Politbarometer

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Fernsehsendung
Originaltitel Politbarometer
Politbarometer Logo.jpg
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Genre Informationssendung
Erscheinungsjahre seit 1977
Länge 5 Minuten
Ausstrahlungs-
turnus
monatlich, Freitag
Premiere 17. März 1977 auf ZDF
Moderation Matthias Fornoff

Das Politbarometer ist eine Sendung des ZDF, die normalerweise monatlich am Freitagabend ausgestrahlt wird. Neben der Sonntagsfrage zeigt es die aktuellen und langfristigen Trends zu politischen Themen in der Bundesrepublik Deutschland.

Aufgaben und Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Schwerpunkten des Politbarometers gehören:

  • die politische Stimmung in Deutschland
  • die Projektion – wenn am nächsten Sonntag wirklich Wahl wäre
  • die Bewertung der wichtigsten Politiker
  • Umfrage zu aktuellen Themen aus Politik und Wirtschaft

Die Erhebung findet seit 1977 statt und wurde anfangs einmal im Monat durchgeführt. Im ZDF-Programm wurde am 17. März 1977 die erste Umfrage präsentiert. Die erste eigenständige Ausgabe des Politbarometers gab es am 29. April 1977 in den Bonner Perspektiven. Später wurde das Politbarometer montags im Anschluss an das heute-journal präsentiert. Derzeitiger Sendeplatz ist Freitagabend gegen 22:23 Uhr nach dem heute-journal. Nach der Vereinigung der beiden deutschen Staaten wurde von 1991 bis 1995 zusätzlich das Politbarometer Ost unter anderem im blickpunkt eingerichtet. Seit Januar 1996 gibt es ein gesamtdeutsches Politbarometer. Seit Januar 2002 wird die Bevölkerung alle zwei bis drei Wochen befragt. Vor Landtagswahlen findet eine spezielle Umfrage des Politbarometers für das jeweilige Bundesland statt. In den letzten Wochen vor der Bundestagswahl läuft die Sendung jede Woche.

Moderatorin des Politbarometers war bis März 2010 Bettina Schausten, ehemalige Leiterin der ZDF-Hauptredaktion Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik. Bis 2014 wurde die Sendung von Theo Koll moderiert, der am 1. März 2010 die Leitung der ZDF-Hauptredaktion Innen-, Gesellschafts- und Bildungspolitik übernahm. Zum 1. Juli 2014 wurde Matthias Fornoff Leiter der Hauptredaktion „Politik und Zeitgeschehen“ und ist nunmehr auch für die Moderation des Politbarometers zuständig.

Für die Erhebung ist die Forschungsgruppe Wahlen verantwortlich, die dazu ca. 1000 zufällig ausgewählte Bürger aus den alten Bundesländern und ca. 700 aus den neuen Bundesländern befragt, wobei die Überquotierung der neuen Bundesländer dann rechnerisch ausgeglichen wird, so dass sich „rechnerisch“ 1250 Befragte ergeben, die repräsentativ für die gesamte Bevölkerung der Bundesrepublik Deutschland stehen.[1] In den Telefoninterviews werden rund vierzig Fragen gestellt, teilweise mit, teilweise ohne Antwortvorgaben. Die Daten werden jeweils dienstags bis donnerstags erhoben. Die Daten und Dokumente der Politbarometer-Jahreskumulationen seit 1977 werden online über das Forschungsdatenzentrum FDZ Wahlen im GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften für die sekundäranalytische Forschung zur Verfügung gestellt.[2]

Auch für die ZDF-Wahlsendungen liefert die Forschungsgruppe Wahlen sämtliche Prognosen und Analysen. Eine ähnliche Erhebung ist der von der ARD und den Tageszeitungen vorgestellte ARD-Deutschlandtrend.

Ergänzend werden seit 2021 unter dem Namen Politbarometer2go in der ZDF-Mediathek und auf dem YouTube-Kanal von ZDFheute etwa 10 Minuten lange von Mirko Drotschmann alias MrWissen2go moderierte Videos veröffentlicht. Der Fokus liegt dabei weniger als bei der Muttersendung auf dem tagespolitischen Geschehen. Neben einzelnen Umfragen werden auch Aspekten der Methodik Videos gewidmet. Zunächst war die Veröffentlichung von 10 Folgen geplant, die am 27. Januar 2022 abgeschlossen wurde.[3] Die Veröffentlichung der 11. Folge erfolgte am 3. März 2022 über die ZDF-Mediathek.

Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Derzeitige Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ehemalige Moderatoren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bewertung der wichtigsten Politiker[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Folgende Politiker haben seit 2004 bei der Bewertung der zehn wichtigsten Politiker den ersten Platz als „beliebtester Politiker“ belegt:[4]

Politiker Partei Erstmals auf Platz eins Letztmals auf Platz eins
Joschka Fischer Grüne 16. Jan. 2004 28. Jan. 2005
Christian Wulff CDU 25. Feb. 2005 11. Nov. 2005
Matthias Platzeck SPD 25. Nov. 2005 9. Dez. 2005
Horst Seehofer CSU 27. Jan. 2006 17. Feb. 2006
Karl-Theodor zu Guttenberg CSU 24. Juli 2009 1. Apr. 2011
Peer Steinbrück SPD 10. Juni 2011 25. Nov. 2011
Hannelore Kraft SPD 15. Juni 2012 15. Juni 2012
Frank-Walter Steinmeier SPD 18. Aug. 2006 27. Jan. 2017
Martin Schulz SPD 17. Feb. 2017 17. Feb. 2017
Wolfgang Schäuble CDU 11. Sep. 2015 15. März 2019
Winfried Kretschmann Grüne 8. Apr. 2016 27. Sep. 2019
Angela Merkel CDU 13. Jan. 2006 11. Feb. 2022
Cem Özdemir Grüne 29. Juni 2018 30. Sep. 2022
Olaf Scholz SPD 13. Juli 2018 21. Okt. 2022
Annalena Baerbock Grüne 11. Nov. 2022 16. Dez. 2022
Robert Habeck Grüne 28. März 2019 zurzeit auf Platz eins
(Stand: 13. Januar 2023)

Die Liste der „zehn wichtigsten Politikerinnen und Politiker“ wird regelmäßig, etwa sechsmal pro Jahr, gemäß den Befragungen aktualisiert. Von 2004 bis zu ihrem Ausscheiden im März 2022 ohne Unterbrechung dabei war Angela Merkel.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas M. Wüst (Hrsg.): Politbarometer. Leske + Budrich, Opladen 2003, ISBN 3-8100-4051-7.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. siehe Methodik der Politbarometer-Untersuchungen (Artikel auf www.forschungsgruppe.de, abgerufen am 24. Oktober 2015)
  2. Politbarometer. In: Wahlstudien - Politbarometer. GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften, abgerufen am 17. Januar 2022.
  3. ZDF startet "Politbarometer2go" mit Mirko Drotschmann. In: ZDF Presseportal. 28. Mai 2021, abgerufen am 27. Januar 2022.
  4. forschungsgruppe.de: Politbarometer-Pressemeldungen seit dem Jahr 2004