Polyarthritis

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Polyarthritis bezeichnet eine entzündliche Autoimmunkrankheit, die neben den Gelenken auch Organe, Schleimbeutel und Sehnenscheiden befallen kann. Eine chronische Polyarthritis nennt man rheumatoide Arthritis.[1] Frauen sind dreimal so häufig betroffen wie Männer.

Abgrenzung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gelenkschmerzen ohne entzündliche Veränderungen nennt man Arthralgie, mit Entzündung Arthritis. Bei Monoarthritis ist ein Gelenk betroffen, bei Oligoarthritis zwei bis vier. Ab fünf betroffenen Gelenken spricht man von Polyarthritis.[2]

Ursachen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Eine Polyarthritis kann Begleiterscheinung von Infektionskrankheiten sein, etwa bei Ross-River-Fieber, Tuberkulose oder Morbus Whipple.[3] Bei jungen Frauen, die viel in Kontakt mit kleinen Kindern kommen, ist die akute Polyarthritis nicht selten mit einer Parvovirus B19-Infektion verknüpft. Ebenso kann sie bei Infektionen mit Hepatitis B, Hepatitis C, HIV, Epstein-Barr und Röteln auftreten.[4][5]

Als extraintestinale Manifestation tritt Polyarthritis bei Morbus Crohn, seltener bei Colitis ulcerosa auf.[6]

Symptome[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die ersten Anzeichen für eine Polyarthritis sind Schmerzen bei Bewegungen oder Druck, Überwärmung von Gelenken oder Schwellungen. Die Finger- und Handgelenke sind am häufigsten von der Krankheit betroffen. Zudem kann es zu einer Morgensteifigkeit an den betroffenen Gelenken kommen. Begleitende Symptome können allgemeine Krankheitszeichen wie beispielsweise Erschöpfung, Schwächegefühl, Appetitlosigkeit oder Fieber sein.

Da auch die Sehnenscheiden befallen sein können, tritt häufig eine Sehnenscheidenentzündung im Bereich der Hand auf. Diese kann zum Riss der Sehne führen.

Die sogenannten Rheumaknoten kommen bei ungefähr 30 % der Patienten vor. Diese bilden sich im Bereich von Sehnen, Bändern und Knochenvorsprüngen. Dabei ist die Größe abhängig von der entzündlichen Aktivität der Polyarthritis.[7]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Hanns-Wolf Baenkler, Hartmut Goldschmidt, Johannes-Martin Hahn, Martin Hinterseer, Andreas Knez: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Thieme, Stuttgart 2015. ISBN 978-3-13-167533-0.
  • Hans-Jürgen Hettenkofer: Rheumatologie: Diagnostik - Klinik - Therapie. Thieme, Stuttgart 2003. ISBN 3-13-657805-8.
  • John H. Klippel, John H. Stone, Leslie J. Crofford, Patience H. White: Primer on the Rheumatic Diseases. Springer, 2008. ISBN 978-0-387-68566-3.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Baenkler et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Kapitel 10.6.1 (ohne Seitenangabe)
  2. Baenkler et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Kapitel 10.3.1 (ohne Seitenangabe)
  3. Baenkler et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Kapitel 4.6.6 (ohne Seitenangabe)
  4. Klippel et al.: Primer on the Rheumatic Diseases. S. 53
  5. Hettenkofer: Rheumatologie: Diagnostik - Klinik - Therapie. S. 146ff.
  6. Baenkler et al.: Kurzlehrbuch Innere Medizin. Kapitel 4.6.11 (ohne Seitenangabe)
  7. Symptome der Polyarthritis. Abgerufen am 25. März 2018.