Pornokratie

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Félicien Rops: Pornocrates, 1896
Schmetterlingstaler o. J. (1709) aus der Zeit der Gräfin Cosel, Mätresse Augusts des Starken

Pornokratie oder Mätressenherrschaft (von gr. porneHure‘ und kratos ‚Macht‘, ‚Herrschaft‘, ‚Kraft‘, ‚Stärke‘) ist eine Bezeichnung für eine Beeinflussung der Regierenden durch Mätressen.

Geschichtsbezug[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Geschichtlich bezieht sich dieser Begriff auf eine Periode des Papsttums im frühen 10. Jahrhundert, welche mit Papst Sergius III. im Jahre 904 begann und im Jahre 963 mit dem Tode Papst Johannes XII. endete. Der römische Kirchenhistoriker und Kardinal Cesare Baronio prägte im 16. Jahrhundert für diese Zeit die Bezeichnung Saeculum obscurum.

In diesem Zeitraum standen die Päpste unter dem direkten Einfluss einiger Frauen, die als Mätressen einiger Päpste und einiger Herrscher von Rom (z. B. Alberich I., Alberich II., Guido von Tuszien, Hugo von Italien) in diese Machtposition geraten waren. Besondere Bedeutung hatten Theodora I., ihre Töchter Marozia und Theodora II. Generell hatten die Päpste dieser Zeit ein geringes eigenes Profil und waren dem römischen Adel und ihren Mätressen hörig.

Päpste, die mit Pornokratie in Verbindung gebracht werden[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Überlieferungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Ein großer Teil der Überlieferungen stammt von Bischof Liutprand von Cremona, der ein starker Kritiker der Zustände in Rom war. Allerdings ist eine Verifizierung der Überlieferungen meist nicht möglich und sie werden durch die Forschung teils auch in Frage gestellt.[1]

Generell wird jedoch angenommen, dass Marozia die Geliebte von Papst Sergius III. und Mutter des von ihm gezeugten Sohns, des späteren Papsts Johannes XI., war. Ihr wurde auch zur Last gelegt, den von ihrer Mutter Theodora I. ins Amt gebrachten Papst Johannes X. ermordet zu haben, um ihren Favoriten, Leo VI., an die Macht zu bringen.

Anscheinend waren in dieser Zeit Theodora I. und Marozia die eigentlichen politischen Herrscher in Rom, auch wenn die gegen sie vorgebrachten Anschuldigungen heute nicht mehr belegbar sind.

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Wiktionary: Pornokratie – Bedeutungserklärungen, Wortherkunft, Synonyme, Übersetzungen

Einzelnachweis[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Theodor Schieffer: Die abendländische Kirche des nachkarolingischen Zeitalters. In: Theodor Schieder (Hrsg.): Handbuch der europäischen Geschichte, Band 1, Europa im Wandel von der Antike zum Mittelalter. Stuttgart 1976 ISBN 3-12-907530-5, S. 1034–1067, hier S. 1042.