Ponte Vecchio

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Koordinaten: 43° 46′ 5″ N, 11° 15′ 11″ O

Ponte Vecchio
Ponte Vecchio
Querung von Arno
Ort Florenz
Konstruktion Segmentbogenbrücke
Gesamtlänge 84 m
Längste Stützweite 30 m
Baubeginn 1335
Fertigstellung 1345
Lage
Ponte Vecchio (Italien)
Ponte Vecchio
Der überdachte Gang zwischen dem Palazzo Vecchio und dem Palazzo Pitti (Vasarikorridor), zwischen den Uffizien und der gegenüberliegenden Seite der Ponte Vecchio
Benvenuto Cellini-Büste auf der Westseite der Ponte Vecchio

Die Ponte Vecchio (Aussprache:[ˈpɔnteˈvɛkkio], italienisch für Alte Brücke) ist die älteste Brücke über den Arno in der italienischen Stadt Florenz. Das Bauwerk gilt als eine der ältesten Segmentbogenbrücken der Welt.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Schon zu etruskischer Zeit existierte hier ein Übergang über den hier nach Westnordwesten fließenden Arno. Nachdem 1333 ein Hochwasser weite Teile der Stadt überflutet und eine an derselben Stelle stehende Holzbrücke zerstört hatte, sicherte man zunächst die Ufer des Arno durch hohe Mauern und errichtete anschließend in zehnjähriger Bauzeit zwischen 1335 und 1345 die heutige Brücke aus Stein. Ihr Baumeister ist unbekannt. Die Brücke wird häufig dem Maler Taddeo Gaddi zugeschrieben, andere nennen Neri di Fioravanti. Die 84 m lange und 32 m breite Brücke hat drei Segmentbögen mit Stützweiten von 27 + 30 + 27 m. Seitlich entlang der Brücke befinden sich seit 1345 lückenlos aneinandergereiht kleine Läden mit zur Brücke hin gerichtetem Eingang, deren rückwärtiger Teil jeweils einem Balkon ähnlich die eigentliche Brücke überragt. Nur in der Mitte der Brückenlänge hat der Passant Ausblick auf den Arno: Durch drei Arkadenbögen flussaufwärts nach Osten und unterwasserseitig dank einer Freifläche – mit einer Portraitstatue Benvenuto Cellinis – auch flussabwärts.

Im Auftrage Cosimos I. de’ Medici wurde von Giorgio Vasari 1565 über der Ladenzeile ein Übergang gebaut, ein Teil des sogenannten Vasarikorridors, der den Palazzo Vecchio mit dem Palazzo Pitti verbindet.

Ursprünglich waren auf der Brücke hauptsächlich Schlachter und Gerber ansässig. Die Schlachter warfen ihre stinkenden Abfälle in den Arno, die Gerber wuschen ihre Stoffe, die zuvor mit Pferdeurin gegerbt wurden. 1565 wurden diese jedoch per Dekret von Cosimos I. de’ Medici durch Goldschmiede ersetzt, da diese keinen Abfall produzieren. Noch heute befinden sich zahlreiche Juweliere in den kleinen Läden auf der Brücke.

Beim Rückzug der deutschen Truppen aus Florenz im Zweiten Weltkrieg wurde die Ponte Vecchio als einzige Brücke der Stadt nicht zerstört, sondern lediglich mit den Überresten der umliegenden zerstörten Gebäude versperrt. Angeblich gab Hitler den Befehl, die Brücke unversehrt zu lassen; auch wird dem deutschen Konsul Gerhard Wolf die Verhinderung der Sprengung zugeschrieben.

Bei einem Hochwasser im November 1966 wurden große Teile der Altstadt überschwemmt, selbst die Fahrbahn der Brücke wurde überflutet und die Ladenzeile schwer geschädigt. Die Brücke selbst, ihre Widerlager, Pfeiler und Bögen widerstanden aber den Wassermassen.

Ponte Vecchio als Motiv der Kunst[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Film[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In dem neorealistischen Episodenfilm Paisà (1946) von Roberto Rossellini spiegelt die Brücke den Frontabschnitt des Bürgerkrieges zwischen den Schwarzen Brigaden Mussolinis und den kommunistisch geführten Partisaneneinheiten wider: auf beiden Seiten des Arno lagen sich Mitglieder derselben Familien feindlich gegenüber.

Eine Filmszene aus Hannibal spielt in der Nähe der Ponte Vecchio, an den Ufern des Arno.[1]

Musik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

In O mio babbino caro („O mein geliebter Vater“, 1918), einer bekannten Arie der Oper Gianni Schicchi des italienischen Komponisten Giacomo Puccini, droht Lauretta, sich aus Liebeskummer von der Ponte Vecchio zu stürzen, da ihre Familie und die ihres Geliebten sich feindlich gegenüberstehen.

Panorama der Ponte Vecchio mit Blick von Westen

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Flanigan, Theresa: The Ponte Vecchio and the Art of Urban Planning in Late Medieval Florence, Gesta 47 (2008): 1–15.
  • Dora Liscia Bemporad (Hrsg.): Un ponte dalle botteghe d'oro. Le botteghe degli orafi sul Ponte Vecchio. Quattro secoli di storia. Montemayor, Florenz 1993.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Commons: Ponte Vecchio – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Archivierte Kopie (Memento des Originals vom 29. August 2012 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.zehn.de