Polizeiruf 110: Bis Mitternacht

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Episode der Reihe Polizeiruf 110
OriginaltitelBis Mitternacht
Produktionsland Deutschland
Originalsprache Deutsch
Produktions-
unternehmen
Provobis[1]
im Auftrag des BR
Länge 89 Minuten
Einordnung Episode 393 (Liste)
Erstausstrahlung 5. September 2021 auf Das Erste
Stab
Regie Dominik Graf
Drehbuch Tobias Kniebe
Produktion Jens Christian Susa
Musik Florian van Volxem,
Sven Rossenbach
Kamera Hendrik A. Kley
Schnitt Claudia Wolscht
Besetzung

Polizeiruf 110: Bis Mitternacht ist ein Fernsehfilm aus der Krimireihe Polizeiruf 110. Der von Provobis (Produzent Jens Christian Susa) für den Bayerischen Rundfunk produzierte Beitrag wurde am 2. Juli 2021 beim Filmfest München uraufgeführt[1] und am 5. September 2021 im Ersten erstgesendet.[2] Es ist die 393. Episode des Polizeiruf 110 und der vierte Fall der Ermittlerin Elisabeth Eyckhoff.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In ihrem ersten Fall als Oberkommissarin bei der Mordkommission ermittelt Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff gegen die Zeit. Innerhalb von 24 Stunden muss sie den mutmaßlichen Serientäter Jonas Borutta zu einem Geständnis bringen. Denn auf Grund eines Formfehlers kann dieser den Verhörraum um Mitternacht verlassen, wenn ihm nichts nachgewiesen wird. Der offensichtlich geistesgestörte Student steht im Verdacht, eine Studentin mit dem Messer attackiert und lebensgefährlich verletzt zu haben. Die Beweislage ist jedoch recht dünn, doch das Vorgehen des Täters birgt Auffälligkeiten zu einem zwei Jahre alten Fall, bei dem eine Joggerin ermordet wurde und bei dem Jonas ebenfalls verdächtigt wurde.

Die Zeit drängt. Nur noch eineinhalb Stunden bis Jonas das Polizeirevier verlassen kann. Das Verhör dreht sich im Kreis. Der sich für übermäßig intelligent haltende Jonas spielt mit der Oberkommissarin, die jedoch glaubt, ihn knacken zu können. Als die Staatsanwältin eintrifft, trifft Bessies Vorgesetzter eine folgenschwere Entscheidung. Er beordert Bessies Vorgänger Josef Murnauer zum Verhör dazu, der sich an Jonas bereits einmal die Zähne ausgebissen hat.

In einer Vernehmpause entdecken die Kollegen vom Kriminaldauerdienst einen vermeintlichen Blutfleck an Jonas Jacke und beschlagnahmen diese. Dabei wird ein neuer Kollege übergriffig. Jonas verliert kurz die Fassung und versetzt ihm einen Kopfstoß. Danach spricht er mit niemandem weiter. Als Bessie davon erfährt und kurz davor verkündet bekam, das Murnauer übernimmt, zieht sie sich wütend in ihr Büro zurück.

Murnauer übernimmt das Verhör und nutzt den Übergriff aus, um Jonas aus der Reserve zu locken. Der Kollege stellt einen Versetzungsantrag und entschuldigt sich förmlich bei Jonas. Danach beginnt ein erneutes Verhör, das jedoch ebenfalls nicht zielführend ist. Schließlich zieht Murnauer Bessie hinzu und die beiden entwickeln eine gemeinsame Strategie. Sie versuchen ihn mit der Tat zu konfrontatieren und laden sein Opfer ein. Sie stellen sie als Schreibkraft vor, doch Jonas erkennt den Trick und lässt sich nichts anmerken. Dafür bricht das Opfer zusammen.

Als es nur noch wenige Minuten bis Mitternacht ist, versuchen sie verzweifelt Jonas zu einem Geständnis zu bewegen, doch dieser will nicht einknicken. Auch der Blutfleck entpuppt sich als tote Spur, da die Übereinstimmung mit dem Opferblut zu gering für einen Haftbefehl ist. Sie appellieren an seinen Geltungsdrang sowie die kostenlosen Therapiesitzungen, die er im Gefängnis erhalten könne. Doch auch diese führt nicht dazu., Die Zeit läuft ab. Doch gerade als sie ihn freilassen wollen, konfrontiert Bessie ihn damit, dass sie und auch Murnauer dann nicht mehr für ihn da sein werden und sich niemand mehr für ihn interessieren würde. Diese Konfrontation bricht Jonas Widerstand und er gesteht die beiden Taten.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Drehbuch verfasste der Journalist und Filmkritiker Tobias Kniebe basierend auf der Fallbeschreibung „Wollust“ aus dem Buch „Abgründe: Wenn aus Menschen Mörder werden“ des Autors und ehemaligen Polizeibeamten Josef Wilfling.[2] Der Film wurde vom 26. Januar 2021 bis zum 26. Februar 2021 in München und Umgebung gedreht.[3] Regie führte Dominik Graf. Der Film wurde im Stil eines Kammerspiels und fast in Echtzeit inszeniert. Nur wenige Szenen spielen außerhalb des Polizeireviers.[4] Die beiden Taten werden in kurzen Rückblenden gezeigt.[5]

Für Elisabeth „Bessie“ Eyckhoff (Gespielt von Verena Altenberger) ist es der insgesamt vierte Fall sowie der erste Fall im Rang einer Oberkommissarin, nachdem sie vor zwei Jahren die Nachfolge Hanns von Meuffels angetreten hat.[6] Mit Verena Altenberger in der Hauptrolle sind noch zwei weitere Folgen von Polizeiruf 110 für 2022 geplant.[7]

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

„Der Polizeiruf "Bis Mitternacht" […] ist hochspannend und vorzüglich gespielt – und er nutzt dramaturgisch raffiniert, wie physikalisch gemessene und empfundene Zeit divergieren.“

Heike Hupertz: Süddeutsche Zeitung[8]

„Der Fall ist gelöst, die Spannung steigt: Dieser klug auf den Kopf gestellten Verhörthriller zeigt in flirrender Betriebsamkeit die vielen Nebenhandlungen, durch die der Täter zum gerichtstauglichen Urteil gelenkt werden soll. Action-Konzentrat im Kammerspielformat.“

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Polizeiruf 110: Bis Mitternacht am 5. September 2021 wurde in Deutschland insgesamt von 5,46 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 13,6 Prozent für Das Erste.[10]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Polizeiruf 110 - Bis Mitternacht. Provobis Gesellschaft für Film und Fernsehen mbH, abgerufen am 31. Mai 2021: „2. Juli 2021 – Welturaufführung beim Filmfest München 2021“
  2. a b Polizeiruf 110: Bis Mitternacht. In: BR.de. Bayerischer Rundfunk, abgerufen am 30. Juli 2021.
  3. a b Polizeiruf 110: Bis Mitternacht bei crew united
  4. "Polizeiruf 110: Bis Mitternacht" – Kritik um Film in der ARD. In: Prisma.de. Abgerufen am 9. September 2021.
  5. „Polizeiruf 110 – Bis Mitternacht“: Immer tickt die Uhr. In: Redaktionsnetzwerk Deutschland. Abgerufen am 9. September 2021 (deutsch).
  6. „Polizeiruf 110: Bis Mitternacht“ (Episode 393): Kritik. 7. September 2021, abgerufen am 9. September 2021.
  7. DER SPIEGEL: »Polizeiruf«-Vote: Wie gefiel Ihnen »Bis Mitternacht«? Abgerufen am 9. September 2021.
  8. Heike Hupertz: "Polizeiruf 110" aus München. Gegen die Zeit. In: Medien. Süddeutsche Zeitung, 3. September 2021, abgerufen am 4. September 2021.
  9. Christian Buß: Der »Polizeiruf« aus München im Schnellcheck. In: Der Spiegel. 5. September 2021, abgerufen am 9. September 2021.
  10. Laura Friedrich: Primetime-Check: Sonntag, 5. September 2021. Quotenmeter.de, 6. September 2021, abgerufen am 7. September 2021.