Pora!

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Pora! (ukr. Пора! = „Es ist Zeit!“) ist eine ukrainische Jugendorganisation und seit 2006 auch politische Partei, die erheblichen Anteil am Ausgang der Präsidentschaftswahlen in der Ukraine 2004 während der orangefarbenen Revolution hatte. In ihrer politischen Ausrichtung stand sie während der Massenproteste im November und Dezember 2004, die letztlich zur Präsidentschaft Wiktor Juschtschenkos führten, der als radikaler geltenden Julija Tymoschenko nahe. Pora! betonte zwar, dass sie nicht für den Sieg des Oppositionsführers, sondern für die Durchführung freier und fairer Wahlen kämpfe, angesichts der faktischen Wählermehrheit Juschtschenkos war dies jedoch gleichbedeutend.

Geschichte[Bearbeiten]

Pora! formierte sich 2003 als Bewegung zur Koordinierung von Aktionen gegen die ukrainische Führung unter Präsident Kutschma. Ihre Mitglieder sahen sich, ebenso wie die Mitarbeiter der unabhängigen Internetzeitung Ukrajinska Prawda, Repressionen von Polizei und Staat ausgesetzt. In ihrem Kampf gegen die aus ihrer Sicht autokratischen Methoden wurden Aktionsformen zivilen Ungehorsams und moderner Öffentlichkeits- und Mobilisierungsarbeit eingesetzt. Die Führung von Pora! war an der Koordination der außerparlamentarischen Opposition im November und Dezember 2004 beteiligt, so organisierte die Bewegung die Zeltstadt, die während der Massenproteste mehrere Wochen die Flaniermeile im Zentrum Kiews blockierte.

Spaltung[Bearbeiten]

Pora! bestand seit ihren Anfangstagen aus einem „schwarzen“ und einem „gelben“ Flügel. Der Gegensatz festigte sich nach den Präsidentschaftswahlen. Während die schwarze Pora! sich als NGO auf die demokratische Kontrolle der ukrainischen Regierung konzentriert, hat sich die gelbe Pora! in eine politische Partei transformiert, die ab 2006 an Parlamentswahlen teilnahm.

Die Partei "Pora!" beteiligte sich gemeinsam mit der Partei Reform und Ordnung unter dem Spitzenkandidaten Wladimir Klitschko an der Parlamentswahlen 2006, scheiterte aber an der 3 % - Hürde für den Einzug. Bei den Wahlen 2007 trat sie innerhalb des Wahlblocks Nascha Ukrajina - Narodna Samooborona an und ist seitdem über das Bündnis im landesweiten Parlament vertreten.

Hintergrund[Bearbeiten]

Die Idee der Gründung von Pora! wurde durch Erfahrungen der serbischen und georgischen Studenten- und Jugendorganisationen Otpor bzw. Kmara inspiriert. Beide führten in ihren Ländern politische Kampagnen aus, die zur Abwahl der Präsidenten Slobodan Milošević 2000 bzw. Eduard Schewardnadse 2003 beitrugen.

Finanzierung erhielten Otpor, Kmara und Pora! auch aus dem Ausland, insbesondere von US-amerikanischen Stiftungen wie Freedom House und von USAID[1], theoretische Anleitung insbesondere durch die Theorien des gewaltlosen Regimewechsels von Gene Sharp.

Siehe auch[Bearbeiten]

Literatur[Bearbeiten]

  • Florian Strasser: Zivilgesellschaftliche Einflüsse auf die Orange Revolution. Die gewaltlose Massenbewegung und die ukrainische Wahlkrise 2004; ibidem 2006; ISBN 3898216489, insb. Kapitel 2.4.2

Weblinks[Bearbeiten]

Website der "Hromadjanska partija PORA" (vom "gelben Flügel" der Pora! gegründete Partei)

Einzelnachweise[Bearbeiten]

  1. Paul Blumenthal, U.S. Obscures Foreign Aid To Ukraine, But Here's Where Some Goes, Huffington Post, 7. März 2014