Pokigron

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Pokigron
4.4833333333333-55.366666666667Koordinaten: 4° 29′ N, 55° 22′ W
Karte: Suriname
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Pokigron

Pokigron auf der Karte von Suriname

Basisdaten
Staat Suriname
Distrikt Sipaliwini
Einwohner 500 
Detaildaten
Gewässer Suriname
Zeitzone UTC-3
Anlegestelle in Atjoni
Anlegestelle in Atjoni

Pokigron ist ein überwiegend durch Saramaccaner (Marrons) bewohntes Dorf in Suriname, unmittelbar südlich vom Brokopondo-Stausee, am linken Ufer des Suriname.

Pokigron wird durch circa 500 Personen bewohnt. Das Dorf ist für den Verkehr in das Buschland von besonderer Bedeutung, da es der letzte Ort am Suriname ist, der ab der Hauptstadt Paramaribo über den Landweg zu erreichen ist.

Ab der Saramaccastraat in Paramaribo fahren täglich für den Personenverkehr umgebaute DAF-Lastwagen (die sogenannten „Jumbos“) über Paranam über Brokopondo und Brownsberg, westlich am Stausee entlang bis zum Flusshafen von Pokigron, Atjoni. Hier ist der Umschlagplatz für Personen und Güter die durch Busse und Lastwagen- und mit Kanus (Korjale) vom- und zum Oberlauf des Suriname an- und abtransportiert werden.

Während des Innenland- oder Dschungelkrieges (1986 bis 1992) zwischen den beiden Protagonisten Ronnie Brunswijk als Leiter des Dschungel-Kommandos auf der einen und Desi Bouterse als Putschist und Oberbefehlshaber des Militär auf der anderen Seite kam der Ort auf besondere Weise in die Schlagzeilen. Anfang 1987 war Pokigron durch das Dschungel-Kommando besetzt. Das Militär setzte im September 1987 zu einem Gegenanfall an. Dabei sollten nach Angaben der Militärs 40 Mitglieder des Dschungel-Kommandos getötet worden sein. Diese Behauptung wurde später auf 15 getötete Mitglieder reduziert. Ein französisches Ärzteteam, dass den Vorfall untersucht hatte, kam zu dem Ergebnis, dass es überhaupt nicht zu einer kämpferischen Auseinandersetzung zwischen den beiden Gruppen gekommen sei. Sie erklärten vielmehr, dass unschuldige Bürger ermordet worden seien.

Der Versuch durch die Militärs im Oktober 1987 unter Begleitung von Journalisten aus den Niederlanden vorort den Gegenbeweis für die Anschuldigungen zu liefern, stellte sich als zweifelhaft heraus. Bis heute sind die Ereignisse in Suriname nicht gerichtlich untersucht worden.