Populärwissenschaftliche Literatur

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Als populärwissenschaftliche Literatur gilt Literatur, die wissenschaftliche Themen für einen möglichst großen Personenkreis verständlich und unterhaltend vermitteln soll.

Merkmale populärwissenschaftlicher Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Populärwissenschaftliche Literatur zielt nicht auf Wissenschaftler, sondern vielmehr auf den interessierten Laien ab. Aufbau, Form, Stil und meist auch wissenschaftliches Niveau sind dementsprechend anders als bei wissenschaftlichen Publikationen. Oft sind auch Kinder oder Jugendliche Zielgruppe. Eine konkrete „Populärwissenschaft“ gibt es nicht. Bei den Verfassern populärwissenschaftlicher Literatur handelt es sich in der Regel um Wissenschaftler oder Wissenschaftsjournalisten.

Bei populärwissenschaftlichen Publikationen wird auf die Methoden des wissenschaftlichen Arbeitens und die Verwendung wissenschaftlicher Termini weitgehend verzichtet. Üblicherweise werden Sachverhalte ohne Prüfung und vollständige Angabe von Quellen dargestellt. Häufig werden die Publikationen in einem journalistischen Schreibstil und weniger in wissenschaftlichem Schreibstil verfasst.[1] Sie sind daher in wissenschaftlichen Arbeiten nur eingeschränkt zitierfähig. Die Verfasser bemühen sich in der Regel, den Forschungsstand des jeweiligen Themas ohne Anwendung der in den Wissenschaften üblichen Fachsprache zu vereinfachen und allgemeinverständlich zu vermitteln, nicht aber eigene oder neue Ergebnisse zu präsentieren.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Zu den Wegbereitern für die Popularisierung im technischen Bereich zählt Johann Beckmann (1739–1811), der bereits im 18. Jahrhundert die „Allgemeine Technologie“ entwickelte, um technische Allgemeinbildung zu verbreiten, die auch im Alltag nützlich angewendet werden konnte, u. a. in Beyträge zur Geschichte der Erfindungen. Zum Aufschwung der populärwissenschaftlichen Literatur trug insbesondere die Industrialisierung im 19. Jahrhundert bei.

Das Buch Volksnaturlehre zur Dämpfung des Aberglaubens von Johann Heinrich Helmuth (erstmals 1786 erschienen) ist eines der ersten im populärwissenschaftlichen Stil geschriebenen Bücher.[2] Es war aufgrund seiner vielfältigen und unterhaltsamen Inhalte sehr gefragt und erschien bis 1853 in insgesamt 15 Auflagen. Es sollte wissenschaftliche Grundkenntnisse in vielen Bereichen vermitteln, um den von Unwissenheit lebenden Aberglauben zu bekämpfen.[3]

Zu den ersten Zeitschriften in Massenauflage, die sich auch mit der Vermittlung von Wissenschaft befassten, zählen Chambers's Edinburgh Journal (Edinburgh, 1832–1956) und The Penny Magazine (London, 1832–1845).[4] Das Pfennig-Magazin (Leipzig, 1833–1855) und die kurze Zeit danach gegründete Gartenlaube (Leipzig ab 1853) waren Vorreiter des Genres auf dem deutschsprachigen Markt.[5]

Bedeutende Autoren und ihre populärwissenschaftlichen Werke[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Biologie[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Physik[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Populärwissenschaftliche Zeitschriften (Auswahl)[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Aufgrund hoher Auflagen sind diese auch an einem gewöhnlichen Kiosk erhältlich und werden ebenfalls zur populärwissenschaftlichen Literatur gezählt:

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Andreas W. Daum: Wissenschaftspopularisierung im 19. Jahrhundert. Bürgerliche Kultur, naturwissenschaftliche Bildung und die deutsche Öffentlichkeit, 1848–1914. Dissertation. 2., ergänzte Auflage. Oldenbourg, München 2002, ISBN 3-486-56551-6.

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Berit Sandberg: Wissenschaftliches Arbeiten von Abbildung bis Zitat. 2. Auflage. Oldenbourg Verlag, München 2013, ISBN 978-3-486-74186-5, S. 72.
  2. Erhard Taverna: Dolmetschen. In: Schweizerische Ärztezeitung. 93/2012, Nr. 16, 2012, S. 610 (PDF)
  3. Volksnaturlehre zur Dämpfung des Aberglaubens. Faksimileausgabe der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden. (PDF; 126 MB)
  4. Lisa Rodensky: The Oxford Handbook of the Victorian Novel. In: Oxford Handbooks of Literature. OUP Oxford, Oxford 2013, ISBN 978-0-19-953314-5, S. 45.
  5. Klaus Taschwer: Vom Kosmos zur Wunderwelt – Über Popularwissenschaftliche Magazine einst und jetzt. In: Peter Faulstich (Hrsg.): Öffentliche Wissenschaft: Neue Perspektiven der Vermittlung in der wissenschaftlichen Weiterbildung. Transcript-Verlag, 2015, ISBN 978-3-8394-0455-3, S. 74, 75.