Polizeiruf 110: Fieber

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Folge der Reihe Polizeiruf 110
OriginaltitelFieber
ProduktionslandDeutschland
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
BR
Länge85[1] Minuten
EinordnungFolge 331 (Liste)
Erstausstrahlung4. November 2012 auf Das Erste
Stab
RegieHendrik Handloegten
DrehbuchAlex Buresch
Matthias Pacht
ProduktionUli Aselmann
MusikBertram Denzel
KameraPhilipp Haberlandt
SchnittVera van Appeldorn
Besetzung

Fieber ist ein Fernsehfilm aus der ARD-Krimireihe Polizeiruf 110. Der Film wurde vom BR unter der Regie von Hendrik Handloegten produziert und am 30. September 2012 beim Filmfest Hamburg uraufgeführt. Die Fernsehausstrahlung erfolgte am 4. November 2012 erstmals im Ersten als 331. Folge der Krimireihe. Es ist der vierte Fall des Münchner Polizeiruf-Ermittlers von Meuffels.

Von Meuffels wird bei einem Einsatz angeschossen und ermittelt situationsbedingt in einem Krankenhaus, nachdem dort mehrere Patienten und eine Ärztin sterben.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein Geiselnehmer war in einen Kindergarten eingedrungen und drohte ein Kind zu töten. Obwohl das SEK bereitstand stürmte von Meuffels Assistentin, Anna Burnhauser, in das Gebäude, um die Aufmerksamkeit des Geiselnehmers von dem Kind abzulenken. Von Meuffels folgt ihr und in einem beginnenden Schusswechsel wird der Kommissar getroffen. Er wird in ein Krankenhaus gebracht und notoperiert. In der Phase der Genesung erhält er starke Schmerzmittel und es fällt ihm schwer, die Realität von seinen Wahnvorstellungen zu unterscheiden. Häufig begegnet ihm sogar der Mann, der ihn bei dem Einsatz angeschossen hatte und der eigentlich im Koma liegt.

Trotz seiner Fieberträume ist sich von Meuffels sicher, seinem ehemaligen Internatskamerden Detlef Ellermann als Patient begegnet zu sein und obwohl Ellermann am nächsten Tag entlassen werden sollte, stirbt er noch in der Nacht. Sein Bettnachbar berichtet sogar von Menschenversuchen im Keller der Klinik, weshalb immer mal wieder Patienten plötzlich verschwinden würden. Von Meuffels versucht dem nachzugehen. Dabei belauscht er Gespräche zwischen den Ärzten, die ihm geheimnisvoll vorkommen. Es gelingt ihm die Medizinakte von Ellermann zu stehlen, woraus ersichtlich ist, dass ein Nierenproblem die Todesursache war. Im Krankenhaus hatte er sich aber einer ganz anderen OP unterzogen. Um das zu klären, bittet er Burnhauser, die ihn regelmäßig besuchen kommt, mit Ellermanns Frau zu sprechen, damit sie eine Obduktion beantragt. Doch die Witwe lehnt ab.

Von Meuffels beginnt den Ärzten unangenehme Fragen zu stellen, dabei kann er das Vertrauen von Frau Dr. Oblenkow gewinnen, die bereit ist mit ihm zu reden. Ehe es jedoch dazu kommt, begeht sie angeblich Suizid. Ihr Vorgesetzter Dr. Klenk gibt an, dass sie schwer tablettenabhängig gewesen wäre und eine drohende Kündigung sie sehr belastet hätte.

Am Ende bringen von Meuffels Verdächtigungen gegen die Klinik ihn selber in höchste Lebensgefahr. Er ist kurz davor den Vertuschungsversuchs von MRSA aufzudecken. Die betroffenen Patienten hatten sich mit dem Krankenhauskeim infiziert, was auf dem Totenschein nicht vermerkt wurde. Da der Kommissar mit einem solchen Patienten auf einem Zimmer lag, hat er sich selber infiziert und kann nur mit großer Anstrengung der Ärzte gerettet werden.

Für den Tod von Dr. Oblenkow kann Schwester Angela verantwortlich gemacht werden, die zum einen eifersüchtig auf die junge Ärztin war und zum andern befürchtete, dass sie die Klinik verraten würde. Auch ein Abrechnungsskandal wird aufgedeckt. Da Chefarztoperationen hochwertiger sind, wurden diese häufig bei der Krankenkasse abgerechnet, obwohl ein ganz anderer Arzt operiert hatte.

Rezeption[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einschaltquoten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Erstausstrahlung von Fieber am 4. November 2012 wurde in Deutschland insgesamt von 7,29 Millionen Zuschauern gesehen und erreichte einen Marktanteil von 19,6 Prozent für Das Erste.[2]

Kritik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Rainer Tittelbach von Tittelbach.tv schreibt: „Hendrik Handloegtens ‚Fieber‘ ist ein ‚Polizeiruf 110‘, der mit den Konventionen des TV-Krimis bricht wie kaum ein anderer und zugleich hoch spannend ist. Der Zuschauer dringt ins Unterbewusstsein des Helden ein, wird Augenzeuge absurder Halluzinationsszenen, die getragen werden vom furiosen Georg Friedrich.“[2]

Bei spiegel.de schreibt Christian Buß: „nichts gegen einen ordentlichen Morphiumrausch, wir wollen ja nicht spießig erscheinen. Aber möchte man bei einer Diskussion über kriminelle Machenschaften von Medizinern wirklich einen schwer sedierten Cop als Gewährsmann?“[3]

Die Kritiker der Fernsehzeitschrift TV Spielfilm meinen: „Hendrik Handloegten (‚Fenster zum Sommer‘) setzt den halluzinativen Trip mit gespenstischer Atmo in Szene.“ Der Film ist „Verstörend, schräg und einfallsreich.“[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Sendelänge bei br.de, abgerufen am 8. November 2016.
  2. a b Matthias Brandt – ein Kommissar zwischen Realität und Wahnvorstellungen bei tittelbach.tv, abgerufen am 28. September 2016.
  3. Kommissar Kaputt jagt Dr. Pfusch bei spiegel.de, abgerufen am 8. November 2016.
  4. TV-Krimi. Matthias Brandt sieht Geister. bei tvspielfilm.de, abgerufen am 8. November 2016.