Poroton

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Poroton ist eine Baustoffmarke. Unter dem Markenzeichen Poroton werden porosierte Mauerziegel und Ziegelsysteme sowie Systemergänzungen angeboten.[1]

In Deutschland erfolgte die Eintragung der Marke Poroton am 20. Juni 1966. Poroton ist ein geschütztes Markenzeichen der Firma Oltmanns, die nach ihrer Insolvenz 1986 von der Wienerberger AG übernommen wurde.[2] Oltmanns stellte das Markenzeichen Poroton dem Erfinder des porosierten Tons, Sven Fernhoff, zur Vermarktung in der 1968 gebildeten Interessensgemeinschaft Poroton zur Verfügung. Die Bezeichnung Poroton wurde am 29. Mai 1974 als Markenzeichen (Warenzeichen) für den Verband der Poroton-Hersteller e.V. eingetragen.[3] Das Markenzeichen gehört nach wie vor dem heutigen Verband Deutsche Poroton.[2]

Mit der Entwicklung und Vermarktung des Poroton-Leichtziegels begann 1969 eine neue Epoche der deutschen Hintermauerziegelindustrie. Die wärmedämmenden Leichtziegel machten es möglich, in monolithischer Ziegelbauweise preiswerte, bauphysikalisch problemlose Außenwände zu errichten, die voll den Ansprüchen des Wärmeschutzes und gesunden Wohnens entsprechen.[4] Erste Lizenznehmer waren die Firmen Deplaz, Schlagmann, Bott und JUWÖ.[5]

Heute steht Poroton für ein aufeinander abgestimmtes Ziegelsystem für wirtschaftliche und bedarfsgerechte Gebäude mit bis zu neun Geschossen. Es gibt 26 Poroton-Zulassungen sowie 8 Patente und Gebrauchsmuster. In Deutschland werden in 16 Werken mit insgesamt 1.750 Mitarbeitern 335 verschiedene Poroton-Produkte hergestellt.[6]

Verbandsmitglieder dürfen aufgrund eines Lizenzvertrages ein für das Poroton-Verfahren erteiltes Patent nutzen und haben für die danach hergestellten Erzeugnisse ein Gebrauchsrecht an dem Markenzeichen Poroton.[3]

Der Markenname ist eine Wortzusammensetzung aus „poroser Ton“.[7]

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Noch bis weit in das 20. Jahrhundert hinein gab es nur den so genannten Backstein, ein dichter Vollstein ohne Luftporen oder gar Lochbilder. Entsprechend konnten Ziegel auch nicht als Baustoffe mit guter Wärmedämmung bezeichnet werden. Das änderte sich erst in den 1970er-Jahren, als unter dem Markennamen „Poroton“ die ersten porosierten Lochziegel auf den Markt kamen.[8]

Der Siegeszug des porosierten Ziegels begann mit einer Idee des schwedischen Ingenieurs Sven Fernhof, der im Jahr 1958 die Feinporosierung des keramischen Scherbens mit kleinsten Styropor-Kügelchen zum Patent anmeldete.[9]

In Deutschland erfolgte die Eintragung der Marke Poroton am 20. Juni 1966. 1969 lief in Deutschland die erste Serie von Poroton-Ziegeln vom Band.[10]

Zur Vermarktung des Produkts wurde die Interessensgemeinschaft Poroton, die heutige Deutsche Poroton GmbH, ins Leben gerufen.

Mit der Übernahme des Patents in Deutschland begann unter dem Markennamen "Poroton" die industrielle Produktion einer neuen Ziegelgeneration, die sich durch besonders hohe Wärmedämmwerte auszeichnete. Steigende Ansprüche an den baulichen Wärmeschutz führten zur kontinuierlichen Weiterentwicklung. Lag der Rechenwert der Wärmeleitfähigkeit Anfang 1970 noch bei ca. 0,40 W/(m K), so haben hochwärmedämmende Poroton-Ziegel heute Spitzenwerte von 0,07 W/(m K) (Poroton T7-P).[11][1]

Das Poroton-Verfahren[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Das Verfahren ist dadurch gekennzeichnet, dass bei der Verarbeitung von Ton und anderer Rohmasse kleine Kugeln aus Kunstharz (z.B. Polystyrol) beigemischt werden, die während des Brennvorgangs verdampfen und entsprechende mit Luft gefüllte Hohlräume hinterlassen. Die durch diese Hohlräume bewirkte Porosierung des Ziegelmaterials führt zu einem geringeren Gewicht und zu einer besseren Wärmedämmung.[3]

Auszeichnungen[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Architects‘ Darling 2015 – Sieger in der Kategorie „Mauerwerk“
  • Architects‘ Darling 2011 – Gesamtsieger in der Kategorie „Energieeffizienz“
  • Detail Preis 2011 – Sieger in der Kategorie „Baustoffe“
  • Energiepreis des Bayerischen Staatsministeriums für Wirtschaft, Infrastruktur, Verkehr und Technologie
  • Zertifikat Sentinel Haus
  • eco-Institut-Label
  • Blauer Engel für den Poroton-Perlit-Dämmstoff
  • IBR-Label
  • Umweltpakt Bayern

Zukunft[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Im Forschungszentrum in Zeilarn wird an Poroton-Produktentwicklungen gearbeitet, um die Energiewende zu befördern. Ziel ist eine CO2-neutrale Produktion bis 2020.[12]

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Wolfram Jäger: Mauerwerk-Kalender 2016: Baustoffe, Sanierung, Eurocode-Praxis. Ernst Jungk & Sohn GmbH, 2016, ISBN 978-3-433-60698-8.
  • Ernst K. Jungk (Hrsg.): Hurra, es gibt uns noch! BoD, 2013, ISBN 978-3-8482-6643-2.
  • Hans R. Peters (Hrsg.): Richtig Bauen mit Poroton. Fraunhofer IRB Verlag, 2004, ISBN 3-8167-6316-2.
  • Ernst K. Jungk (Hrsg.): Erde, Wasser, Luft und Feuer. Ernst Jungk & Sohn GmbH, 1995, ISBN 3-929773-01-5.

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. a b Wienerberger GmbH (Hrsg.): Poroton | Wandlösungen. 2016.
  2. a b Ernst K. Jungk: Hurra, es gibt uns noch! Hrsg.: JuWö Poroton-Werke. 2013, S. 17 f.
  3. a b c BGH, 01.03.1984 - I ZR 48/82 - Ziegelfertigstürze - Warenzeichen; Verbandszeichen; Wesentliche Eigenschaft. Abgerufen am 27. März 2016.
  4. Ernst K. Jungk: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Hrsg.: Ernst Jungk & Sohn GmbH. 1995, S. 145 f.
  5. Ernst K. Jungk: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Hrsg.: Ernst Jungk & Sohn GmbH. 1995, S. 134.
  6. Deutsche Poroton GmbH (Hrsg.): Deutsche POROTON //VERBAND – MARKE – ZIEGEL. 2015, S. 6.
  7. absatzwirtschaft.de – Die kleinen Alliierten.Durch Marketing-Kooperation wachsen? Abgerufen am 13. Juli 2016.
  8. Baustoffwissen – Welche Vorteile haben Mauerwerkziegel mit integriertem Dämmstoff? Abgerufen am 13. Juli 2016.
  9. Deutsche Poroton GmbH (Hrsg.): Deutsche POROTON: der Verband, die Marke, die Ziegel. 2012, S. 8.
  10. Ernst K. Jungk: Erde, Wasser, Luft und Feuer. Hrsg.: Ernst Jungk & Sohn GmbH. 1995, S. 133 ff., 219 ff.
  11. Wienerberger – 25 Jahre Poroton-Planziegel. Abgerufen am 27. März 2016.
  12. Schlagmann Poroton eröffnet mit dem Forschungszentrum Ziegel ein deutschlandweit einmaliges Projekt. Abgerufen am 13. Juli 2016.