadt Podbořany besteht aus den Ortsteilen Buškovice (Puschwitz), Dolánky (Dollanka), Hlubany (Lubau), Kaštice (Kaschitz), Kněžice (Knieschitz), Letov (Letau), Mory (Mohr), Neprobylice (Neprowitz), Oploty (Oblat), Podbořany (Podersam), Pšov (Schaab), Sýrovice (Sirbitz) und Valov (Wohlau).[8] Das Stadtgebiet gliedert sich in die Katastralbezirke Buškovice, Dolánky u Kaštic, Hlubany, Kaštice, Kněžice u Podbořan, Letov, Neprobylice u Kaštic, Podbořany, Pšov u Podbořan, Sýrovice und Valov.[9] Grundsiedlungseinheiten sind Buškovice, Dolánky, Hlubany, Kaštice, Ke Krásnému Dvoru, Kněžice, Letov, Mariánská, Mory, Na kotvě, Na pískách, Neprobylice, Oploty, Podbořany-jih, Podbořany-sever, Podbořany-střed, Pšov, Rumplák (Rumpelmühle), Sýrovice, U cihelen, U nádraží, Valov und Za Malou Osadou.[10]

Städtepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Ehrenfriedersdorf, Deutschland
  • Kronach - Seit 1986 ist in Kronach zur Erinnerung an Podersam/Jechnitz eine Heimatstube eingerichtet.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • barocke Stadtkirche St. Peter und Paul, erbaut 1781
  • Altes Rathaus, der 1751 errichtete Barockbau mit Mansarddach und Turmreiter dient heute als Stadtmuseum und Museum der Wolhynientschechen
  • evangelische Messiaskirche, erbaut zwischen 1901 und 1902
  • Lenindenkmal
  • Wasserfeste Hlubany, erbaut in der 2. Hälfte des 14. Jahrhunderts
  • Kirche Maria Geburt in Buškovice, der ursprünglich gotische Bau aus dem 14. Jahrhundert wurde 1717 barock umgestaltet
  • steinerner Renaissancebrunnen in Kaštice aus dem Jahre 1608
  • Mariensäule in Kaštice, aus dem 18. Jahrhundert
  • Pfarrkirche St. Katharina in Kněžice, seit 1384 nachweisbar
  • hölzerner Glockenturm auf dem Friedhof von Kněžice
  • Kirche Heimsuchung Maria in Letov, erbaut 1742, diente als Grablege der Freiherren von Eben. 1817 erfolgte an der Kirche der Anbau der Grabkapelle der Ritter von Schwarzenfeld
  • barocke Kirche Maria Geburt in Mory
  • barockes Speicherhaus in Mory
  • barocke Kirche Allerheiligen in Pšov, errichtet 1767 und nach dem Kirchenbrand im Jahre 1904 erneuert
  • Kapelle St. Johannes und Paul in Oploty, 1722 errichtet

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. http://www.uir.cz/obec/566616/Podborany
  2. Český statistický úřad – Die Einwohnerzahlen der tschechischen Gemeinden vom 1. Januar 2017 (PDF; 371 KiB)
  3. Jahrbücher des böhmischen Museums für Natur- und Länderkunde, Geschichte, Kunst und Literatur. Band 2, Prag 1831, S. 199, Ziffer 14.
  4. Johann Gottfried Sommer: Das Königreich Böhmen. Band 14: Saazer Kreis, Prag 1846, S. 265, Ziffer 1).
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon. 6. Auflage, Band 16, Leipzig und Wien 1908, S. 58.
  6. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/sud_podersam.html#ew39podrpodersam
  7. http://www.czso.cz Czeski Urząd Statystyczny
  8. http://www.uir.cz/casti-obce-obec/566616/Obec-Podborany
  9. http://www.uir.cz/katastralni-uzemi-obec/566616/Obec-Podborany
  10. http://www.uir.cz/zsj-obec/566616/Obec-Podborany

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Podbořany – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien