Ponta de São Lourenço

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Ponta de São Lourenço
Die Nordseite der Ponta de São Lourenço (2013)
Die Nordseite der Ponta de São Lourenço (2013)
Gewässer Atlantischer Ozean
Geographische Lage 32° 44′ 45″ N, 16° 42′ 0″ WKoordinaten: 32° 44′ 45″ N, 16° 42′ 0″ W
Ponta de São Lourenço (Madeira)
Ponta de São Lourenço
Länge 9 kmdep1
Breite 2 kmdep1
Blick von Westen (2010), im Hintergrund rechts die Ilhas Desertas
Blick von Westen (2010), im Hintergrund rechts die Ilhas Desertas

Die Ponta de São Lourenço (deutsch „Sankt-Lorenz-Spitze“) ist ein Kap und Naturschutzgebiet auf der Insel Madeira. Sie gehört zum Gebiet der Gemeinde Caniçal im Kreis Machico und umfasst die östlichste Spitze Madeiras, zwei vorgelagerte Inseln und kleinere Felsen im Meer.

Geologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Trachytgänge im Tuffgestein

Wie ganz Madeira ist die Ponta de São Lourenço vulkanischen Ursprungs. Sie besteht aus dunklem Trachyt und hellem oder rötlichem Tuff. An einigen Stellen führen Trachytgänge fast senkrecht nach oben; hier haben sich Risse im Gestein von unten mit Magma gefüllt. An der Nordküste der Halbinsel sind durch Erosion steile Klippen entstanden, die Südseite fällt etwas sanfter ab. Die höchsten Erhebungen auf der Landspitze sind der Pico do Furado (150 m) und die Piedras Brancas (163 m).

Flora und Fauna[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Ponta de São Lourenço wurde 1982 zum Naturreservat erklärt und später nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ins Natura-2000-Netz der Europäischen Union aufgenommen. Sie ist Teil des Parque Natural da Madeira und zählt zu den acht Important Bird Areas der Region.

Im Gegensatz zum Inselinneren Madeiras ist die Ponta de São Lourenço niederschlagsarm und weitgehend baumlos. Neben Gräsern wachsen hier Sukkulenten, Milchfleckdisteln und Madeira-Hornklee. Zu den endemischen Pflanzen, die auf der Ponta de São Lourenço zu finden sind, gehören auch der Prächtige Natternkopf (Echium nervosum) und die Madeira-Levkoje (Matthiola maderensis).

Madeira-Eidechsen kommen auf der Ponta de São Lourenço häufig vor. Darüber hinaus ist die Halbinsel Lebensraum des Kanarenpiepers, des Madeira-Sturmtauchers (Puffinus baroli, galt früher als Unterart des Kleinen Sturmtauchers) und des Monarchfalters.

Bauwerke und Wanderpfad[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Casa do Sardinha
Blick von der Ponta de São Lourenço nach Madeira

Ein mit Seilgeländern gesicherter Wanderpfad führt bis ans östliche Ende der Hauptinsel. Nur wenige Meter weiter im Südosten erhebt sich die Ilhéu da Cevada (auch als Ilhéu de Agostinho bezeichnet), an die sich in südöstlicher Richtung die Ilhéu do Farol (auch als Ilhéu de Fora bezeichnet) anschließt. Beide Inseln sind nicht für Besucher zugänglich.

Der Wanderpfad besteht aus Fels- und Schotterwegen, die an einigen Stellen durch Holzstege ergänzt werden. Er führt über Steintreppen auf und ab, dabei sind insgesamt (Hin- und Rückweg) etwa 300 Höhenmeter zu bewältigen.

Ein ehemaliges Bauernhaus, die Casa do Sardinha, dient jetzt als Besucherzentrum der Ponta de São Lourenço. Es beherbergt eine von der Naturschutzbehörde eingerichtete Ausstellung zur Halbinsel und einen Souvenirladen, davor befinden sich Picknickbänke. Palmen spenden dort Schatten.

Auf der Südseite der Halbinsel steht eine Holzhütte für Vogelbeobachtungen.

Ganz im Osten, auf der Ilhéu do Farol, wurde 1870 ein Leuchtturm in Betrieb genommen. Er wird als Farol da Ponta de São Lourenço bezeichnet und ist der älteste Leuchtturm Madeiras. Von ihm leitet sich der Name der kleinen Insel ab (Ilhéu do Farol = Leuchtturminsel).

2007 wurden auf der Halbinsel sechs Windkraftanlagen errichtet. In der Bucht auf der Südseite wird eine Fischfarm betrieben.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Peter Mertz: Madeira – Wanderführer + Karte, 2. Auflage, KOMPASS-Karten, Innsbruck 2017, ISBN 978-3-99044-156-5, S. 17, S. 28
  • Susanne Lipps: Madeira – DuMont Reise-Taschenbuch, 6., aktualisierte Auflage, DuMont Reiseverlag, Ostfildern 2018, ISBN 978-3-7701-7525-3, S. 180

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Ponta de São Lourenço – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien