Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis

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Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis, kurz Kirchenkreis Pommern, entstand zu Pfingsten 2012 im Zuge der neugegründeten Evangelisch-Lutherischen Kirche in Norddeutschland („Nordkirche“). Aus den vier ehemaligen Kirchenkreisen (Demmin, Greifswald, Pasewalk und Stralsund) der Pommerschen Evangelischen Kirche wurden die drei Propsteien (Demmin, Pasewalk und Stralsund) des Pommerschen Evangelischen Kirchenkreises gebildet.

Geographische Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pommersche Kirchenkreis umfasst annähernd in den historischen Grenzen den bei Deutschland verbliebenenen Teil Vorpommerns der ehemals preußischen Provinz Pommern, der heute den östlichen Teil des Landes Mecklenburg-Vorpommern bildet. Hinzu kommen mehrere Gemeinden des ehemaligen Kirchenkreises Pasewalk im Land Brandenburg, die historisch ebenfalls zu Pommern gehörten. Die Oder-Neiße-Grenze bildet im Osten die Grenze zur Diözese Breslau der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Von den Städten ausgehend verbreitete sich die Reformation, die im Jahr 1534 vom Landtag zu Treptow an der Rega eingeführt wurde. Der Reformator Johannes Bugenhagen wurde mit der Abfassung einer Kirchenordnung betraut. Zunächst wurden drei, später zwei Generalsuperintendenten eingesetzt. Jacob Runge, der die geistliche Leitung über Pommern-Wolgast innehatte, erarbeitete eine neue Kirchenordnung und schuf eine Sammlung von Bekenntnisschriften, das Corpus doctrinae Pomeranica.[1] Seit 1827 stand ganz Pommern nur noch Generalsuperintendent. Nach dem Zweiten Weltkrieg umfasste die „Pommersche Evangelische Kirche“ nur noch Vorpommern und wurde seit 1947 von einem Bischof geleitet. Bestand die Kirchenprovinz Pommern bis 1945 noch aus 52 Kirchenkreisen, wurde die Anzahl 1997 im Zuge einer Strukturreform auf vier Kirchenkreise mit je einer Superintendentur reduziert. Mit Bildung der „Nordkirche“ im Jahr 2012 ging die „Pommersche Evangelische Kirche“ in den Kirchenkreis Pommern über.

Struktur und Aufgaben[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Pommersche Evangelische Kirchenkreis bildet zusammen mit dem Evangelisch-lutherischen Kirchenkreis Mecklenburg den „Sprengel Mecklenburg und Pommern“.[2] Für eine Übergangszeit gibt es in diesem Sprengel zwei Bischöfe: Andreas von Maltzahn in Schwerin und Hans-Jürgen Abromeit in Greifswald. Der Kirchenkreis Pommern gliedert sich in drei Verwaltungsbezirke, die Propstei Stralsund, die Propstei Demmin und die Propstei Pasewalk. Geleitet wird der Kirchenkreis von drei Instanzen: der Kreissynode, dem Kirchenkreisrat und den Pröpsten. Verwaltungssitz des Kirchenkreises ist Greifswald.

Kreissynode[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Kirchengemeinden werden durch die Synode des Kirchenkreises vertreten. Ihre 66 Mitglieder beschließen den Haushalt, die Ordnungen, und den Stellenplan und entscheiden über die Einrichtungen des Kirchenkreises. Die Kreissynode wählt die Pröpstinnen und Pröpste ihres Kirchenkreises. Präses ist gegenwärtig Elke König.

Kreiskirchenrat[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Kreiskirchenrat besteht aus 13 Mitgliedern, den drei Pröpsten als geborene Mitglieder und zehn Vertretern, die von der Kreissynode gewählt werden. Der Kreiskirchenrat beaufsichtigt die Kirchengemeinden, ihre Dienste und Werke sowie die Verwaltung des Kirchenkreises. Er bereitet die Vorlagen für die Kreissynode vor und ist für die Umsetzung der Entscheidungen verantwortlich. Die Berufung der Pfarrer erfolgt durch den Kreisrat.

Pröpste[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die drei Pröpstinnen und Pröpste von Demmin, Pasewalk und Stralsund leiten miteinander den Kirchenkreis. Sie begleiten und beaufsichtigen die Pastoren, repräsentieren den Kirchenkreis im öffentlichen und kirchlichen Leben und haben besondere Befugnisse.

Kirchengemeinden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zum Kirchenkreis Pommern gehören insgesamt 154 Kirchengemeinden, die auf die Propsteien Demmin (46), Pasewalk (53) und Stralsund (55) verteilt sind.[3]

Einrichtungen des Kirchenkreises[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Mit Bildung der „Nordkirche“ wurde ein neues „Regionalzentrum für kirchliche Dienste“ geschaffen. Im Bereich der Diakonie stehen 829 Einrichtungen mit mehr als 11.000 Mitarbeitern zur Verfügung.[4] Hinzu kommen seelsorgerliche und pädagogische Angebote.

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblink[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Peter Gummelt: Pommern. In: Religion in Geschichte und Gegenwart. Band 4. 4. Auflage. Mohr (Siebeck), Tübingen 2003, Studienausgabe 2008, ISBN 978-3-8252-8401-5, S. 1486.
  2. kirche-mv.de: Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland, gesehen 16. Februar 2013.
  3. Pommerscher Evangelischer Kirchenkreis. Gemeinden und Regionen. Evangelische Kirche in Mecklenburg-Vorpommern, abgerufen am 28. Oktober 2017.
  4. Diakonie in Mecklenburg-Vorpommern, gesehen 16. Februar 2013.