Pokémon Go

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Wechseln zu: Navigation, Suche
Pokémon Go
International Pokémon logo.svg
Originaltitel Pokémon Go
Studio Niantic
Publisher The Pokémon Company, Nintendo
Leitende Entwickler Dennis Hwang
Komponist Jun’ichi Masuda
Erstveröffent-
lichung
06. Juli 2016 NeuseelandNeuseeland Vereinigte StaatenVereinigte Staaten AustralienAustralien
13. Juli 2016 DeutschlandDeutschland
16. Juli 2016 OsterreichÖsterreichSchweizSchweizNiederlandeNiederlande PolenPolen
22. Juli 2016 JapanJapan
24. Januar 2017 Korea SudSüdkorea
Plattform Android, iOS
Spiel-Engine Unity
Genre Computer-Rollenspiel, Location-based Game, Augmented Reality
Thematik Pokémon
Spielmodus Einzelspieler, Mehrspieler
Steuerung Touchscreen
Systemvor-
aussetzungen
Betriebssystem: Android 4.4 oder höher, iOS 8 oder höher
Sprache Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Japanisch, Spanisch, Koreanisch
Aktuelle Version Android: 0.57.3
Apple iOS: 1.27.3
Altersfreigabe
USK ab 6 freigegeben
PEGI ab 3 Jahren empfohlen

Pokémon Go (Eigenschreibweise: Pokémon GO) ist ein Spiel für Handheld-Mobilgeräte wie Smartphones und Tabletcomputer. In dem Spiel können die Spieler virtuelle Fantasiewesen (Pokémon) fangen, trainieren, entwickeln und in virtuelle Kämpfe gegen andere Pokémon schicken.[1]

Pokémon Go wurde vom Softwareunternehmen Niantic für die Betriebssysteme iOS und Android entwickelt.[2] Teile der Spielmechanik basieren auf dem Spiel Ingress desselben Herstellers. Es ist ein Location-based Game und nutzt eine Spielumgebung auf dem Prinzip der erweiterten Realität (augmented reality). Das Spiel ermittelt durch das Global Positioning System (GPS) und Echtzeit-Lokalisierung die Standortdaten des Spielers und positioniert ihn virtuell auf einer Landkarte, die auf dem Kartenmaterial von Google Maps basiert.[3] Das Spiel wird im Empfangsbereich des GPS-Signals, also in der Regel im Freien, gespielt und nutzt Sehenswürdigkeiten, Wahrzeichen und auffällige Objekte der materiellen Welt zur Gestaltung einer virtuellen Spielwelt.

Das Free-to-play-Spiel finanziert sich über In-App-Käufe. Für echtes Geld erwirbt der Spieler virtuelles Spielgeld, sogenannte PokéMünzen. Diese können wiederum gegen „Premium“-Gegenstände eingetauscht werden.[4][5]

Spielmechanik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nach der Registrierung erstellt der Spieler zunächst aus unterschiedlichen Stilen einen Avatar[6] und weist diesem Attribute wie Geschlecht, Haut-, Haar- und Augenfarbe sowie Bekleidung zu. Der Avatar ist auf der virtuellen Landkarte des Spiels stets abhängig vom realen Standort des Spielers platziert. Um den Avatar in der Spielwelt zu bewegen, muss der Spieler die entsprechende Bewegung in der realen Welt ausführen. Die Grafik bildet die nähere Umgebung des Spielers inklusive Pokéstops und Arenen ab.[7]

  • Pokéstops sind Orte, an denen Spieler Spielgegenstände wie Pokébälle, Eier und Tränke erhalten. Weltweit gab es im Juli 2016 fünf Millionen Pokéstops.[8]
  • Arenen sind Sonderziele und dienen als Austragungsort für Pokémon-Kämpfe.

Die Pokémon werden vom Spielserver per Zufallsprinzip in die virtuelle Landkarte des Spiels generiert. Spielen mehrere Spieler am selben Ort, so können alle unabhängig voneinander die dortigen Pokémon sehen und auch fangen. Ein Pokémon kann also von mehreren Spielern gleichzeitig oder nacheinander gefangen werden, jedoch kann jeder Spieler für sich ein Pokémon nur einmal fangen. Die Visualisierung der Pokémon kann entweder vor einem computergenerierten Hintergrundbild oder im Augmented-Reality-Modus (AR) als Überlagerung des Kamerabildes erfolgen.[9] Voraussetzung für die AR-Darstellung ist eine Kamera mit Gyroskop. Der AR-Modus nutzt das Satellitennavigationssignal sowie den Lage- und den Drehratensensor des Geräts, um das Pokémon lagegerecht im Videobild zu positionieren.[3]

Pokéball

Im Gegensatz zu anderen Spielen der 1996 veröffentlichten Pokémon-Reihe müssen „wilde“ Pokémon nicht im Kampf geschwächt werden, um sie einzufangen, sondern mit virtuellen Bällen (Pokébällen) durch Wischen auf dem Touchscreen abgeworfen werden. Das Einfangen wilder Pokémon wird mit den Bonbons und Sternenstaub belohnt, die für das Hochleveln der Pokémon erforderlich sind. Für im Spiel ausgeführte Aktionen erhält der Spieler zusätzlich Erfahrungspunkte (EP), durch die dessen Avatar im Rang aufsteigt und zusätzliche Funktionen freigeschaltet werden. Ab Level 5 kann der Spieler an Kämpfen teilnehmen und einem der drei Teams „Intuition“ (gelb), „Wagemut“ (rot) und „Weisheit“ (blau) beitreten, die als übergreifende Fraktionen in der Spielwelt auftreten.

Eier können in Inkubatoren ausgebrütet werden, wobei zum Ausbrüten des Eis eine gewisse Wegstrecke zurückgelegt werden muss. Hierfür zählt die App nur Bewegungen, die vergleichsweise langsam sind (Gehtempo), um etwa Auto- oder Bahnfahrten nicht für die Wegstrecke zu werten.[10] Aus den Eiern schlüpfen Pokémon, die nicht mehr eingefangen werden müssen.[11]

Für Kämpfe sind die Wettkampfpunkte (WP) und Kraftpunkte (KP) entscheidend. Die Wettkampfpunkte stehen für die individuelle Stärke eines Pokémon. Je höher, desto stärker das Pokémon. Die Kraftpunkte stehen für die Energie des Pokémon. Sinken diese im Kampf auf null, ist das Pokémon kampfunfähig. Durch einen Beleber oder einen Trank können die KP wieder aufgefrischt werden.[12]

Pokémon Go, Espoo
Ein Pokéstop in Bern

Die verschiedenen Pokémon leben abhängig von ihrem bevorzugten Lebensraum in unterschiedlichen Regionen der Welt. So halten sich Wasserpokémon in der Nähe von Gewässern auf. Pokéstops und Arenen befinden sich nach Aussage von John Hanke, CEO von Niantic, überall auf der Welt, auch an abgelegenen Orten wie dem Nordpol oder der Antarktis.[13] Einige Pokémon sind nur auf einem Kontinent verfügbar. So ist das Pokémon Pantimos nur in Europa erhältlich oder Porenta nur in Asien.[14] Pokéstops greifen auf das Portalsystem von Ingress zurück, mit dem Niantic bereits die Technologie, die hinter Pokémon GO steckt, erproben konnte. So wurden viele Portale aus der Ingress-Welt in Pokéstops verwandelt. [15]

Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Idee für das Spiel ersannen Satoru Iwata von Nintendo und Tsunekazu Ishihara von der Pokémon Company im Jahr 2013 als Aprilscherz für Google mit der Bezeichnung Pokémon Challenge,[16] mit Tatsuo Nomura von Google Maps (nun leitender Projektmanager bei Niantic[17]) als Mittelpunkt des Projekts.[18] Am 10. September 2015 widmete Ishihara seine Rede zur Ankündigung des Spiels dem zwei Monate zuvor verstorbenen Iwata.[19] Das Softwareteam von Niantic Labs hatte zuvor das Augmented-Reality-Spiel Ingress entwickelt, das ebenfalls Methoden des Geocaching nutzt.[20] Auch die Arenen und Pokéstops in Pokémon Go basieren dabei auf den Portalen, die für Ingress verwendet wurden.

Betatest[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 4. März 2016 gab Niantic bekannt, dass im selben Monat ein auf Japan beschränkter Betatest starten werde, in dem Spieler vor der finalen Veröffentlichung noch bei der Fehlersuche helfen könnten. Der Betatest wurde später auf weitere Länder ausgeweitet,[21] unter anderem auf Neuseeland und Australien.[22] Am 16. Mai wurde die Bewerbungsfrist für den Feldtest[23] und am 25. Mai die Betaphase in den Vereinigten Staaten gestartet. Am 27. Juni verkündete die Pokémon Company, dass der Test am 30. Juni enden werde.[24]

Veröffentlichung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Spiel wurde am 6. Juli 2016 über den Google Play Store und im App Store in den Vereinigten Staaten, Australien und Neuseeland veröffentlicht.[25][26] Für Windows Phones erschien das Spiel nicht, zum Releasezeitpunkt der iOS- und Android-Versionen gab es auch keine Informationen über Windows-Veröffentlichungspläne seitens Nintendo oder Niantic.[27] Der internationale Start wurde aufgrund von Serverüberlastungen aufgeteilt und das Spiel erschien nach und nach in den einzelnen Ländern.[20]

Serverprobleme[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In den ersten Wochen nach dem Release hatte Pokémon Go immer wieder mit starken Serverproblemen und Überlastung zu kämpfen.[28] Wie Google mittlerweile bekannt gegeben hat, lag die Ursache daran, dass Niantic den Datenverkehr maßlos unterschätzt hatte. So stieg der tatsächliche Datenverkehr von Pokémon Go kurz nach dem Launch auf etwa die fünfzigfache Menge des von Niantic bereitgestellten Traffic, welcher für das „Worst-Case Szenario“ bereitgestellt wurde. Durch die Zusammenarbeit mit Google konnte das Problem angegangen und behoben werden.[29][30]

Tempowarnung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit dem Update vom 8. August 2016 (Android: 0.33.0, iOS: 1.3.0) wurde von Niantic eine neue Funktion eingebaut. Ab einer gewissen Geschwindigkeit wird die Meldung eingeblendet, dass man sich zu schnell bewege und man Pokémon Go nicht beim Fahren spielen soll. Diese Meldung hatte keine Einschränkungen zur Folge und musste lediglich bei jedem Erscheinen mit einem Klick auf 'Ich bin Mitfahrer' weggeklickt werden. Am 18./19. Oktober 2016 wurde dieses System verschärft. Zusätzlich zur Meldung tauchen bei einer Geschwindigkeit von mehr als 30 Meilen pro Stunde (umgerechnet ca. 48 km/h) keine Pokémon mehr auf.[31]

Pokémon Go Plus[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nintendo entwickelte das tragbare Armband Pokémon Go Plus, das eine Bluetooth-Verbindung zum Smartphone nutzt, um den Spieler durch Leuchtdioden und Vibrationsalarme zu informieren, wenn sich ein Pokémon in seiner Nähe befindet.[1] Die Entscheidung zur Entwicklung eines eigenständigen elektronischen Armbands anstatt einer Anpassung des Spiels für Smartwatches gründete auf der Absicht, auch solche Spieler zu erreichen, denen eine Smartwatch möglicherweise zu teuer ist.[32] Pokémon Go Plus wird unabhängig von der App vertrieben.[33][34] Es wird in Deutschland voraussichtlich im September 2016 erscheinen.[35]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kallie Plagge von IGN gab dem Spiel 7,0 von 10,0 Punkten und bezeichnete die Idee als clever.[36] Dass die App so häufig abstürze, sei frustrierend, die soziale Interaktion mit anderen, das Fangen von Pokémon und die Arena-Kämpfe machten hingegen Spaß. Allerdings sei das Kampfsystem nicht ausgereift und das Spiel gebe einem nicht das Gefühl, Pokémon-Trainer in der echten Welt zu sein. Als größten Schwachpunkt bezeichnet sie, dass das Tauschen von Pokémon noch nicht möglich sei, dass es keine Kämpfe gegen Freunde geben und dass man nicht innerhalb der App mit Freunden kommunizieren kann.[36]

Metawertungen
Datenbank Wertung
Metacritic 68/100
Bewertungen
Publikation Wertung
GamePro 60/100
GameSpot 7,0/10,0
IGN 7,0/10,0
The Guardian 2/5
Time 3/5

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei den Game Awards 2016 wurde Pokémon Go als bestes Mobil-Spiel und bestes Familienspiel ausgezeichnet.[37]

Datenschutz[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die erste Version für das iPhone verschaffte sich beim Login über Google unnötigerweise Vollzugriff auf den Account des Smartphonebenutzers.[38] Dass die Betreiber sich in ihren allgemeinen Geschäftsbedingungen die Datenweitergabe an private Dritte einräumen lassen, sofern man etwas Illegales, Unethisches oder rechtlich Anfechtbares tut, wird als „sehr schwammig“ kritisiert.[39][40] Am 20. Juli 2016 reichte der Verbraucherzentrale Bundesverband eine Abmahnung gegen Niantic ein und forderte eine unterschriebene Unterlassungserklärung ein, da nach Meinung der Verbraucherschützer 15 Klauseln in den Datenschutz- und Nutzungsbedingungen gegen deutsches Recht verstoßen.[41][42]

Gesellschaftliche Implikationen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Wechselverkehrszeichen in Fountainbleau (Florida), das Autofahrer davor warnt, Pokémon Go am Steuer zu spielen.

Mit dem Erscheinen des Spiels ging ein weltweiter Hype einher. Bereits mit Erscheinen des Spiels in den USA, Australien und Neuseeland wurden hohe Downloadzahlen erzielt, auch in anderen Ländern, in denen Spieler die APK installierten.[43][44] So konnte Pokémon Go bereits vor dem offiziellen Release gespielt werden. Der Andrang war so groß, dass die Server oftmals überlastet waren und ausfielen.[45] Das Spiel stand an der Spitze der Download-Charts im iTunes-Store und Android-Store in den Ländern, in denen es bereits erschien. Am 12. Juli 2016 wurde Pokémon Go zum aktivsten Mobile Game in den USA mit 21 Millionen aktiven Nutzern und brach somit den Rekord, den zuvor Candy Crush Saga mit 20 Millionen aktiven Spielern hielt.[46] Der Marktwert von Nintendo verdoppelte sich in der Folge.[47]

In den ersten Wochen nach dem Erscheinen war das Spiel und die Pokémania[48] auch in allgemeinen Massenmedien ein sehr präsentes Thema. Durch das Spielen von Pokémon Go während des Autofahrens sowie das unachtsame Umherlaufen hat es bereits zahlreiche Unfälle gegeben. Zwei Männer sind in Kalifornien von einer Klippe gestürzt.[38] Des Weiteren kam es zu Raubüberfällen[38] an Pokéstops.[49] In Chiquimula (Guatemala) wurde ein vermutlicher Spieler der Smartphone-App beim Einbruch in Privatgelände erschossen.[50]

Laut Deutschlandfunk habe der Autor Omari Akil im Rahmen der Black-Lives-Matter-Bewegung darauf hingewiesen, dass er es sich nicht leisten könne, Pokémon Go in der Öffentlichkeit zu spielen, da er sich als Afroamerikaner dadurch einem überdurchschnittlichen Risiko aussetze, verdächtigt, von der Polizei in aggressiver Weise überprüft oder gar bei der Kontrolle erschossen zu werden.[51] Der Redakteur Marcus Richter meint dazu, Pokémon Go beleuchte das Thema Rassismus auf eine seltsame, aber eindrückliche Weise.[39] Geschäftsinhaber, deren Geschäfte nahe an Pokéstops liegen, haben Lock-Module innerhalb von Pokémon Go gekauft, um Spieler als Kundschaft in die Läden zu locken.[38] Das United States Holocaust Memorial Museum hat sich beschwert, dass Besucher Pokémon Go spielen.[38]

Die israelische Marine machte Rekrutierungs-Werbung mit dem Screenshot eines Pokémon auf hoher See, mit dem Hinweis, dass man daran nur als Mitglied der Marine käme. Palästinensische Aktivisten machten per Twitter auf ein Pokémon auf den Trümmern eines 2014 im Gazakrieg zerbombten Hauses aufmerksam. Ein Hebroner machte mit einem Bild eines Pokémon in einer israelischen Siedlung auf die eingeschränkte Bewegungsfreiheit der Palästinenser im Westjordanland aufmerksam.[52]

Spielverbote und Einschränkungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund von Befürchtungen der israelischen Spionageabwehr hat das israelische Außenministerium den Mitarbeitern im diplomatischen Dienst verboten, Pokémon Go in Botschaften, Konsulaten, im Ministerium selbst und, sofern dort Verschlusssachen aufbewahrt werden, zu Hause zu spielen. Ebenso verbot Israel das Spielen auf Militärbasen und während Militäroperationen. Darüber hinaus wird befürchtet, Diplomaten könnten durch Pokémon Go in Fallen gelockt, angegriffen oder Opfer von Entführungen werden.[52][53][54] Auch Indonesien hat im Juli 2016 den Einsatzkräften der Nationalpolizei und der Marine die Nutzung des Spiels Pokémon Go verboten. [55]

Das Ständige Komitee für Rechtsfragen in Saudi-Arabien hat eine bereits 2001 zum Pokémon-Spiel bekanntgegebene Fatwa erneuert. Der Rechtsgelehrte Scheich Saleh al-Fausan sieht auch bei Pokémon Go keinen Unterschied. Danach wird Pokémon mit einem Glücksspiel verglichen, und die Spielfiguren würden auf der Evolutionstheorie von Charles Darwin basieren. Beides wird vom Islam abgelehnt. Drei männliche Spieler wurden am Flughafen Dschāzān deshalb bereits verhaftet.[56]

Auswirkungen auf die Gesundheit[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kardiologen der American Heart Association lobten das Pokémon Go, da es den Spieler nach draußen bringt, um sich zu bewegen, was förderlich für die Gesundheit sei.[57] Um ein Ei auszubrüten, müsse der Spieler mehrere Kilometer gehen. Nach Wei Peng von der Michigan State University ist bereits zu beobachten, dass sich die Menschen wieder mehr bewegen. Debra Lieberman von der University of California sieht in Pokémon Go das Potenzial, den Lebensstil einiger Menschen zu verbessern. Diese könnten durch Spaziergehen merken, dass Bewegung Spaß machen kann, und sich weiteren Aktivitäten wie Fahrradfahren oder Schwimmen widmen. Es wird jedoch auch darauf hingewiesen, dass der Spieler unbekannte Gegenden und das Spielen bei Nacht aus Sicherheitsgründen vermeiden sollte. Abschließend stellt Lieberman fest, dass das Spiel Spaß, Herausforderung, soziale Interaktion und Bewegung fördere, sofern der Spieler auch auf die Umgebung schaue.[57][58]

Des Weiteren wird angenommen, dass Pokémon Go potenziell die mentale und physische Gesundheit von Spielern verbessern kann, die an Depressionen und Sozialphobien leiden.[59][60][61] Laut Kashmira Gander von The Independent macht es das Spiel für schüchterne Menschen einfacher, mit anderen Personen zu interagieren.[60] John Grohol, der Gründer von Psych Central, stellt fest, dass Pokémon Go einmalig sei in dem Umfang, in dem Menschen die Vorteile für die mentale Gesundheit zum Ausdruck bringen.[59] Nach Grohol ist einer der Erfolgsfaktoren, dass die Spieler durch Pokémon Go zu Bewegung an der frischen Luft, welche sich auch positiv auf die Psyche auswirkt, sowie zu Spaß und sozialer Interaktion motiviert werden. Vorsichtiger zu dem Spiel äußerte sich Daniel Freeman, Professor für klinische Psychologie an der Universität von Oxford: Es seien noch mehr klinische Studien notwendig, um definitiv sichere Rückschlüsse auf gesundheitlichen Effekte ziehen zu können.[60]

Veranstaltungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Am 2. August 2016 sind „mehr als 4000“ Teilnehmer zu einer Pokémon-Go-Party in den Wiener Stadtpark gekommen. Die Stadt informierte vorher darüber bzw. wies hinterher darauf hin, dass für eine Veranstaltung dieser Größe Bewilligungen nötig sind. Keiner aus der Gruppe der Veranstalter und Organisatoren hatte sich um eine Bewilligung bemüht.[62]

In verschiedenen Orten wie New York City oder Taipeh gab es zeitweise Verkehrsbehinderungen und Gedränge durch große Gruppen von Spielern.[63][64][65]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pokémon Go – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Andrew Webster: With Pokémon Go, Nintendo is showing that it takes mobile seriously. In: The Verge. Vox Media, 10. September 2015, abgerufen am 11. September 2015 (englisch).
  2. Luke Reilly: Pokémon GO Coming to Smartphones. In: IGN. Ziff Davis, 10. September 2015, abgerufen am 10. September 2015 (englisch).
  3. a b Torsten Kleinz, Patrick Beuth: Pikachu und die Parallelgesellschaft. In: Die Zeit. 11. Juli 2016, abgerufen am 11. Juli 2016.
  4. Anthony Domanico: Catch Pokemon in real life with Nintendo’s upcoming mobile game. In: CNET. CBS Interactive, 10. September 2015, abgerufen am 14. September 2015 (englisch).
  5. https://support.pokemongo.nianticlabs.com/hc/de/articles/221957868-PokéMünzen-und-In-App-Käufe
  6. Ali Osworth: Pokémon Go Came Out In the US, Let’s Catch ’Em All. In: Autostraddle. 11. Juli 2016, abgerufen am 12. Juli 2016 (englisch).
  7. Kyle Hanson: Pokemon Go Guide: What Are Pokestops and How to Use Them. In: Attack of the Fanboy. 7. Juli 2016, abgerufen am 12. Juli 2016 (englisch).
  8. Augsburger Allgemeine: Pokéstops und Arena: Woher kommen die Daten für „Pokémon Go“? In: augsburger-allgemeine.de. Abgerufen am 22. Juli 2016.
  9. Dean Takashi: How Pokémon Go will benefit from Niantic's lessons from Ingress on location-based game design. In: VentureBeat. 16. Dezember 2015, abgerufen am 12. Juli 2016 (englisch).
  10. Pokémon GO: Ei ausbrüten - Tricks, Liste und Erklärungen. In: mein-mmo.de. 13. Juli 2016, abgerufen am 23. August 2016 (de-de).
  11. Pokémon GO: Ei ausbrüten – welche Pokémon schlüpfen denn da? Abgerufen am 22. August 2016 (de-de).
  12. Max Falkenstern: Pokémon GO: WP, KP, Typen, Fähigkeiten – alle Attribute erklärt. In: PC Games. 12. Juli 2016, abgerufen am 17. Juli 2016.
  13. Dominik Schönleben: 12 Dinge, die seit dem Launch von Pokémon Go passiert sind. In: Wired. 11. Juli 2016, abgerufen am 12. Juli 2016.
  14. Chris Tapsell: Pokémon Go region exclusives – how to catch Tauros, Kangaskhan, Mr. Mime, and Farfetch'd. In: Eurogamer. 20. August 2016.
  15. Pokémon GO: Wie lassen sich Pokéstops und Arenen einreichen? Abgerufen am 26. August 2016.
  16. Nick Statt: Google’s April Fools’ prank puts Pokemon in the real world. CNET, 31. März 2014, abgerufen am 9. Juli 2016 (englisch).
  17. Living the trainer life with ‘Pokémon Go’. Engadget, abgerufen am 9. Juli 2016.
  18. Pokémon GO – Demonstration – Nintendo E3 2016. In: YouTube. Nintendo, abgerufen am 9. Juli 2016 (3m 26s).
  19. Pokémon go is brought up into the real world through iOS and Android. GeekSnack, abgerufen am 17. September 2015.
  20. a b Emma Boyle: Dieses Spiel stürmt die App-Store-Charts. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. 10. Juli 2016, abgerufen am 10. Juli 2016.
  21. Allegra Frank: Pokémon Go heading out to the field in Japanese-only beta test. In: Polygon. Vox Media, 4. März 2016, archiviert vom Original am 4. Mai 2016, abgerufen am 4. März 2016 (englisch).
  22. Daniel Vuckovic: Pokémon GO field testing is expanding to Australia and New Zealand. Vooks, 8. April 2016, abgerufen am 8. April 2016 (englisch).
  23. The Pokémon GO Development Team: Pokémon GO field testing expands to the United States. Niantic Labs, 16. Mai 2016, abgerufen am 19. Mai 2016.
  24. Jonathan Dornbush: Pokémon Go Period Ending This Week. IGN, abgerufen am 27. Juni 2016 (englisch).
  25. Julia Alexander: Pokémon Go will be released in July. In: Polygon. 15. Juni 2016, abgerufen am 17. Juni 2016.
  26. Johann Grabmann: Pokémon Go: Internationaler Start & spielen in Deutschland (APK download). 9. Juli 2016, abgerufen am 10. Juli 2016.
  27. David Bergmann: Pokémon GO: Download für iOS & Android, Tipps, Gameplay-Videos – alles zur AR-App. In: PC Games. 15. Juli 2016, abgerufen am 18. Juli 2016.
  28. Artur Mannin, giga.de: Pokémon Go: Server gehen nach DDOS-Attacke in die Knie. Abgerufen am 17. Juli 2016.
  29. Andre Linken, gamestar.de: Pokémon Go - Falsch kalkuliert: Niantic hat Traffic maßlos unterschätzt. Abgerufen am 30. September 2016.
  30. heise online: Wie Pokémon Go sogar Google platt gemacht hat. In: heise online. Abgerufen am 2. Oktober 2016 (de-de).
  31. Maik Seidl, playm.de: Pokémon GO: Nutzung im Straßenverkehr eingeschränkt. Abgerufen am 19. Oktober 2016.
  32. Brian Crecente: Watch Future – Time killers: The strange history of wrist gaming. In: Polygon. 12. Juli 2015, abgerufen am 16. Juni 2016 (englisch).
  33. Emma Boyle: Pokémon Go Gets A Release Date. VRFocus, 15. Juni 2016, abgerufen am 15. Juni 2016 (englisch).
  34. Pokemon Go Release Date News and Price: Preorder Now Available? In: hngn.com. 28. Juni 2016, abgerufen am 12. Juli 2016 (englisch).
  35. Gregor Rumpf: Pokémon Go Plus doch erst im September zu kaufen. In: TournOn 27.Juli.2016, abgerufen 2.August.2016
  36. a b Kallie Plagge: Pokémon Go Review. In: IGN. 12. Juli 2016, abgerufen am 24. Juli 2016 (englisch).
  37. Game Awards 2016 - Das sind die Sieger der »Oscars der Spiele«
  38. a b c d e Wolfgang Stuflesser, Sebastian Sonntag: Töne, Texte, Bilder. Das Medienmagazin. WDR 5, 16. Juli 2016, abgerufen am 19. Juli 2016.
  39. a b Marcus Richter im Gespräch mit Max Oppel: < Kritik an der App „Pokémon Go“. Es sind nicht die besten Datenschützer. Deutschlandradio Kultur, 12. Juli 2016, abgerufen am 19. Juli 2016.
  40. Pokémon GO Datenschutzrichtlinie. In: www.nianticlabs.com. 1. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  41. Pokémon Go: Verbraucherschützer reichen Abmahnung gegen Niantic ein. 20. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  42. vzbv mahnt Entwickler von Pokémon Go ab. vzbv.de, 20. Juli 2016, abgerufen am 21. Juli 2016.
  43. Jürgen Schmidt: Pokémon Go: Ingress-Macher laden zur Pokemon-Jagd. In: Heise. 8. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  44. Marianne Westenhanner: Pokémon Go Ärger: Das wird jetzt gemunkelt. In: Chip.de. 7. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  45. Mathias Dietrich: Pokémon GO – Neue Serverausfälle trotz zusätzlicher Kapazitäten für Europa. In: GamePro. 19. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  46. Berkeley Lovelace Jr.: 'Pokemon Go' now the biggest mobile game in US history. In: CNBC. 13. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016 (englisch).
  47. "Pokémon Go" verdoppelt Marktwert von Nintendo. In: Zeit Online. 19. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  48. Denzinger, Melanie & Glaser, Johannes: Digitale Transzendenz. Pokémon Go und die digitale Durchdringung der physikalisch-er- fahrbaren Welt. (academia.edu [abgerufen am 27. Oktober 2016]).
  49. Nicole Bruhin: So sehen Pokémon-Go-Opfer aus. In: blick.ch. 14. Juli 2016, abgerufen am 15. Juli 2016.
  50. Pokémon GO claims its first victim in Guatemala. In: indianexpress.com. 14. Juli 2016, abgerufen am 21. Juli 2016 (englisch).
  51. Omari Akil: Warning: Pokemon GO is a Death Sentence if you are a Black Man. In: Omari Akil – Words. Style. Movement. Love. 13. Juli 2016, abgerufen am 20. Juli 2016.
  52. a b Clemens Wortmann: „Wo Pokémon Go mehr als nur ein Spiel ist“. In: General-Anzeiger, Bonn, 19. Juli 2016, Seite 32.
  53. Israeli army warns soldiers over Pokemon Go craze - Israel News. In: Haaretz.com. Abgerufen am 26. Juli 2016.
  54. Stricktes "Pokémon No Go" in Israels Kasernen und Botschaften. In: Welt Online. 19. Juli 2016 (welt.de [abgerufen am 26. Juli 2016]).
  55. „Pokémon Go“-Verbot für Indonesiens Polizisten und Soldaten. In: Der Westen. 20. Juli 2016, abgerufen am 30. Juli 2016.
  56. Omari Akil: Saudi-Arabien: Fatwa gegen Pokémon erneuert. In: Deutsche Welle. 20. Juli 2016, abgerufen am 21. Juli 2016.
  57. a b Pokémon Go brings video games outside. American Heart Association News, 19. Juli 2016, abgerufen am 21. Juli 2016 (englisch).
  58. Bewegung durch Handyspiel: US-Kardiologen loben "Pokémon Go". In: Spiegel Online. 20. Juli 2016, abgerufen am 21. Juli 2016.
  59. a b Jessica Conditt: Pokemon Go's mental health benefits are real. "The research is really, really clear on this." In: Engadget. AOL, 13. Juli 2016, abgerufen am 14. Juli 2016 (englisch).
  60. a b c Kashmira Gander: Pokémon Go: How the game is helping players tackle anxiety and depression. The Independent, 13. Juli 2016, abgerufen am 14. Juli 2016 (englisch).
  61. Lydia Smith: Pokemon Go: Is catching a Pikachu on your phone really good for your mental health? International Business Times, 13. Juli 2016, abgerufen am 14. Juli 2016 (englisch).
  62. Riesige „Pokemon Go“-Party ohne Genehmigung, orf.at, 3. August 2016, abgerufen 3. August 2016.
  63. Pokémon Go: Chaos in New York wegen seltenem Pokémon. 18. Juli 2016, abgerufen am 28. August 2016 (de-de).
  64. Pokémon GO — Relaxo sorgt für Chaos auf den Straßen von Taiwan. 23. August 2016, abgerufen am 28. August 2016.
  65. Manuel Medicus: Pokémon GO: Relaxo-Spawn sorgt für Chaos in Taipei [Video - PC Magazin.] Abgerufen am 28. August 2016.