Popjournalismus

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Ich-Denkmal von Hans Traxler in Frankfurt am Main
Pete Townshend in der Ernst-Merck- Halle, Hamburg 1972

Popjournalismus ist eine Erscheinungsform von Journalismus, die Mitte der 60er Jahre unter dem Einfluss des amerikanischen New Journalism in Deutschland aufkam und durch ein neuartiges Mischungsverhältnis[1] aus literarischer und journalistischer Schreibweise,[2] sowie durch eine prononcierte Ich-Erzähler-Position[3] gekennzeichnet ist.

Etymologie[Bearbeiten]

Der Begriff Popjournalismus setzt sich aus den Wortbestandteilen Pop (Kurzform von engl. popular, volkstümlich[4] und Journalismus (von franz. journal, „Zeitschrift“)[5] zusammen.

Begriffsgeschichte[Bearbeiten]

„Das Wort Pop kennt keinen Artikel“,[6] wie der Schriftsteller Andreas Neumeister betont. Als Kurzform von popular concert, Volkskonzert, existiert es im Englischen bereits seit Mitte des 1900 Jahrhunderts. In den 1950er Jahren übertrug dann der englische Kunstkritiker und Kurator Lawrence Alloway das Kürzel auf die bildende Kunstsphäre und brachte den Begriff Pop Art in Umlauf.[7] Etwa zeitgleich fingen Genre-Bezeichnungen wie Pop Song und Pop Charts an, sich in der Unterhaltungsmusik einzubürgern.[8] Die Vorsilbe Pop mit einem Substantiv zu kombinieren, war also bereits eingeführt, bevor die Bezeichnung Popjournalismus in Deutschland aufkam. Wie, wann und wo? ist von der Quellenlage her nicht mehr zu ermitteln. Sicher ist nur soviel: In gedruckter Form taucht die Bezeichnung Popjournalismus[9] erstmals 1971, in einem Essay von Natias Neutert auf und wird so definiert: „Popjournalismus: Unterhaltungskunst — ohne jenen unsichtbaren Strich, der Unterhaltung und Kunst so oft von einander trennt.“[10] Darin wird nicht nur der onomatopoetische „Knalleffekt“ des Wörtchens Pop gerühmt, sondern auch die dem Begriff innewohnende „Bedeutungsvielfalt, Nicht-Normativität, Offenheit.“[11]

Interkulturelle Voraussetzungen[Bearbeiten]

Ist der Begriff Popjournalismus auch rein deutschen Ursprungs, so geht das Phänomen, das er bezeichnet, auf interkulturelle Rezeptionsvorgänge zurück, die der französische Kulturwissenschaftler Michel Espagne unter dem Oberbegriff Kulturtransfer[12] fasst. Kulturtransfer findet statt, sobald irgendein Kulturgut aus einer Ausgangskultur in eine Zielkultur überführt und von dieser aufgenommen wird. Vollzogen wird dies von Vermittlern persönlicher oder institutioneller Art: Touristen, Austauschschüler, Entwicklungshelfer, Übersetzer, Fremdsprachenlehrer, Auslandskorrespondenten, staatliche Auslandsabteilungen.[13] Dabei geschieht die Übernahme jeweiliger Kulturgüter nicht nur passiv, wie bei ‚kritiklos’ übernommener Mode, sondern aktiv, in einer auf die speziellen Bedürfnisse der Zielkultur zugeschnittenen Form der Aneignung. Was entsteht, ist eine innovative Mischform.[14] Möglich wird Kulturtransfer, wie der Philosoph Wolfgang Welsch einleuchtend argumentiert, da „die separierende Idee von Kultur faktisch durch die externe Vernetzung der Kulturen überholt“[15] sei. Dadurch werden einschneidende Veränderungen des Zeitgeistes möglich. Zur Entstehung des Popjournalismus trugen folgende Einflussfaktoren globaler Vernetzung bei:

Einflussfaktor Popmusik[Bearbeiten]

Joan Baez und Bob Dylan beim «Marsch auf Washington für Arbeitsplätze und Freiheit», 28. August 1963
Die Beatles in Queens, New York, 7. Februar 1964
Enteignet Springer 1969.jpg

Die aus der angloamerikanischen Ausgangskultur importierte Folk-, Rock- und Popmusik der 60er Jahre stieß auf Zustimmung bei der jungen Generation, weil sie mit dem Musikgeschmack der Elterngeneration und des Establishments[16] radikal brach — man denke nur an die zwei Shows der Rolling Stones am 13. September 1965 und die zwei Shows der Beatles am 26. Juni 1966 in der Ernst-Merck-Halle in Hamburg. Sie live zu erleben, signalisierte im subkulturellen Milieu[17] von Jugendlichen, Studenten und Lehrlingen ein rebellisches Lebensgefühl, eine Stimmung, die Paolo Bianchi später sehr pathetisch so ausdrückt: „Eine Art zu denken, zu fühlen, zu lieben, zu kämpfen, zu reisen, kurz: eine Art zu leben und zu sterben“.[18] Dennoch beschreibt es einigermaßen zutreffend die Rolle, die Musik als Ausdrucksmittel innerhalb der Protestbewegung einnahm.

Einflussfaktor Neue Linke[Bearbeiten]

Angestiftet durch das Vorbild der amerikanischen Neuen Linken (New Left) und kulturell transferiert durch die bereits erwähnten Vermittler, bildete sich im Westdeutschland der 1960er Jahre ebenfalls eine linksgerichtete außerparlamentarische Opposition, kurz (APO) heraus — heute nur noch 68er-Bewegung genannt.[19] Der Literaturtheoretiker Karl Heinz Bohrer bescheinigt ihr, dass sie „in Auftritt, Rhetorik und Argumentationsniveau in Westdeutschland etwas einmalig Neues darstellte.“[20] Die gestiegene kritische Wachsamkeit brachte es mit sich, dass das Vertrauen in eine Presse, die Wertfreiheit und Objektivität zwar offiziell für sich reklamierte, sich jedoch nicht an diese Prinzipien hielt, weiten Kreisen der APO abhanden kam. Der Protest richtete sich bekanntlich an vorderster Front gegen die BILD, der Vertrauensverlust bezog sich aber auch auf die bürgerlichen Blätter, die sich wegen ihrer einseitigen Berichterstattung über die Erschießung des Westberliner Germanistikstudenten Benno Ohnesorg am 2. Juni 1967 keineswegs ‚mit Ruhm bekleckert’ hatten.[21] Die Presse wurde als integraler Bestandteil der „dominanten Kultur“[22] gesehen, jeder Verstoß „gegen die etablierten Spielregeln“[23] wurde daher als „Abweichung“[24] begrüßt. Der Subkultur-Theoretiker Rolf Schwendter differenzierte die Abweichung allerdings danach, ob sie progressiven oder regressiven Charakters war. Als progressiv sah er sie nur dann, wenn sie den gegenwärtigen Zustand der Gesellschaft verändern — regressiv, wenn sie ihn um jeden Preis aufrecht erhalten wollte.[25]

Einflussfaktor New Journalism[Bearbeiten]

Der New Journalism aus Amerika, der sich mit seinen frechen, aus selbstbewusster Ich-Erzähler-Position geschriebenen Texten nicht mehr hinter der ‚Objektivität’ versteckte,[26] wurde als progressiv eingeschätzt. Hinzu kam, dass sich journalistische Texte von Gay Talese, Truman Capote, Michael Herr, Norman Mailer und Tom Wolfe durch Literarizität auszeichneten, was nichts anderes heißt, als dass sie „von der poetischen Funktion dominiert“[27] wurden, was das belletristische Lesevergnügen nur noch steigerte. Hierfür griffen die ‚neuen’ Journalisten auch auf die literarischen Stilmittel ihrer eigenen Tradition zurück, deren Spannweite vom Spannungsaufbau der Kurzgeschichten eines Erzählers wie O. Henry bis zur Sinnlichkeit rhapsodischer Texte der Beatniks reicht. Tatsächlich stattgefundene Ereignisse werden erzählerisch strukturiert und so zu einer Geschichte, die mehr ist als bloßer Bericht.[28][29] Von großem Einfluss für die Entwicklung des Popjournalismus in Deutschland war Tom Wolfe. Sein 1965 erschienenes Werk The Kandy-Kolored Tangerine-Flake Streamline Baby gilt als einer der wichtigsten „Grundsteine des New Journalism“[30] und war von den englischkundigen frühen Protagonisten des Popjournalismus noch vor seiner Übersetzung gelesen worden. Übersetzt wurde es von der Neo-Dadaistin Lil Picard, es erschien 1968.[31]Ökonomisch gesehen wurde die deutsche Ausgabe, sowohl in der gebundenen als auch in der Taschenbuchausgabe, ein riesiger Bestsellererfolg, ideologisch gesehen, gilt das Werk bis heute als Inbegriff von Popschreibe.[32] Mit dem New Journalism als kulturellem Importgut ging hierzulande ein Paradigmenwechsel journalistischer Darstellungsformen einher.

Heinrich Heine, historischer Vorläufer
Egon Erwin Kisch, als „rasender Reporter“ in Melbourne, 1934

Einflussfaktor Kulturelles Erbe[Bearbeiten]

Außer diesen interkulturellen Einflüssen, trugen auch intrakulturelle Einflüsse zur Entwicklung des Popjournalismus in Deutschland bei. Die großen Gestalten des eigenen kulturellen Erbes wurden mit ganz neuen Augen gesehen: als historische Vorläufer, die gleichsam ein ‚popkultureller’ Zug auszeichne — als„Popkritiker avant la lettre.“[33] Kein Wunder, dass ihnen gegenüber eine großzügige „Referenzbereitschaft“[34] an den Tag gelegt wurde.

Spätes 19. Jahrhundert[Bearbeiten]

Allen voran natürlich gegenüber dem linken Heinrich Heine. Seine Bedeutung für den modernen Journalismus hat der Kultur- und Medienwissenschaftler Gunter Reus erforscht und in einer Fallstudie dargelegt.[35] An Heine zeigt sich in höchster Qualität, „dass ein und derselbe Mann ein genialer Poet und dennoch ein professioneller Zeitungsschreiber sein kann“ — so Marcel Reich-Ranicki in Dichter und dennoch Denker sein[36]

Frühes 20. Jahrhundert[Bearbeiten]

Heines Einfluss auf nachfolgende Feuilletonisten wie Joseph Roth, Alfred Polgar, Kurt Tucholsky und Egon Erwin Kisch, die der ‚kleinen Form’ zu erheblichem Ansehen verholfen haben, ist unübersehbar und ebenfalls gut erforscht.[37]

Zur Entwicklung des Popjournalismus in Deutschland[Bearbeiten]

Was als Popjournalismus firmiert, entwickelte sich aus zunächst bescheidensten Anfängen hin zu einer mittlerweile breit akzeptierten Schreibweise. Eine Entwicklung, die in drei größeren Phasen verlief:

Inkubationsphase[Bearbeiten]

Die Zeit, erste publizistische Plattform des Popjournalismus, Pressehaus Speersort 1, Hamburg

Der erste Entwicklungsschub des Popjournalismus ging von der überregionalen deutschen Wochenzeitung Die Zeit aus; Erscheinungsort Hamburg, Redaktionsbüros ‚in aller Welt.’ Die politische Haltung der Zeitung war linksliberal. Popjournalisten der ersten Stunde waren drei ihrer Artikelschreiber: ihr festangestellter Filmredakteur Uwe Nettelbeck[38] sowie zwei ihrer freien Mitarbeiter, Natias Neutert und Helmut Salzinger.[39] War Wolfe Galionsfigur des neuen Journalismus in den USA, so war es Nettelbeck in Deutschland.[40] Er startete bereits 1963, zu einer Zeit also, als die Bundesrepublik Deutschland erwiesenermaßen noch absolutes „Popentwicklungsland“ war, wie die TAZ die damalige Situation richtig einstuft.[41]

Natias Neutert und Helmut Salzinger zwei der drei Popjournalisten der ersten Stunde

Nettelbeck, Neutert und Salzinger wichen ab von der „dominanten Kultur“,[42] ab, lagen quer zu ihr und machten gerade dadurch Schule, wie die weitere Entwicklung belegt. Dies sowohl mit der Art, wie sie schrieben, als auch mit dem, worüber sie schrieben: Bewusst wandten sie sich all jenen, vom etablierten bürgerlichen Feuilleton links liegengelassenen Genres wie Popmusik, Comics, Fernsehen, Krimis und Western zu.[43]Pop wurde von ihnen nicht nur als Kürzel des Sammelbegriffs Popmusik begriffen, sondern als Codewort eines dahinter stehenden, umfassenderen Konzepts,[44] das dazu beitragen sollte, Kultur massenhaft zugänglich zu machen, neu zu bestimmen und als Ganzes zu verändern. Ausgesprochene Sympathisanten der linken Gegenkultur, waren auch sie von der „kulturrevolutionären Stimmung“ getragen, in der außer Marx vor allem „Walter Benjamin zum Inspirator“[45] erkoren wurde.[46] Ganz im Sinne der Argumentationslinie in dessen Aufsatz «Der Autor als Produzent», waren sich die drei Popkritiker darin einig, das von ihnen genutzte Printmedium nicht beliefern, sondern revolutionär umfunktionieren zu wollen.[47] Das führte zum Bruch. Nachdem Nettelbeck aus politischen Gründen aus der Redaktion der Zeit ausgeschieden war, wurde er stellvertretender Chefredakteur der linken Zeitschrift konkret. Der Studentenpostille bot sich damit die Chance, zum Forum des Popjournalismus zu werden. Sie wurde vertan: noch innerhalb desselben Jahres wurde Nettelbeck vom Herausgeber Klaus Rainer Röhl wieder entlassen — ebenfalls wegen „politischer Differenzen“.[48] Neutert wich in der Folgezeit auf Frankfurter Rundschau, Süddeutsche Zeitung, konkret und St. Pauli-Nachrichten aus, Salzinger auf Süddeutsche Zeitung und Twen, bevor er 1973 ganz und gar zur Musikzeitschrift Sounds wechselte.

Implementierungsphase[Bearbeiten]

Zweite Plattform des Popjournalismus: Einer der Redaktionssitze von SOUNDS, Heilwigstraße 33/Ecke Isestraße, Hamburg

Die Musikzeitschrift Sounds hatte Erscheinungsort und Redaktionssitz soeben von Köln nach Hamburg verlegt und erschien einmal im Monat in Vierfarbdruck. Mit seiner regelmäßigen Kolumne unter dem Pseudonym Jonas Überohr[49] avancierte Salzinger zu einer Art ‚Übervater’ der Popkritik.[50] Das wird selbst von Diedrich Diederichsen bestätigt, der von den „Werken“ Salzingers in seinem „Denken über Musik“ zu dieser Zeit „ noch „massiv geprägt“ gewesen sei.[51] Was sich allerdings alsbald ändern sollte. Denn die Redaktion um Jürgen Legath[52]öffnete sich jüngeren Schreibern, darunter Werner Büttner, Detlef Diederichsen (unter dem Pseudonym Ewald Braunsteiner), Diedrich Diederichsen, Peter Glaser, Kid P., Joachim Lottmann, Olaf Dante Marx, Georg Seeßlen sowie Xao Seffcheque. Schon hatte sich die Gesamtzahl der Popjournalisten innerhalb verhältnismäßig kurzer Zeit nicht nur verdreifacht, sie entwickelten — wie es Rainald Goetz im Rückblick umschreibt — „eine prächtige damals sehr wohltuende Großzügigkeit (...), in der die Wahrheit über die Welt nicht als fitzelige krittelige Detailexegese, sondern als freches Urteil in einer Adjektivkette oder einem halben Nebensatz“[53] formuliert wurde. Aus ihren Reihen kam denn gegen 1978/79 auch der wichtige Impuls, den thematischen Schwerpunkt der Zeitschrift von der Rockmusik auf die (damals in Deutschland noch wenig akzeptierte) Punk- und New-Wave-Musik zu verlagern. Was auch ‚ideologisch’ zu Veränderungen führte. Waren es zuvor die ‚guten Geister’ philosophischer Leitfiguren wie Walter Benjamin, Ernst Bloch und Herbert Marcuse, so berief man sich jetzt mehr und mehr auf die zeitgenössischen französischen Philosophen wie Roland Barthes, Jean Baudrillard und Jacques Derrida. Waren es zuvor die bunten Bändchen der Edition suhrkamp, durch die man, wie Jürgen Habermas sagt, „den dezidierten Anschluss an Aufklärung, Humanismus, bürgerlich radikales Denken, an die Avantgarden des 19. Jahrhunderts – die ästhetischen wie die politischen“[54] zu finden glaubte, so wurden nun die noch handlicheren Broschüren des Merve Verlags zum bevorzugt ‚ausgeweideten’ Zitatenschatz. Mit der Rezeption französischer Philosophen wurde zugleich ein Habitus des Andersseins zentral, unter „Bewahrung von Individualität in einer gesellschaftlichen Umgebung, die als Bedrohung empfunden“[55][56] wurde.‬

Opinion Leader Diedrich Diederichsen

So bildeten sich in der nun von Punk und Hip Hop und all ihren Varianten bestimmten Zeitspanne zwei einander gegenüberstehende Lager: auf der einen Seite Salzinger und Jörg Gülden, die am Ideal ‚reiner’ Rockmusik festhielten (Spitzname: ‚Rockisten’), auf der anderen Seite die so genannten ‚Popper’ um Diedrich Diederichsen. 1983, nach dem Ende von Sounds[57] wechselte Diederichsen, der von 1979 an Redakteur gewesen war, gemeinsam mit Detlef Diederichsen und weiteren Weggefährten wie Andreas Banaski, Michael Ruff, Xao Seffcheque und Olaf Dante Marx zu der im selben Jahr in Köln von Peter Bömmels, Wolfgang Burat, Clara Drechsler, Gerald Hündgen, Christoph Pracht, Wilfried Rütten, Bernhard Schaub und Siegfried Syniuga gegründeten Spex.

Spex-Gründer (Siegfried Syniuga, Gerald Hündgen, Wolfgang Burat, Clara Drechsler, Christoph Pracht, Bernhard Schaub, Peter Bömmels, Wilfried Rütten), 1980

„Geschichte mitschreiben, sich provokativ einmischen und dabei selber nachdenklich bleiben bei respektabler Auflage[58] so fasste Clara Drechsler die Ansprüche der Gründergruppierung zusammen. Ansonsten glichen die Vorstellungen darüber, was „Subkultur im SPEXschen Sinne“[59] sein sollte, einem buntscheckigen Patchwork. In lockerer Runde fanden „strategische Vorgespräche unter Einbeziehung eines die Redaktion erweiternden Gremiums von Freunden, Inspiratoren, Altredakteuren und Gesellschaftern“[60] statt. Es waren die Opinion Leader Diederichsen und Drechsler, die die popjournalistische Schreibweise prägten und so überregional „für das Image und die Rezeptionsweise des jungen Blattes“[61] sorgten. Während Diederichsen so etwas wie einen Pop-Diskurs in Gang zu bringen versuchte, dessen Reflexivität nicht mal vor sich selber Halt machte, war Drechslers Art zu schreiben, spontan, erzählerisch, mehr „aus dem Bauch heraus.“[62]

Konsolidierungsphase[Bearbeiten]

Längst hat das Phänomen Popjournalismus auf vielfältige Art und Weise Eingang gefunden in die Kulturgeschichte Deutschlands. Schon früh, spätestens aber seit Mitte der 80er Jahren, „verbindet sich der Begriff mit einem Diskurs, in dem Hippness, Coolness,[63] Avanciertheit und Distinktion für so etwas wie ‚Zeitgeist’ stehen.“[64] Im Laufe der Zeit wurde das Etikett «Popjournalismus» „zu einer Art Standard (...) auch und vor allem in den Medien“[65] — wie nicht zuletzt die Adjektivbildung poppig belegt, die inzwischen für alles herhalten muss, was im Lifestyle auffällig und buntscheckig in Erscheinung tritt. Sein oftmals kontrovers beurteilter Einfluss auf den Journalismus insgesamt lässt sich — entsprechend Tobias Rüthers Formel „Popjournalismus ist heute überall“[66]— längst in Tempo (Zeitschrift), im Jetzt-Magazin der Süddeutschen Zeitung den Feuilletons von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie im Spiegel nachweisen. Das 2012 gegründete, halbjährlich erscheinende Magazin mit dem allumfassenden Titel «Pop. Kultur und Kritik» grenzt sich schon äußerlich vom gewohnten vierfarbigen Erscheinungsbild von Sounds und Spex ab: es erscheint in Schwarz-Weiß. Inhaltlich bemüht es sich um theoretische Erfassung von Pop.[67] Und dies doch, obwohl Harry Walter zu bedenken gibt, dass der Versuch der „theoretischen Fixierung“ von Pop[68] gescheitert sein könnte. Mit Rubriken wie Essays oder Forschungsbeiträge sollen offenbar Antworten gefunden werden auf den Fragenkomplex, inwieweit der Terminus Pop ein Genre, eine epochale Kategorie, ein generationeller Begriff, eine alltagsästhetische Praxis oder gar eine Identität bezeichnet.[69] Mit Georg Seeßlen, dem Ex-Sounds-Mitarbeiter, der in «Pop. Kultur und Kritik» über „Feelgood Movies“ sinniert, schließt sich der Kreis.

Rezeption, Fälschungsmanöver und Kritik[Bearbeiten]

Die Entwicklung weg vom faktenbasierten Nachrichtenjournalismus hin zu einem subjektiven Popjournalismus, der nicht nur die Grenzen zwischen „U“ und „E“, zwischen literarischem und tagesjournalistischem Stil, sondern gelegentlich auch die zwischen Fiktion und Wirklichkeit verschwimmen lässt, bringt allerdings die Gefahr mit sich, das erzählerische Pendel so weit in Richtung Fiktion ausschlagen zu lassen, dass die Wahrheit dabei auf der Strecke bleibt. So geschehen im wohl größten Medienskandal des Popjournalismus, als der Schweizer Tom Kummer in den 90er Jahren vier Jahre lang Blätter wie Süddeutsche Zeitung, Stern und Spiegel mit äußerst gut geschriebenen, aber völlig aus der Luft gegriffenen, ausgedachten Interviews belieferte, bis er im Jahre 2000 durch das Magazin FOCUS aufflog.[70] Seine legendär gewordenen Interviews mit Stars wie Sharon Stone, Courtney Love, Mike Tyson oder Charles Bronson waren „einfach zu schön, um wahr zu sein,“ wie Jenny Hoch konstatiert.[71]„Der Begriff Pop scheint heute ebenso im Eimer zu sein wie seine verbreitetste Erscheinungsform: das Popkorn,“[72] so bringt Harry Walter das um sich greifende Unbehagen an der inflationären Verwendung des Begriffs Pop kritisch auf den Punkt.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

Artikel[Bearbeiten]

Bücher[Bearbeiten]

  • Joan Kristin Bleicher (Hrsg.): Grenzgänger. Formen des New Journalism. Verlag für Sozialwissenschaften, Wiesbaden 2004, ISBN 3-531-14096-5.
  • Jochen Bonz, Michael Büscher, Johannes Springer (Hrsg.): Popjournalismus. Ventil Verlag, Mainz 2005, ISBN 3-931555-89-5.
  • Karl Bruckmaier The Story of Pop. Murmann Publishers, 2014, ISBN 978-3-86774-338-9.
  • Max Dax, Anne Waak (Hrsg.): Spex- 33 1/3 Jahre Pop. Metrolit, Berlin 2013, ISBN 978-3-8493-0033-3.
  • Marc Fischer: Die Sache mit dem Ich. Reportagen. Kiepenheuer & Witsch, Köln 2012, ISBN 978-3-462-04426-3.
  • Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7.
  • Thomas Hecken: Theorien der Populärkultur. Dreißig Positionen von Schiller bis zu den Cultural Studies. Transcript, Bielefeld 2007, ISBN 978-3-89942-544-4.
  • Thomas Hecken: Pop. Geschichte eines Konzeptes 1955–2009. transcript Verlag, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89942-982-4.
  • Ralf Hinz: Kid P.: Pop-Leben. In: Ralf Hinz: Cultural Studies und Pop. Zur Kritik der Urteilskraft wissenschaftlicher und journalistischer Rede über populäre Kultur. Opladen, Wiesbaden 1998, ISBN 3-531-13199-0, S. 210–218.
  • Hans-Otto Hügel: Handbuch: Populäre Kultur. Begriffe, Theorien und Diskussionen. Metzler, Stuttgart 2003, ISBN 3-476-01759-1.
  • Michael L. Johnson: The new journalism : the underground press, the artists of nonfiction, and changes in the established media. University Press of Kansas, Lawrence 1971, ISBN 0-7006-0083-3.
  • Thomas Leif (Hrsg.): New Journalism. Vom Kulturgut zum Wirtschaftsgut. Friedrich-Ebert-Stiftung, Bonn 2002, ISBN 3-89892-095-X.
  • Jürgen Legath (Hrsg.): Sounds – Platten 66-77. 1827 Kritiken. Frankfurt am Main 1979.
  • Bodo Mrozek, Alexa Geisthövel, Jürgen Danyel (Hrsg.): Popgeschichte. Band 2: Zeithistorische Fallstudien 1958–1988. (= Histoire. Band 49). transcript Verlag, Bielefeld 2014, ISBN 978-3-8376-2529-5.
  • Uwe Nettelbeck: Keine Ahnung von Kunst und wenig vom Geschäft. Filmkritik 1963–1968. (= Fundus 196). Herausgegeben von Sandra Nettelbeck. Philo Fine Arts, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86572-660-5.
  • Natias Neutert: Adorno ist tot. Der von uns verschiedene Philosoph. Pozzo Press, Hamburg 1971.
  • Ulf Poschardt: DJ Culture. Diskjockeys und Popkultur. Rogner u. Bernhard bei Zweitausendeins, Hamburg 1995, ISBN 3-8077-0334-9.
  • Christoph Rauen: Pop und Ironie: Popdiskurs und Popliteratur um 1980 und 2000. Walter de Gruyter, Berlin 2010, ISBN 978-3-11-023465-7.
  • Wolfgang Rumpf: Stairway to Heaven – Kleine Geschichte der Popmusik von Rock’n’Roll bis Techno. 1. Auflage. C.H. Beck Verlag, München 1996, ISBN 3-406-39280-6.
  • Helmut Salzinger: Rock Power oder Wie musikalisch ist die Revolution? Fischer Tb, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-436-01531-8.
  • Denis Scheck: King Kong, Spock & Drella. Was Sie schon immer über amerikanische Popkultur wissen wollten. Droemer Knaur, München 1995, ISBN 3-426-77164-0.
  • Rolf Schwendter: Theorie der Subkultur. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1971, ISBN 3-462-00807-2.
  • Thomas Steinfeld: Riff. Tonspuren des Lebens. DuMont, Köln 2000, ISBN 3-7701-4986-6.
  • Franziska Walser: Popliteratur und Popjournalismus. Grin Verlag. München, ISBN 978-3-638-65837-9.
  • Harry Walter: She said yes. I said Pop. Ein Vortrag mit Lichtbildern. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7.
  • Peter Wilcke: Soundtracks. Popmusik und Pop-Diskurs. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7.
  • Tom Wolfe, E.W. Johnson (Hrsg.): The New Journalism. Harper & Row, New York 1973, ISBN 0-06-047183-2.
  • Beat Wyss: Pop zwischen Regionalismus und Globalität. in: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7.

Weblinks[Bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. de.encyclopaedia.wikia.com
  2. Vgl. Bernd Blöbaum, Stefan Neuhaus (Hrsg.): Literatur und Journalismus. Theorie, Kontexte, Fallstudien. 1. Auflage. Westdeutscher Verlag, Wiesbaden 2003, S. 11.
  3. Vgl. die Rezension von Kristina Rauschan: Journalisten als Geschichtenerzähler: Nutzen und Nutzung etablierter Erzähltechniken in der Nachrichtenproduktion http://kult-online.uni-giessen.de/archiv/2014/ausgabe-37/rezensionen/journalisten-als-geschichtenerzaehler-nutzen-und-nutzung-etablierter-erzaehltechniken-in-der-nachrichtenproduktion
  4. Im Englischen existieren weitere Begriffsinhalte; allein bei den Verben sind es über zwanzig! Vgl. http://www.dict.cc/?s=pop
  5. de.pons.com
  6. Andreas Neumeister: Pop als Wille und Vorstellung. In: Jochen Bonz (Hrsg.): Sound Signatures. Pop-Splitter. (= Edition Suhrkamp 2197). Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 2001, ISBN 3-518-12197-9, S. 19.
  7. Chronologie der Pop Art bei Centre Pompidou. http://mediation.centrepompidou.fr/education/ressources/ENS-Popart-EN/ENS-PopArt-EN.htm#chronology
  8. Vgl. Thomas Hecken: Pop. Geschichte eines Konzeptes 1955–2009. transcript Verlag, Bielefeld 2009 (S. 60-75), hier S. 14, ISBN 978-3-89942-982-4.
  9. Alternierend mit dem Begriff Popkritik gebraucht.
  10. Natias Neutert: Adorno ist tot. Der von uns verschiedene Philosoph. Pozzo Press, Hamburg 1971, S. 23.
  11. Natias Neutert: Adorno ist tot. Der von uns verschiedene Philosoph. Pozzo Press, Hamburg 1971, S. 23.
  12. Michel Espagne, Werner Greiling (Hrsg.): Frankreichfreunde. Mittler des französisch-deutschen Kulturtransfers (1750–1850). (= Deutsch-Französische Kulturbibliothek. Band 7). Universitätsverlag, Leipzig 1996, ISBN 3-929031-94-9 sowie Michel Espagne/Michael Werner: Transferts. Les Relations interculturelles dans l’Espace franco-allemand (XVIIIe et XIXe Siecle) . Recherche sur les Civilisations Paris, 1988, ISBN 2-86538-188-9.
  13. Michel Espagne, Werner Greiling (Hrsg.): Frankreichfreunde. Mittler des französisch-deutschen Kulturtransfers (1750–1850). (= Deutsch-Französische Kulturbibliothek, Band 7). Universitätsverlag, Leipzig 1996, ISBN 3-929031-94-9.
  14. Vgl. Marina Dmitrieva-Einhorn: Case molto simile all’ italiane – Italienrezeption und Kulturtransfer in Ostmitteleuropa im 16. Jahrhundert. In: Wolfgang Schmale (Hrsg.): Kulturtransfer – Kulturelle Praxis im 16. Jahrhundert. (= Wiener Schriften zur Neuzeit. Band 2). Institut für Geschichte Universität Wien, Studien Verlag, Innsbruck u. a. 2003 (S. 231-246), hier S. 233.
  15. Wolfgang Welsch: Auf dem Weg zu transkulturellen Gesellschaften. In: Britta Kallscheuer, Lars Allollio-Näcke (Hrsg.): Differenzen anders denken. Bausteine zu einer Kulturtheorie der Transdifferenz. Frankfurt am Main 2005, S. 314–341, hier: S. 323.
  16. Vgl. hierzu auch Norbert Elias, Herminio Martins, Richard Whitley: Scientific Establishments and Hierarchies. (= Sociology of the Sciences Yearbook. 6). Springer Verlag, Wien/ Berlin/ New York 1982, ISBN 90-277-1322-7.
  17. Rolf Schwendter: Theorie der Subkultur. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1971, ISBN 3-462-00807-2.
  18. Art & Pop & Crossover in: Kunstforum international, Band 134, Mai-September 1996, S. 53.
  19. Vgl. Götz Aly: Unser Kampf: 1968. Verlag S. Fischer, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-10-000421-5.
  20. Karl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur. 51, Dezember 1997 (S. 1069–1080), hier: S. 1073.
  21. Vgl. Karl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur. 51, Dezember 1997, S. 1069–1080.
  22. Rolf Schwendter: Theorie der Subkultur. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1971, ISBN 3-462-00807-2, S. 37.
  23. Karl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur. 51, Dezember 1997 (S. 1069–1080), hier: S. 1073.
  24. Rolf Schwendter: Theorie der Subkultur. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1971, ISBN 3-462-00807-2, S. 37.
  25. Vgl. Rolf Schwendter: Theorie der Subkultur. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1971, ISBN 3-462-00807-2, S. 37.
  26. Vgl. Heiner Bus: Der U.S.-amerikanische New Journalismus der 60er und 70er Jahre. Truman Capote, Michael Herr, Norman Mailer und Tom Wolfe. In: Bernd Blöbaum, Stefan Neuhaus (Hrsg.): Literatur und Journalismus. Theorie, Kontexte, Fallstudien. Abgerufen am 5. April 2015 http://www.uni-koblenz-landau.de/de/koblenz/fb2/inst-germanistik/mitarbeiter/stefan-neuhaus/vontextenmenschenundmedien
  27. Achim Barsch: Literarizität. In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie – Ansätze, Personen, Grundbegriffe 4. Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2008, S. 430.
  28. Vgl. Hayden White: Die Bedeutung der Form. Erzählstrukturen in der Geschichtsschreibung. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990.
  29. Dennis Chase: From Lippmann to Irving to New Journalism. In: Quill. August 1972, S. 19–21.
  30. Irmela Erckenbrecht: The Kandy-Kolored Tangerine-Flake Streamline Baby In: Kindler neues Literatur-Lexikon, Band 17, ISBN 3-463-43200-5, S. 797.
  31. Tom Wolfe Das bonbonfarbene tangerinrot-gespritzte Stromlinienbaby. Aus dem Amerikanischen von Lil Picard. Rowohlt Verlag, Reinbek bei Hamburg. 1. Auflage. 1968 –10. Aufl. 1988, ISBN 3-499-11094-6 .
  32. Vgl. Hannes Haas, Gian-Luca Wallisch: Literarischer Journalismus oder journalistische Literatur? Ein Beitrag zu Konzept, Vertretern und Philosophie des «New Journalism». In: Publizistik. 1991, Jg. 36, Heft 3, S. 298–314.
  33. Natias Neutert: Adorno ist tot. Der von uns verschiedene Philosoph. Pozzo Press, Hamburg 1971, S. 24.
  34. Vgl. Dirk Niefanger: Traditionsverhalten. In: Ansgar Nünning (Hrsg.): Metzler Lexikon Literatur- und Kulturtheorie – Ansätze, Personen, Grundbegriffe 4. Auflage. Verlag J. B. Metzler, Stuttgart/ Weimar 2008, S. 725.
  35. Vgl. Gunter Reus: Ironie als Widerstand. Heinrich Heines frühe Feuilletons «Briefe aus Berlin» und ihre Bedeutung für den modernen Journalismus. In: Bernd Blöbaum, Stefan Neuhaus (Hrsg.): Literatur und Journalismus. Theorie, Kontexte, Fallstudien. Abgerufen am 5. April 2015 http://www.uni-koblenz-landau.de/de/koblenz/fb2/inst-germanistik/mitarbeiter/stefan-neuhaus/vontextenmenschenundmedien
  36. Marcel Reich-Ranicki. In: Fragen Sie Reich-Ranicki: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/buecher/fragen-sie-reich-ranicki/fragen-sie-reich-ranicki-dichter-und-dennoch-denker-sein-1785857.html
  37. Vgl. generell Kai Kauffmann, Erhard Schütz (Hrsg.): Die lange Geschichte der Kleinen Form. Beiträge zur Feuilletonforschung. Weidler, Berlin 2000, ISBN 3-89693-140-7 sowie speziell Michael Horowitz: Ein Leben für die Zeitung. Der rasende Reporter Egon Erwin Kisch. Orac Verlag, Wien 1985, ISBN 3-85368-993-0.
  38. Vgl. die posthum erschienene Sammlung seiner wichtigsten Filmkritiken: Uwe Nettelbeck: Keine Ahnung von Kunst und wenig vom Geschäft. Filmkritik 1963–1968. (= Fundus 196). Herausgegeben von Sandra Nettelbeck. Philo Fine Arts, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86572-660-5.
  39. Vgl. deren Artikel: Die Zeit.
  40. Der Filmkritiker und Regisseur, Hans-Christoph Blumenberg rühmt ihn als „Popstar“ der Branche. Vgl. Nachruf auf Uwe Nettelbeck. In: Die Zeit. Nr. 5/2007.
  41. TAZ. 27. August 2010. Zit. nach http://www.perlentaucher.de/bstartete uch/helmut-salzinger/best-of-jonas-ueberohr.html
  42. Rolf Schwendter: Theorie der Subkultur. 1. Auflage. Kiepenheuer & Witsch Verlag, Köln 1971, ISBN 3-462-00807-2, S. 37.
  43. Vgl. Archiv der ZEIT.
  44. Vgl. die diskurstheoretische Aufarbeitung von Thomas Hecken: Pop. Geschichte eines Konzeptes 1955–2009. transcript Verlag, Bielefeld 2009, ISBN 978-3-89942-982-4, S. 60–75.
  45. Karl Heinz Bohrer: 1968: Die Phantasie an die Macht? Studentenbewegung – Walter Benjamin – Surrealismus. In: Merkur. 51, Dezember 1997 (S. 1069–1080), hier: S. 1074.
  46. Vgl. Internationale Walter Benjamin Gesellschaft
  47. Uwe Nettelbeck: Beschreibung eines Kampfes.
  48. Vgl. Stefan Ripplinger: Post aus Haßfurt. In: konkret, Nr. 3/2007, S. 14 f.
  49. Vgl. Helmut Salzinger: Best of Jonas Überohr. Popkritik 1966–1982. (= Fundus 187). Herausgegeben von Frank Schäfer. Philo Fine Arts, Hamburg 2010, ISBN 978-3-86572-575-2.
  50. Vgl. http://www.deutschlandfunk.de/uebervater-der-popkritik.700.de.html?dram:article_id=84740
  51. Vgl. Diedrich Diederichsen: Ein paar Figuren auf dem Wege durch eine bestimmte Zeit. In: Klaus Modick, Mo Salzinger und Michael Kellner (Verleger) (Hrsg.): Humus. Hommage à Helmut Salzinger. Kellner Verlag, Hamburg 1996, ISBN 3-89630-101-2, S. 75.
  52. Siehe Sounds (deutsche Zeitschrift)
  53. Rainald Goetz: Gewinner und Verlierer. In: Spex. Nr., Jahrgang 1984.
  54. Zitiert nach Edition suhrkamp
  55. Peter Wicke: Soundtracks. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer. Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7, S. 131.
  56. Vgl. "Das Lebensgefühl, verfolgt zu werden! Von den Haschrebellen zur „Bewegung 2. Juni“", Interview mit Ronald Fritzsch und Ralf Reinders. In: SPEX. Nr. 10, Oktober 1995.
  57. de.wikipedia.org
  58. Vgl. Clara Drechsler: Lebe sparsam – und koche nach Rezept. In: SPEX. 10/1995, S. 56–59, hier S. 58.
  59. Vgl. "Das Lebensgefühl, verfolgt zu werden! Von den Haschrebellen zur „Bewegung 2. Juni“", Interview mit Ronald Fritzsch und Ralf Reinders. In: SPEX. Nr. 10, Oktober 1995.
  60. Diedrich Diederichsen: Wer ist die Gehirnpolizei? In: Spex. Nr. 10, Oktober 1995, S. 50–55, hier S. 50.
  61. Diedrich Diederichsen Interview mit Clara Drechsler: Lebe sparsam – und koche nach Rezept. In: Spex. 10/1995, S. 56–59, hier S. 56.
  62. Vgl. ausführlicher Ralf Hinz: Clara Drechsler: Pop als Idiosynkrasie . In: Ders.: Cultural Studies und Pop. Zur Kritik der Urteilskraft wissenschaftlicher und journalistischer Rede über populäre Kultur. Opladen, Wiesbaden 1998, S. 236–246.
  63. Vgl. hierzu Ulf Poschardt: Cool. Frankfurt, Rogner & Bernhard bei Zweitausendeins, Hamburg 2000, ISBN 3-8077-0152-4.
  64. Peter Wilcke: Soundtracks. Popmusik und Pop-Diskurs. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7, S. 126.
  65. Vgl. Harry Walter: She said yes. I said Pop. Ein Vortrag mit Lichtbildern. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7, S. 48.
  66. https://www.perlentaucher.de/stichwort/popjournalismus.html — Vgl. zu diesem Aspekt auch New Journalism in Deutschland: New Journalism in altem Land
  67. Vgl. Sebastian Dörfler: Ganz schön schmerzfrei. In: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/die-neue-popkritik-ganz-schoen-schmerzfrei-11935557/hat-den-pop-durch-ein-11937097.html
  68. Vgl. Harry Walter: She said yes. I said Pop. Ein Vortrag mit Lichtbildern. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7, S. 49.
  69. Vgl. Sebastian Dörfler: Ganz schön schmerzfrei. In: http://www.faz.net/aktuell/feuilleton/geisteswissenschaften/die-neue-popkritik-ganz-schoen-schmerzfrei-11935557/hat-den-pop-durch-ein-11937097.html sowie Beat Wyss: Pop zwischen Regionalismus und Globalität. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7, S. 27.
  70. Alexandra Klausmann: Als Tom Kummer die Welt zum Narren hielt. In: FOCUS. 25. Oktober 2010 http://www.focus.de/kultur/medien/media-box-als-tom-kummer-die-welt-zum-narren-hielt_aid_565446.html
  71. Jenny Hoch: Skandal-Autor Tom Kummer: Ein Erfinder gibt nicht auf. In: http://www.spiegel.de/kultur/literatur/skandal-autor-tom-kummer-ein-erfinder-gibt-nicht-auf-a-472979.html
  72. Harry Walter: She said yes. I said Pop. Ein Vortrag mit Lichtbildern. In: Walter Grasskamp, Michaela Krützen, Stephan Schmitt (Hrsg.): Was ist Pop? Zehn Versuche. Fischer Taschenbuch Verlag, Frankfurt am Main 2004, ISBN 3-596-16392-7, S. 48.