Polysyndeton

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Das Polysyndeton (Plural Polysyndeta; von griechisch πολύς polys „viel“, σύνδετος syndetos „zusammengebunden“) ist eine rhetorische Figur aus der Gruppe der Wortverbindungen.

Das Gegenteil hierzu ist das Asyndeton als ‚Unverbundenes‘. Beim Polysyndeton – dem „Vielverbundenen“[1] – handelt es sich um eine gehäufte Setzung von Verbindungspartikeln zwischen koordinierten Satzteilen, d. h., es wird durch mehrmalige ungewöhnliche Wiederholung derselben Konjunktion eine Verbindung zwischen Wort- und Satzreihen vorgenommen. Wirkung: Betonung eines Satzes oder Sachverhaltes durch die Hemmung des Redefortschrittes.

Beispiele[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Einigkeit und Recht und Freiheit (deutsche Nationalhymne)
  • Da nahm Josua, und ganz Israel mit ihm, Achan, den Sohn Serachs, und das Silber und den Mantel und die goldene Stange, und seine Söhne und seine Töchter, und seine Rinder und seine Esel und sein Kleinvieh, und sein Zelt und alles, was er hatte, und sie brachten sie hinauf in das Tal Achor. (Josua, 7:24)
  • Und es wallet und siedet und brauset und zischt. (Friedrich Schiller: „Der Taucher“)
  • Und jede nimmt und gibt zugleich und strömt und ruht. (Conrad Ferdinand Meyer: „Der römische Brunnen“)

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Heinrich Lausberg: Handbuch der literarischen Rhetorik. Eine Grundlegung der Literaturwissenschaft. 3. Auflage, mit einem Vorwort von Arnold Arens. Steiner, Stuttgart 1990, ISBN 3-515-05503-7, §§ 686 f., S. 345.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Richard M. Meyer: Deutsche Stilistik. 2., verbesserte und vermehrte Auflage. Beck, München 1913, § 105, S. 100.