Polkowice

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Polkowice
Wappen von Polkowice
Polkowice (Polen)
Polkowice
Polkowice
Basisdaten
Staat: Polen
Woiwodschaft: Niederschlesien
Powiat: Polkowice
Fläche: 8,79 km²
Geographische Lage: 51° 30′ N, 16° 4′ OKoordinaten: 51° 30′ 0″ N, 16° 4′ 0″ O
Höhe: 173 m n.p.m.
Einwohner: 22.525
(31. Dez. 2016)[1]
Postleitzahl: 59-100 und 59-101
Telefonvorwahl: (+48) 76
Kfz-Kennzeichen: DPL
Wirtschaft und Verkehr
Nächster int. Flughafen: Breslau
Gmina
Gminatyp: Stadt- und Landgemeinde
Gminagliederung: 15 Ortsteile
Fläche: 158,77 km²
Einwohner: 27.443
(31. Dez. 2016)[1]
Bevölkerungsdichte: 173 Einw./km²
Gemeindenummer (GUS): 0216043
Verwaltung (Stand: 2007)
Bürgermeister: Wiesław Wabik
Adresse: Rynek 1
59-100 Polkowice
Webpräsenz: www.polkowice.pl



Polkowice [pɔlkɔˈvʲiʦɛ] Audio-Datei / Hörbeispiel Aussprache?/i (deutsch: Polkwitz; 1937–1945: Heerwegen) ist Kreisstadt des Powiat Polkowicki (Polkwitzer Distrikt) in der polnischen Woiwodschaft Niederschlesien. Sie hat rund 22.000 Einwohner.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polkwitz südlich von Glogau auf einer Landkarte von 1905.

Die Stadt liegt in Niederschlesien am Südwestrand der Dalkauer Berge, 200 Meter über dem Meeresspiegel[2], etwa 15 Kilometer nordwestlich von Lubin (Lüben).

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bereits 1276 wurde Polkwitz als Stadt bezeichnet, 1291 erhielt die Stadt ein eigenes Wappen. 1365 kam der Ort zu Böhmen. Ein Brand im Jahr 1457 zerstörte Teile der Stadt. Die Stadt war von einer Stadtmauer umgeben. Nach dem Ersten Schlesischen Krieg kam Polkwitz 1742 zu Preußen, wo es bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges als Landstadt im Landkreis Glogau verblieb. Die Stadt hatte eine evangelische Kirche und eine katholische Kirche. Um 1930 gab es in Polkwitz Vieh- und Pferdemärkte, ein Sägewerk und eine Dampfziegelei.[2] Im Jahr 1937 wurde Polkwitz in Heerwegen umbenannt.

Am 8. Februar 1945 wurde die Stadt von der Roten Armee eingenommen. Im selben Jahr wurde Heerwegen von der sowjetischen Besatzungsmacht unter polnische Verwaltung gestellt. Heerwegen verlor den Status als Stadt. Die Polen führten für Heerwegen den Ortsnamen Polkowice ein. Die einheimische deutsche Bevölkerung wurde in der Nachkriegszeit von der örtlichen polnischen Verwaltungsbehörde aus Heerwegen vertrieben.

Nach dem Zweiten Weltkrieg reaktivierte die polnische Verwaltung in den besetzten Gebieten Niederschlesiens die Schwerindustrie und forcierte den Abbau von Bodenschätzen. Nun wurden auch in der Gegend von Polkowice und Lubin die großen Kupfervorkommen erschlossen, was mit einem rasanten Wachstum der kleinen Stadt einherging. So konnte Polkowice 1967 das Stadtrecht wieder erlangen. In den 1980er Jahren zählte die Stadt schon 20.000 Einwohner, und es waren zahlreiche neue (Plattenbau-) Wohnsiedlungen außerhalb der Altstadt entstanden. Das Stadtzentrum selbst verfiel und die kleinstädtische Bebauung rings um den Marktplatz wurde abgerissen. Nach der politischen Wende in Polen änderte sich die städtebauliche Einstellung, und die Altstadt wurde mit neuen, an die abgerissenen Häuser angelehnten Gebäuden bebaut – das Stadtzentrum wurde revitalisiert.

Marktplatz
Rathaus und evangelische Kirche

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr Einwohner Anmerkungen
1861 2.300 davon 1.802 Evangelische[3]
1885 2.033 [4]
1905 1.654 davon 329 Katholiken und elf Juden[5]
1910 1.613 [6]
1925 1.670 vorwiegend Evangelische, 300 Katholiken[2]
1933 1.748 [7]
1939 1.601 [7]
1969 4.462 [8]
1970 ~10.600 [8]
1983 ~19.700 [9]
1995 21.825 [10]
2000 21.841 [10]
2005 22.290 [10]

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von großer Bedeutung für Polkowice ist der Bergbau. Die Gegend um Polkowice und Lubin ist das größte polnische Kupferrevier. KGHM betreibt hier das Bergwerk Rudna.

Ein wichtiger Arbeitgeber ist seit 1998 auch ein Dieselmotorenwerk, in dem 1,9l-TDI-Motoren für die Marken des Volkswagen-Konzerns gefertigt werden. Eigentümer und Betreiber ist die Volkswagen Motor Polska Sp. z o.o.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Polkowice liegt an der Schnellstraße 3 (E65), die eine wichtige Nord-Süd-Verbindung im westlichen Polen darstellt.

Zur Eisenbahngeschichte siehe Polkwitz–Raudtener Kleinbahn.

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Gemeinde Polkowice im Powiat Polkowicki
Ruine einer Windmühle

Die Stadt- und Landgemeinde Polkowice zählt auf einer Fläche von 158,77 km² rund 26.000 Einwohner und gliedert sich neben dem gleichnamigen Hauptort in folgende Schulzenämter (sołectwo):

  • Biedrzychowa (Friedrichswalde)
  • Dąbrowa (Dammer)
  • Guzice (Gusitz; 1937–1945: Schenkfeld)
  • Jędrzychów (Groß Heinzendorf)
  • Kaźmierzów (Arnsdorf)
  • Komorniki (Kummernick; 1937–1945: Eichbach)
  • Moskorzyn (Musternick; 1937–1945: Herzogtal)
  • Nowa Wieś Lubińska (Neudorf)
  • Pieszkowice (Petersdorf)
  • Sobin (Herbersdorf)
  • Sucha Górna (Ober Zauche)
  • Tarnówek (Tarnau b. Kummernick; 1937–1945: Dornbusch)
  • Trzebcz (Trebitsch; 1937–1945: Rodetal)
  • Żelazny Most (Eisemost)
  • Żuków (Suckau)

Partnergemeinde[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Samtgemeinde Sickte in Niedersachsen sowie die Gemeinde Heumen in den Niederlanden sind Partnergemeinden von Polkowice.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

CCC Polsat-Polkowice

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Polkowice – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Paul Brucksch (Hrsg.): Chronik der Stadt Polkwitz. Nach amtlichen Quellen bearbeitet und zusammengestellt. Hellmann, Glogau 1911.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Population. Size and Structure by Territorial Division. As of December 31, 2016. Główny Urząd Statystyczny (GUS) (PDF-Dateien; 5,19 MiB), abgerufen am 29. September 2017.
  2. a b c Der Große Brockhaus, Band 14, Leipzig 1933, S. 715.
  3. Friedrich Gottlob Eduard Anders: Historische Statistik der Evangelischen Kirchen Schlesiens nebst einer Kirchen-Charte. Breslau 1867, S. 452.
  4. http://www.retrobibliothek.de/retrobib/seite.html?id=113020
  5. Meyers Großes Konversations-Lexikon, 6. Auflage, Band 16, Leipzig/Wien 1909, S. 106.
  6. http://www.gemeindeverzeichnis.de/gem1900///////gem1900.htm?schlesien/glogau.htm
  7. a b http://www.verwaltungsgeschichte.de/glogau.html#ew39glogheerweg
  8. a b Heinz Rudolf Fritsche: Schlesien Wegweiser. Bechtermünz Verlag, Augsburg 1996
  9. Encyklopedia Powszechna PWN
  10. a b c http://www.stat.gov.pl