Pompignan (Gard)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Zur Navigation springen Zur Suche springen
Pompignan
Pompinhan
Wappen von Pompignan
Pompignan (Frankreich)
Pompignan
Region Okzitanien
Département Gard
Arrondissement Le Vigan
Kanton Le Vigan
Gemeindeverband Piémont Cévenol
Koordinaten 43° 54′ N, 3° 51′ OKoordinaten: 43° 54′ N, 3° 51′ O
Höhe 153–522 m
Fläche 41,31 km2
Einwohner 944 (1. Januar 2016)
Bevölkerungsdichte 23 Einw./km2
Postleitzahl 30170
INSEE-Code

Pompignan – Ortsansicht
Église St-Pancrase

Pompignan (okzitanisch: Pompinhan) ist ein südfranzösischer Ort und eine Gemeinde mit 944 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2016) im Département Gard in der Region Okzitanien.

Lage[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pompignan liegt in einem von den zwei Quellarmen des Flüsschens Rieumassel eingerahmten Talkessel der südöstlichen Ausläufer der Cevennen in einer Höhe von ca. 180 m ü. d. M. ca. 44 km nördlich von Montpellier.[1] Das Klima ist gemäßigt; Regen fällt über das ganze Jahr verteilt.[2]

Bevölkerungsentwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Jahr 1800 1851 1901 1954 1999 2014
Einwohner 1.103 1.367 1.037 735 651 900

Der Bevölkerungsrückgang seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts ist hauptsächlich auf den Verlust an Arbeitsplätzen infolge der Mechanisierung der Landwirtschaft zurückzuführen. Das erneute Bevölkerungswachstum zu Beginn des 21. Jahrhunderts ist im Wesentlichen auf die Neuansiedlung von Handwerk und Kleinindustrie zurückzuführen.

Wirtschaft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Einwohner von Pompignan lebten jahrhundertelang als Selbstversorger von den Erträgen ihrer Felder und Gärten; auch die Viehzucht (Schafe, Ziegen, Hühner) spielte eine gewisse Rolle. Von Bedeutung waren und sind die Kalksteinbrüche und der Weinbau in der Umgebung des Ortes. Im 17. und 18. Jahrhundert gab es wegen der üppigen Wälder in der Region zahlreiche Glasbläsereien und Gerbereien. Infolgedessen sind die Wälder in den Tallagen heute weitgehend verschwunden.

Seit 1994 gibt es in dem kleinen Ort das Tonstudio That Sound Music – Recall, das im Jazzbereich zahlreiche Victoires de la Musique- Produktionen hervorbrachte sowie den Prix de l’Académie du Jazz und mehrere Prix de l’Académie Charles Cros-Auszeichnungen.[3]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In der Umgebung von Pompignan wurden zahlreiche steinzeitliche Funde gemacht. Die Geschichte des Ortes lässt sich auf ein römisches Landgut (villa rustica) zurückführen; die erste schriftliche Erwähnung des Ortsnamens stammt aus dem Jahr 1384. Im 16. Jahrhundert setzte sich in der Region der Protestantismus weitgehend durch, wurde jedoch durch das Edikt von Fontainebleau (1685) verboten und anschließend verfolgt. Durch den Kamisardenaufstand (1702–1704) entstand erneut Unruhe in der Gegend. Die Revolutionsjahre brachten den Kult der Vernunft und den Kult des höchsten Wesens; danach fand eine gewisse Liberalisierung statt.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Die dreischiffige Kirche Saint-Pancrase entstand in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts im Stil der Neoromanik und der Neogotik. Teile eines Vorgängerbaus, der nach der Revolution als Rathaus diente, wurden dabei integriert. In ihrem Portalbogen finden sich möglicherweise deshalb die Schlagworte Liberté, Égalité, Fraternité.
außerhalb
  • Die Einsiedelei Notre Dame de Monnier befindet sich ca. 6 km nordwestlich des Ortes in einer Höhe von ca. 400 m unweit der Grenze zum westlich gelegenen Département Hérault.

Persönlichkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Mathias Alphonse Bourras (1836–1880), General im Krieg 1870/71, wurde in Pompignan geboren. Zu seinen Ehren schuf der Bildhauer Léopold Morice um das Jahr 1890 eine lebensgroße Bronzestatue, die auf dem Marktplatz des Ortes aufgestellt wurde.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Pompignan (Gard) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Pompignan – Karte mit Höhenangaben
  2. Quissac/Pompignan – Klimatabellen
  3. That Sound Music “Recall Studio” Official Website, abgerufen am 31. Mai 2018.