Pontoon

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Pontoon ist ein dem Black Jack verwandtes, im Casino angebotenes Kartenglücksspiel. Die Herkunft des Namens ist unklar. Möglicherweise entstand er aus der phonetischen Ähnlichkeit zur französischen Bezeichnung "Vingt-un".

Das Spiel ist nicht zu verwechseln mit Spanish 21, welches auch als "Australian Pontoon" bekannt ist und ebenfalls ein dem Black Jack ähnliches Spiel ist.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Pontoon entstand aus dem Spiel Vingt-Un, welches bereits um 1800 gespielt wurde und ebenfalls bereits dem Spielprinzip von Black Jack ähnelte.

Im Laufe der Zeit entstanden verschiedene Varianten des Spiels, unter verschiedenen Namen. Neben Black Jack und Pontoon gibt es etwa Siebzehn und Vier sowie Spanish 21.[1]

Regeln[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Wie beim Black Jack auch, ist das Ziel des Spielers, durch Ziehen beliebig vieler Karten auf 21 Augen oder möglichst nahe daran zu kommen, ohne 21 Augen zu überschreiten. Asse zählen je nach Bedarf 1 oder 11 Augen, Bildkarten generell 10 Augen; Zahlenkarten jeweils ihren aufgedruckten Wert (2-10).

Der Dealer prüft direkt nach dem Kartengeben seine Hand auf einen Blackjack (Pontoon) und zieht bei Soft-17. Damit orientiert sich Pontoon eher an den amerikanischen Black-Jack-Regeln.

Es gibt jedoch einige wesentliche Regelunterschiede im Vergleich zu Black Jack:[2]

  • Bei Gleichstand gewinnt immer die Bank.
  • Ein Black Jack (Ass-10 oder Ass-Bild) heißt Pontoon und gewinnt 2:1, sofern der Dealer nicht ebenfalls einen Pontoon hat. Dies gilt auch für Pontoons in geteilten Händen.
  • Der Spieler kann nicht stehen bleiben, solange er nicht wenigstens 15 (mancherorts auch 16) Augen hat.
  • Die beiden Startkarten des Dealers sind verdeckt. Im Gegensatz zu Black Jack, wo eine Karte des Dealers für den Spieler sichtbar ist, gibt es bei Pontoon keine derartige Information für den Spieler.
  • Es wird mit 5-Card-Charlie gespielt, d. h. eine nicht überkaufte Hand aus 5 Karten gewinnt gegen jede andere Hand, ausgenommen Pontoon. Gewinnt ein Spieler mit einem 5-Card-Charlie, wird sein Einsatz ebenfalls 2:1 ausgezahlt.
  • Der Spieler darf auch mit mehr als zwei Karten verdoppeln und auch noch nach dem Verdoppeln weitere Karten ziehen. Es ist jedoch nur eine Verdopplung pro Hand erlaubt.
  • In der Regel sind zwei Splits erlaubt, sodass maximal drei Hände möglich sind. Verdoppeln in geteilten Händen ist erlaubt.
  • Zu geteilten Assen dürfen weitere Karten gezogen werden (dies ist bei Black Jack normalerweise nicht der Fall).

Neben der Bezeichnung Pontoon anstelle von Black Jack, werden auch für die möglichen Spielzüge teilweise andere Termini verwendet. Anstelle der von Black Jack bekannten Bezeichnungen Stand, Hit und Double (für Stehenbleiben, Ziehen, Verdoppeln) werden häufig Stick, Twist und Buy verwendet. Split bleibt unverändert.[3]

Strategie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Pontoon-Strategie ist im Vergleich zur Black Jack-Strategie wesentlich einfacher, da ja keine Karte des Dealers sichtbar ist (die bei der Black Jack-Strategie entscheidend ist). Eine wesentliche Rolle bei der strategischen Analyse spielt stattdessen die Anzahl der Karten (2, 3 oder 4) in der Hand aufgrund der unterschiedlichen Chance auf einen 5-Card-Charlie. Auch die erweiterten Möglichkeiten zum Verdoppeln haben Einfluss auf die Spielstrategie.

Mit zwei oder drei Karten sollte man stehen bleiben, sobald dies möglich ist, also ab 15 Augen (ausgenommen bei Soft hands). Mit vier Karten soll man erst ab 18 Augen stehen bleiben, da man auch mit 16 oder 17 Augen noch annehmbare Chancen auf einen 5-Card-Charlie hat.

Verdoppelt werden sollten alle Hände mit vier Karten, die nicht mehr als 16 Augen enthalten und/oder ein mit 11 Augen bewertetes Ass (Soft hands) enthalten. Mit drei Karten sollten 9-11 Augen verdoppelt werden sowie Soft-19 und Soft-20, wegen der Chance auf einen 5-Card-Charlie. Mit zwei Karten sollen nur 10 und 11 Augen verdoppelt werden.

Soft hands aus zwei Karten sollen erst ab 19 stehen bleiben, bis einschließlich 18 Augen sollte eine weitere Karte gezogen werden.

Nur Asse und Achter sollen geteilt werden (Split).[2]

Bankvorteil[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Bankvorteil mit den oben genannten Regeln liegt bei etwa 0,38 %. Bleibt der Dealer bei einer Soft-17 stehen, verringert sich der Bankvorteil um 0,47 Prozentpunkte. Da der Spieler in diesem Falle im Vorteil gegenüber der Spielbank wäre, wird diese Regel nur in Verbindung mit anderen Einschränkungen angewendet:

  • Entweder wird das Ziehen weiterer Karten zu geteilten Assen untersagt (es gibt pro Ass dann nur eine weitere Karte),
  • oder 21 in einer geteilten Hand gelten (wie bei Black Jack) nicht als Pontoon, sondern nur als 21 Augen.

Jede dieser beiden Regeln erhöht den Bankvorteil um 0,49 Prozentpunkte. Wird eine der beiden Regeln in einem Spiel angewendet, bei dem der Dealer bei Soft-17 stehen bleibt, heben sich beide Effekte daher annähernd auf, sodass der Bankvorteil nahezu dem Bankvorteil mit Standardregeln entspricht. In solchen Spielen sollten zwei Asse nicht geteilt werden.

Pontoon wird in der Regel mit 8 Kartendecks gespielt. Im Gegensatz zu Black Jack verringert die Verwendung von weniger Kartendecks nicht den Bankvorteil, sondern erhöht ihn sogar, da es weniger Möglichkeiten gibt einen 5-Card-Charlie zu bilden.[2]

Siehe auch[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Blackjack: David Parlett's history of. Abgerufen am 5. Oktober 2021.
  2. a b c Pontoon (Real Time Gaming version) - Wizard of Odds. Abgerufen am 5. Oktober 2021 (amerikanisches Englisch).
  3. Rules of Card Games: Pontoon. Abgerufen am 5. Oktober 2021.