Pokal des FC Bayern

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Unter der Bezeichnung Pokal des FC Bayern im Spieljahr 1901/02 bzw. Münchner Pokal des FC Bayern im Spieljahr 1902/03 ergriff der FC Bayern München die Initiative, ein im Pokalmodus ausgetragenes Kräftemessen der in München existierenden Fußballvereine, die in den unterschiedlichen Stadtteilen entstanden sind, zu organisieren.

Die Entstehung des Fußballwesens in München[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Nachdem der Fußballsport 1873 von England aus auch Deutschland erreichte, nahm um die Jahrhundertwende die Zahl von Fußball-Mannschaften in München zu. 1899 waren neben dem 1. Münchner FC von 1896 mit dem FC Bavaria 1899 München sowie der am 6. März des Jahres gegründeten Fußballabteilung im TV 1860 München zwei weitere hinzugekommen und am 27. Februar 1900 entstand der FC Bayern als Abspaltung von Spielern der Fußballabteilung im MTV München 1879.

Der 1. Münchner FC von 1896 war Gegner im ersten Spiel des FC Bayern München, das im März 1900 auf dem städtischen Spielplatz auf der Schyrenwiese stattfand und das die Bayern mit 5:2 für sich entschieden. Auch für die späteren „Löwen“, die Fußballmannschaft im TV 1860 München, war der Verein der Gegner im ersten öffentlichen Fußballspiel, sie unterlagen dem 1. Münchner FC von 1896 am 27. Juli 1902 auf der Schyrenwiese mit 2:4.

1901 bestand zwar bereits der Verband Münchner Fußball-Vereine, dieser wurde aber „aus Gründen örtlicher Natur auf unbestimmte Zeit sistiert“. Bayern war in diesen Jahren fußballerisch vergleichsweise unterentwickelt, im gesamten Königreich gab es nur sehr wenige Vereine, die den Sport betrieben. Auch München selbst, als größte Stadt des Südens, lief der Entwicklung in anderen Regionen hinterher. Folglich war Fußball relativ unbekannt und beschränkte sich auf wenige Freundschaftsspiele.

Organisation des Spielbetriebes[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit der zunehmenden Zahl der Vereine kam in München ganz allmählich ein organisierter Spielbetrieb in Gang. In den Jahren 1902 und 1903 wurden auf Initiative des FC Bayern München erstmals Stadtmeisterschaften (unter der Bezeichnung Pokal des FC Bayern bzw. Münchner Pokal des FC Bayern) ausgespielt, an denen sich neben dem Veranstalter auch der 1. Münchner FC von 1896, der FC Bavaria 1899 und der MTV 1879 beteiligten. Gespielt wurde in zwei Klassen, mit den ersten Mannschaften in der ersten sowie den Reserven in der zweiten Klasse – wie auch 1902; undeutlich blieb, ob auch die Fußball-Abteilung des TV 1860 München sowie die Vereinigte Turnerschaft sich an den Spielen beteiligten, und gegebenenfalls später ausschieden.

In beiden Jahren gewann der FC Bayern München diese „Meisterschaften“, welche inoffizieller Natur waren, da seit 1897 der Verband Süddeutscher Fußball-Vereine bestand und zu dieser Zeit, vor dem Herbst 1903, nur die Endrundenspiele um die Verbandsmeisterschaft, aber noch keine Punktspiele in den Kreisen organisierte, sodass die Vereine, was einen regelmäßigen lokalen Spielbetrieb betraf, auf Eigeninitiative angewiesen waren. Erst danach konstituierten sich am 9. Oktober 1903 mit dem Münchner Fußball-Bund (MFB) und am 7. Oktober 1904 mit dem Verband Münchner Fußball-Vereine (VMFV) zwei örtliche Verbände, die fortan die Meisterschaftsrunden organisieren sollten.

Zur Saison 1907/08, zehn Jahre nach Gründung des Verbandes, war eine für das gesamte Verbandsgebiet halbwegs einheitliche Ligastruktur geschaffen. Ab 1910/11 waren die obersten Ligen in allen vier Kreisen (Nordkreis, Westkreis, Südkreis und Ostkreis) eingleisig.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Dietrich Schulze-Marmeling: Die Bayern - Die Geschichte des Rekordmeisters. Verlag Die Werkstatt, Göttingen 2009, ISBN 978-3-89533669-0.
  • Claus Melchior, Hardy Grüne: Die Löwen: Die Fußball-Geschichte des TSV München von 1860. Verlag Die Werkstatt, München/Göttingen 2012.