Pommritz

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Koordinaten: 51° 9′ 40″ N, 14° 34′ 15″ O

Gemeinde Hochkirch
Höhe: 230 m ü. NN
Einwohner: 201 (9. Mai 2011)[1]
Eingemeindung: 1. Februar 1993
Postleitzahl: 02627
Vorwahl: 035939
Windmühle Pommritz

Windmühle Pommritz

Pommritz, sorbisch Audio-Datei / Hörbeispiel Pomorcy?/i, ist ein Dorf im Südosten des sächsischen Landkreises Bautzen. Es zählt zur Oberlausitz und gehört seit 1993 zur Gemeinde Hochkirch. Der Ort zählt offiziell zum sorbischen Siedlungsgebiet.

Geographie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommritz liegt zehn Kilometer östlich von Bautzen und elf Kilometer nordwestlich von Löbau im Vorland des Lausitzer Berglandes zwischen 230 m und 240 m ü. NN. Die Umgebung ist hügelig und wird landwirtschaftlich genutzt. Der Horken südwestlich des Ortes erhebt sich auf 267 m.

Der Ort ist eine erweiterte Gutssiedlung. Der Gutshof befindet sich im Westen von Pommritz.

Pommritz hat ein gemäßigtes Klima. Die durchschnittliche Jahrestemperatur beträgt 10,0 °C. Der kälteste Monat ist Januar (0,5 °C), der wärmste Juli (19,4 °C). Die durchschnittliche jährliche Niederschlagsmenge liegt bei 619 mm. Der meiste Niederschlag fällt im August mit durchschnittlich 82 mm, der geringste im April mit durchschnittlich 30 mm.[2]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pommritz wurde erstmals 1359 als Pomyrwicz erwähnt. Seit 1653 ist ein Rittergut im Ort nachgewiesen; zeitweise sogar zwei (Ober- und Niederpommritz). Die heutige Namensform tauchte 1791 zum ersten Mal auf.

1846 wurde der Bahnhof Pommritz an der Strecke von Bautzen nach Görlitz eröffnet. Damit wurde auch die Ortsentwicklung beschleunigt. In den 1860er Jahren wurde die landwirtschaftliche Versuchsstation der Oberlausitz von Weidlitz nach Pommritz verlegt, zu deren Leitern in der Folgezeit Eduard Heiden, Gustav Loges und Georg Derlitzki gehörten. Sie wird bis heute vom Freistaat Sachsen betrieben.

Bis 1993 bildete der Ort eine eigenständige Landgemeinde mit den Ortsteilen Wawitz (seit 1936) und Rodewitz (seit 1965). Danach wurden die Gemeinden Plotzen und Pommritz mit der Gemeinde Hochkirch vereinigt.

Bevölkerung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Bis in die 1920er Jahre verzeichnete Pommritz stetig steigende Einwohnerzahlen, von 141 Einwohnern im Jahr 1834 über 179 Einwohner im Jahr 1890 bis 253 Einwohner im Jahr 1925. Durch Eingemeindungen und die Aufnahme von Flüchtlingen und Vertriebenen nach dem Zweiten Weltkrieg stieg die Zahl auf zeitweise 552 an, ging seitdem jedoch wieder zurück. Die Bevölkerungsdaten von 1990 geben für Pommritz einschließlich des eingemeindeten Rodewitz 548 Einwohner an. Seit 1993 wird Pommritz wieder getrennt gezählt. Die Einwohnerzahl bewegt sich seit dem mit rund 210 wieder auf demselben Niveau wie 100 Jahre zuvor.

Für seine Statistik über die sorbische Bevölkerung in der Oberlausitz ermittelte Arnošt Muka in den 1880er Jahren eine Bevölkerungszahl von 177 Einwohnern; davon waren 145 Sorben (82 %) und 32 Deutsche.[3] Bis zum Jahr 1956 war der Anteil der Sorbischsprecher bedingt auch durch den Zuzug von Deutschsprachigen auf 21,3 % gesunken.[4] Wie überall im evangelischen Teil des Siedlungsgebiets ist der Anteil der Sorbischsprachigen seitdem weiter stark gesunken.

Religion[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die letzten Angaben zur Religionszugehörigkeit stammen von 1925. Damals waren 247 von 253 Einwohnern evangelisch-lutherisch (98 %). Der Ort ist nach Hochkirch gepfarrt.

Wirtschaft und Infrastruktur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Beginnend mit dem Jahr 1993 betrieb auf dem Pommritzer Gutshof der Verein „Neue Lebensformen“ e. V. das auf eine Idee von Rudolf Bahro zurückgehende LebensGut. 2014 wurde der Gutshof von der WBS Training AG übernommen. Gegenwärtig werden die Gebäude saniert und die Lebensschule Gut Pommritz eingerichtet.

Verkehr[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort liegt an der Staatsstraße 110 (Hochkirch–Baruth). Pommritz verfügt zudem über einen Haltepunkt an der Bahnstrecke Görlitz–Dresden, der von Regionalzügen der Vogtlandbahn („Trilex“) und der Ostdeutschen Eisenbahn bedient wird.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Karl August Kubitz: Beschreibung der Parochie Hochkirch, in: Neue Sächsische Kirchengalerie, 1903
  • Hochkirch vor dem Czorneboh. Das schöne Bautzener Land, Heft 12, Bautzen 1965
  • Zwischen Strohmberg, Czorneboh und Kottmar (= Werte unserer Heimat. Band 24). 1. Auflage. Akademie Verlag, Berlin 1974.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pommritz/Pomorcy – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Kleinräumiges Gemeindeblatt für Hochkirch. Statistisches Landesamt des Freistaates Sachsen, September 2014, abgerufen am 19. Februar 2015 (PDF; 0,71 MB).
  2. [[[Kategorie:Wikipedia:Weblink offline ]]@1@2Vorlage:Toter Link/www.landwirtschaft.sachsen.de (Seite nicht mehr abrufbar; Suche in Webarchiven) Angaben für Pommritz] auf landwirtschaft.sachsen.de
  3. Ernst Tschernik: Die Entwicklung der sorbischen Bevölkerung. Akademie-Verlag, Berlin 1954.
  4. Ludwig Elle: Sprachenpolitik in der Lausitz. Domowina-Verlag, Bautzen 1995, S. 246.