Polizeiruf 110: Schnelles Geld

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Folge der Reihe Polizeiruf 110
OriginaltitelSchnelles Geld
ProduktionslandDDR
OriginalspracheDeutsch
Produktions-
unternehmen
Fernsehen der DDR
Länge76 Minuten
EinordnungFolge 87 (Liste)
Erstausstrahlung13. November 1983 auf DDR 1
Stab
RegieManfred Mosblech
DrehbuchManfred Mosblech
ProduktionUwe Herpich
MusikHartmut Behrsing
KameraWinfried Kleist
SchnittGerti Gruner
Besetzung
Chronologie

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Eine nette Person

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Im Sog

Schnelles Geld ist ein deutscher Kriminalfilm von Manfred Mosblech aus dem Jahr 1983. Der Fernsehfilm beruht auf einer Filmerzählung von Gerhard Scherfling und erschien als 87. Folge der Filmreihe Polizeiruf 110.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eigentlich wollte Peter Lommer mit seiner Frau Astrid und der gemeinsamen Tochter am Wochenende im Auto der kleinen Familie zu Astrids Eltern aufs Land fahren. Am frühen Morgen sucht ihn jedoch sein Freund Horst auf, der sich unbedingt Peters Wagen leihen will. Er gibt Peter 100 Mark dafür, und Peter willigt ein. Horst braucht den Wagen, um beim Verkaufsgespräch mit einem dörflichen Hofbesitzer Eindruck zu schinden, obwohl er in Wirklichkeit kein Geld hat. Das Verkaufsgespräch läuft zunächst gut, doch allmählich durchschaut der Bauer Horst und lehnt schließlich den Verkauf ab. Mit Charme und kleineren Gaunereien, die schon den Charakter von Vertrauensbruch und Diebstahl haben, erlangt Horst anschließend wieder einmal bei einer Frau alte, mehr oder weniger wertvolle Gegenstände, die sich im Zuge der Nostalgiewelle zu Geld machen lassen.

Astrid ist von der freundschaftlichen Hilfe ihres Mannes wenig angetan. Mit Peter und der Tochter läuft sie nun zu ihren Eltern. Es wird deutlich, dass Astrid und Peter den Eltern 5.000 Mark schulden, da Peter sich ein neues Auto gekauft hat. Astrid zahlt immer wieder kleine Raten, während Peter unter den Schulden leidet. Er will mehr als sein bisher Erreichtes, träumt von einem Lottogewinn oder einer großen Erbschaft und von einer besseren Wohnung. Derzeit lebt die Familie in einer kleinen Dachwohnung in einem verwinkelten Altbau mit Galeriezugang.

Eines Tages bietet Horst Peter die Teilnahme an einem angeblich sicheren Verbrechen an. In einer Thüringer Kleinstadt soll es problemlos möglich sein, die Nachtkasse zu überfallen. Nach Horsts Untersuchungen könnten beide bei dem Diebstahl in dem nachts menschenleeren Ort 30.000 Mark erbeuten. Horst verplant das Geld bereits für einen Bauernhof, in dem auch Peter und Astrid wohnen könnten. Nach einiger Bedenkzeit stimmt Peter zu, am geplanten Verbrechen teilzunehmen. Horst hat Arbeiteranzüge und Strumpfmasken besorgt. Beim nächtlichen Überfall auf den Transporteur der Nachtkasse kommt es jedoch zur Rangelei. Peter reagiert zu spät und schlägt den Mann schließlich nieder. Der fällt auf einen Bordstein und bleibt zunächst hilflos liegen. Peter und Horst fliehen im Wagen des Überfallenen, wobei ihnen ein Schneepflug den Weg versperren will. Bei dem Ausweichmanöver schlägt Peter hart mit dem Kopf auf und zieht sich schwere Verletzungen zu. Er blutet heftig, als Horst ihn in seinen Wagen trägt. Bei sich zu Hause angekommen, verbindet Horst Peter und legt ihn ins Bett. Die Schuld sucht er bei Peter, der nicht richtig reagiert habe.

Die Ermittler, zu denen auch Oberleutnant Lutz Zimmermann gehört, haben inzwischen am Tatort zahlreiche Spuren sichern können. Sie wissen, dass der Beifahrer – Peter – sehr schwer verletzt sein muss, fanden sie doch neben Blutspuren auch Knochensplitter im ersten Fluchtauto. Über einen Fingerabdruck können sie schließlich Horst ermitteln. Sie erwarten ihn in seinem Haus und verhaften ihn. Für Peter jedoch kommt jede Hilfe zu spät. Er war benommen aus dem Bett gestiegen und kurz darauf zusammengebrochen. Die Ermittler können beim Eintreffen nur noch seinen Tod feststellen. Lutz Zimmermann überbringt Astrid, die bei ihren Eltern war, die Nachricht vom Tod ihres Mannes.

Produktion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schnelles Geld wurde vom 15. Januar bis 15. März 1983 unter den Arbeitstiteln Der Freund, Geschäftsrisiko und 2 Freunde in Schleusingen, Friedrichroda, Rudolstadt, Bad Blankenburg und Oberhof gedreht.[1] Die Kostüme des Films schuf Ute Rossberg, die Filmbauten stammen von Reinhard Welz. Der Film erlebte am 13. November 1983 im 1. Programm des Fernsehens der DDR seine Premiere. Die Zuschauerbeteiligung lag bei 49,7 Prozent.[2]

Es war die 87. Folge der Filmreihe Polizeiruf 110. Oberleutnant Lutz Zimmermann ermittelte in seinem 2. Fall. Ruth und Blanche Kommerell sind wie im Film tatsächlich Mutter und Tochter.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Hoff: Polizeiruf 110. Filme, Fakten, Fälle. Das Neue Berlin, Berlin 2001, ISBN 3-360-00958-4, S. 144–145.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Darstellung gemäß http://www.polizeiruf110-lexikon.de/filme.php?Nummer=087 (Link nur eingeschränkt verfügbar)
  2. Peter Hoff: Polizeiruf 110. Filme, Fakten, Fälle. Das Neue Berlin, Berlin 2001, S. 95.