Polyester (Film)

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Filmdaten
Deutscher TitelPolyester
OriginaltitelPolyester
ProduktionslandUSA
OriginalspracheEnglisch
Erscheinungsjahr1981
Länge85 Minuten
AltersfreigabeFSK 12
Stab
RegieJohn Waters
DrehbuchJohn Waters
ProduktionJohn Waters
MusikChris Stein, Michael Kamen
KameraDavid Insley
SchnittCharles Roggero
Besetzung

Polyester ist eine US-amerikanische Satire von John Waters aus dem Jahr 1981. Auf bewusst geschmacklose Weise wird die amerikanische Mittelstandsfamilie aufs Korn genommen. Die Erstaufführung von Polyester fand am 11. Dezember 1981 statt.

Handlung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Francine Fishpaw möchte ein ganz normales Leben in einer ganz normalen Familie in einer ganz normalen Vorstadt von Baltimore führen. Das ist ihr aber nicht vergönnt. Die Familie Fishpaw droht auseinanderzubrechen: Ehemann Elmer, Besitzer eines Pornokinos, hat eine Affäre mit seiner Sekretärin, die Tochter lässt sich von einem stadtbekannten Rowdy schwängern, der Sohn ist der berüchtigte "Baltimore-Fußstampfer". Trost und Rückhalt findet Francine im Alkohol und bei ihrer Freundin Cuddles. Der Held ihrer Tagträume ist der Playboy Todd Tomorrow.

Unter Mithilfe von Cuddles und einer Menge absurder Zufälle schafft es Francine, ihre saubere Scheinwelt wiederherzustellen.

Hintergrund[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Odorama-Geruchskarte zum Film "Polyester"

Polyester ist einer der wenigen Filme, die im Odorama-Verfahren (Geruchskino) gezeigt wurden. Die Kinobesucher erhielten Rubbelkarten, die bei Benutzung den zur Szene passenden Geruch verströmen. Die Gerüche beinhalteten: 1. Rosen, 2. Flatulenz, 3. Klebstoff, 4. Pizza, 5. Benzin, 6. Stinktier, 7. Gas, 8. Neuer PKW (innen), 9. Schmutzige Schuhe, 10. Lufterfrischer. 1999 und 2011 wurden diese Geruchskarten, für Aufführungen des Films auf verschiedenen Filmfestivals, neu aufgelegt. Spy Kids – Alle Zeit der Welt war einer von wenigen Filmen, die dieses Konzept (mit sogenannten Aroma-Scope-Karten) wieder aufgriffen.

Waters parodiert in dem Film das Amerika der 1950er-Jahre und die zu dieser Zeit entstandenen Filmmelodramen, etwa die von Regisseur Douglas Sirk.[1] Diese setzten sich oft mit den Problemen von Frauen mittleren Alters in der Gesellschaft auseinander und waren in expressiven, starken Farben gedreht.

Das Titellied Polyster wurde von Tab Hunter gesungen und von den Blondie-Mitgliedern Chris Stein und Debbie Harry geschrieben. Das im Film vorkommende Lied The Best Thing wird von Bill Murray gesungen.

Kritiken[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bei Rotten Tomatoes besitzt Polyester, basierend auf 19 Kritiken, eine positive Wertung von 89 %.[2] Der Filmdienst schrieb, Waters mache „die amerikanische Mittelstandsfamilie zum Objekt einer bizarren, absurden und bewußt geschmacklosen Satire, die stellenweise die Nerven des Publikums arg strapaziert.“[3] Janet Maslin in der New York Times schrieb, dass dieser Film von Waters weniger grotesk und nicht nur für Mitternachtsvorstellungen geeignet sei, und nannte ihn „hip und stilisiert“.[4]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Beth Accomando, Christopher Maue: FilmOut Screens John Waters' 'Polyester' In Odorama. In: KPBS Public Media. (kpbs.org [abgerufen am 24. März 2018]).
  2. Polyester. Abgerufen am 24. März 2018 (englisch).
  3. Zweitausendeins. Filmlexikon FILME von A-Z - Polyester. Abgerufen am 24. März 2018.
  4. Janet Maslin: 'POLYESTER,' AN OFFBEAT COMEDY. (nytimes.com [abgerufen am 24. März 2018]).