Poppi

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Poppi
Wappen
Poppi (Italien)
Poppi
Staat Italien
Region Toskana
Provinz Arezzo (AR)
Koordinaten 43° 43′ N, 11° 46′ OKoordinaten: 43° 43′ 0″ N, 11° 46′ 0″ O
Höhe 437 m s.l.m.
Fläche 97 km²
Einwohner 6.160 (31. Dez. 2015)[1]
Bevölkerungsdichte 64 Einw./km²
Postleitzahl 52014
Vorwahl 0575
ISTAT-Nummer 051031
Volksbezeichnung Poppesi
Schutzpatron San Torello da Poppi (16. März)
Website Poppi
Panorama von Poppi
Panorama von Poppi

Poppi ist eine italienische Gemeinde in Italien mit 6160 Einwohnern (Stand 31. Dezember 2015) und gehört zur Provinz Arezzo in der Region Toskana und ist Mitglied der Vereinigung I borghi più belli d’Italia[2] (Die schönsten Orte Italiens).

Geografie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Lage von Poppi in der Provinz Arezzo

Die Gemeinde erstreckt sich über ungefähr 97 km². Sie liegt fast 35 km nördlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 50 km östlich der Regionalhauptstadt Florenz im Tal des Casentino und am Arno (8 km im Gemeindegebiet). Weitere wichtige Gewässer sind die Torrent Roiesiene (6 von 6 km im Gemeindegebiet) und der Sova (8 von 8 km im Gemeindegebiet).[3] Der Ort liegt in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 306 GR/G[4].

Zu den Ortsteilen von Poppi gehören Avena (511 m), Badia Prataglia (835 m), Becarino (390 m), Buiano (350 m), Camaldoli (916 m), Lierna (544 m), Memmenano (413 m), Moggiona (698 m), Porrena (413 m), Quota di Poppi (678 m), Riosecco (397 m) und San Martino Tremoleto (481 m).[5]

Die Nachbargemeinden sind Bagno di Romagna (FC), Bibbiena, Castel Focognano, Castel San Niccolò, Chiusi della Verna, Ortignano Raggiolo und Pratovecchio Stia.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Während Poppi heute abseits der wichtigen Verkehrswege liegt und wenig bekannt ist, spielte es im 13. und 14. Jahrhundert als Hauptsitz einer Adelsfamilie, der Guidi, eine wichtige Rolle in der Geschehnissen der Toskana zwischen Arezzo und Florenz und somit zwischen Ghibellinen und Guelfen. Gekrönt wird Poppi durch die Burg der Grafen Guidi (Castello dei Conti Guidi), die die Stadt und das Casentino beherrscht. 1441 und somit vergleichsweise spät, kam Poppi unter die Herrschaft der Republik Florenz, womit die Vertreibung der Guidi zugleich am äußersten Endpunkt der alten Feudalherrschaften in der Toskana stand.

Der Name „Poppi“ lässt sich etymologisch auf den Begriff „poplo“, also „Anhöhe“ oder „Hügel“, aus der tyrrhenischen Sprachepoche zurückführen. Daher liegt es nahe, dass bereits vor dem 8. Jahrhundert eine Siedlung dieses Namens gegründet wurde. In Quellen erwähnt wird Poppi allerdings erst im 12. Jahrhundert.

Sehenswürdigkeiten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Die Burg der Conti Guidi
Stadttor Porta Santi di Cascese
Die Kirche Madonna del Morbo
Die Kirche San Salvatore in der Einsiedelei Camaldoli
  • Castello dei Conti Guidi, Burg der Conti Guidi, die erstmals 1191 erwähnt wurde.[6]
  • Propositura dei Santi Marco e Lorenzo, Kirche im Ortszentrum. Entstand 1284 und wurde im 18. Jahrhundert neu ausgerichtet. Neu geweiht wurde sie 1784. Enthält die Werke Pentecoste (um 1575) und Deposizione von Francesco Morandini sowie Resurrezione di Lazzaro von Iacopo Ligozzi (1619).[7]
  • Chiesa di San Fedele, Kirche im Ortskern aus dem Jahr 1185. Entstand als Kirche der Vallombrosaner zu der dazugehörigen Abtei. Wurde von 1928 bis 1934 von Giuseppe Castellucci restauriert.[8]
  • Chiesa della Madonna del Morbo, Kirche an der Piazza Amerighi im Ortskern aus dem Jahr 1657. Enthält das Werk Madonna con il Bambino e San Giovannino, das der Werkstatt des Fra’ Filippino zugeschrieben wird.[7]
  • Santa Maria Assunta e San Bartolomeo, Kirche der Abtei Badia Prataglia, die 1008 von Elemperto (Bischof von Arezzo) geweiht wurde.[7]
  • Eremo di Camaldoli, Einsiedelei des Kamaldulenserordens, eremitisch lebender Zweig der Benediktiner ca. 3 km nördlich des Klosters. Die Einsiedelei liegt bei 1104 m, die ersten fünf Zellen und ein kleines Gebetshaus entstanden 1023 durch Romuald von Camaldoli. Heute sind dort zwanzig Zellen vorhanden. Linksseitig des Eingangs liegt die Kapelle Cappella di Sant’Antonio. Die Kirche San Salvatore liegt rechtsseitig und wurde erstmals 1027 geweiht. 1658 entstand ein Neubau, der 1693 durch einen Brand zerstört wurde. 1708 wurde die Kirche wieder geweiht. Die Fassade enthält drei Statuen: San Salvatore (mittig), San Romualdo und San Benedetto (seitlich).[8]
  • Monastero di Camaldoli, Kloster der Kamaldulenser ca. 3 km südlich der Einsiedelei bei 816 m. Das Gelände stammt aus einer Schenkung des Maldolo d’Arezzo, der hier die Burg Castello Fontebuona besaß, an Romuald um das Jahr 1012. Der Name änderte sich später von Casa Maldolo nach Ca’ Maldolo und letztlich Camaldoli. Die barocke Klosterkirche Santi Donato e Ilariano ist mit Werken von Giorgio Vasari ausgestaltet und entstand im frühen 16. Jahrhundert über einer wesentlich älteren Kirche.[8]
  • Monastero delle Camaldolesi e Chiesa della Santissima Annunziata, Kloster der Kamaldulenser im unteren Teil von Poppi nahe Certomondo. Das Kloster entstand von 1563 bis 1565. Enthält mehrere Werke von Benedetto Buglioni und Francesco Morandini.[7]
  • Santa Maria, Pieve in Buiano ca. 2,5 km südlich des Ortes.[8] Wurde erstmals im 11. Jahrhundert erwähnt und im 12. Jahrhundert verändert.[7]
  • San Matteo, Kirche in Memmenano. Enthält Werke aus der Werkstatt des Andrea Della Robbia (Pentecoste, um 1500/1505 entstanden).[7]

Söhne und Töchter der Stadt[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Gemeindepartnerschaften[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Ort pflegt einen Freundschaftspakt mit Stegna (Polen) und offizielle Gemeindepartnerschaften mit:[9]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Poppi – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Statistiche demografiche ISTAT. Monatliche Bevölkerungsstatistiken des Istituto Nazionale di Statistica, Stand 31. Dezember 2015.
  2. I borghi più belli d’Italia. Borghipiubelliditalia.it, abgerufen am 6. August 2017 (italienisch).
  3. Offizielle Webseite des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Poppi, abgerufen am 22. Juli 2017 (italienisch)
  4. Webseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 22. Juli 2017 (italienisch) (PDF; 330 kB)
  5. Offizielle Webseite des ISTAT (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 22. Juli 2017 (italienisch)
  6. Castelli Toscani zur Burg der Guidi in Poppi, abgerufen am 22. Juli 2017 (italienisch)
  7. a b c d e f I Luoghi della Fede.
  8. a b c d Touring Club Italiano: Toscana.
  9. Offizielle Webseite der Gemeinde Poppi zu den Gemeindepartnerschaften, abgerufen am 24. Juli 2017 (italienisch)