Porsche 912

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Porsche
Roter Porsche 912 Baujahr 1968.jpg
912
Produktionszeitraum: 1965–1969 und 1976
Klasse: Sportwagen
Karosserieversionen: Coupé, Cabriolet
Motoren: Ottomotoren:
1,6–2,0 Liter
(66 kW)
Länge: 4163–4291 mm
Breite: 1610 mm
Höhe: 1320 mm
Radstand: 2211–2271 mm
Leergewicht: 970–1050 kg
Vorgängermodell: Porsche 356
Nachfolgemodell: keines

Der Porsche 912 ist ein Sportwagen, den Porsche von 1965 bis 1969 als Einstiegsmodell baute. 1975 erschien als Neuauflage der Porsche 912 E, der jedoch nur für den US-amerikanischen Markt bestimmt war.

Entwicklungsgeschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche 912 Heckansicht

Die letzten Porsche 356C Coupés kosteten zwischen 14'950 (75 PS, 175 km/h) und 23'700 DM (130 PS, 200 km/h), der Porsche 911 (sechs Zylinder, 130 PS, 210 km/h) 21 900 DM. Zwischen September 1964 und März 1965 wurden 911 und 356 parallel gebaut. Ab April 1965 ersetzte der Porsche 912 die schwächeren 1,6-Liter 356. Dieser Wagen hatte den Vierzylindermotor aus dem Porsche 356 im Heck, der 66 kW (90 PS) leistete.

Auch war die Ausstattung des 912 einfacher als beim großen Bruder 911. Es wurden so zum Beispiel nicht fünf, sondern nur drei Rundinstrumente in der Grundausstattung angeboten – auf eine Uhr und das Kombi-Instrument musste ein 912-Fahrer verzichten. Dieses Manko wurde aber zum Modellwechsel 1966/67 behoben.

Der 912 wurde in den Karosserieformen Coupé und Targa bis zum Sommer 1969 produziert.

Porsche 912 E[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Porsche 912 E

Im Modelljahr 1976 wurde ein neuer Porsche 912 E als Einstiegsmodell ausschließlich auf dem US-amerikanischen Markt angeboten, da die Produktion des VW-Porsche 914 eingestellt worden war, der neue Porsche 924 in Amerika aber noch nicht angeboten wurde.

Der 912E basierte im Gegensatz zum 912 auf dem 911er G-Modell und hatte damit einige Vorteile dieses Modell mit in die Wiege gelegt bekommen, wie etwa verzinkte Karosserie etc.

Porsche war schon Jahre zuvor mit dem 912E "schwanger" gegangen, aber aus Rücksicht auf die Verkaufszahlen des 911, wurde von einer Einführung als "Weltmarkt"-Fahrzeug abgesehen und erst als man auf dem amerikanischen Markt auf das Problem eines fehlenden, preiswerten Modells aufmerksam wurde, besann man sich des 912E und so wurde dieser doch noch gebaut. Leider wird diesem kleinen Exoten aus dem Hause Porsche sehr wenig Aufmerksamkeit zuteil, obwohl er mit Fug und Recht behaupten kann ein echter Porsche zu sein. Aber mit 40 Jahren, so der schwäbische Spruch, wird der Schwabe "gscheit" und vielleicht widmet man ja dem Fahrzeug zum 40. Geburtstag seitens Porsche etwas mehr Aufmerksamkeit. Besser spät als nie !

Aufgrund der geringen Stückzahl (2099 Stück) und der Tatsache, dass das Fahrzeug sehr oft mit einem 6-Zylinder Motor aus dem 911er aufgerüstet wurde, existieren heute nur noch sehr wenige originale Fahrzeuge. Erhebungen ergaben zum Beispiel, dass von den Coupe-Modellen mit Schiebedach wohl noch weltweit ca. 240 Stück existieren. Es gab keine Targa oder Cabrio-Version dieses Fahrzeugs.

Yellow Resi @ Porsche European Open 2015

Als Antrieb diente eine Ableitung des Motors, der auch den 914 2.0 angetrieben hatte: ein luftgekühlter Vierzylinder-Boxermotor mit 2,0 Liter Hubraum. Im 912 E kam jedoch im Gegensatz zur D-Jetronic des 914 eine Bosch L-Jetronic Benzineinspritzung zum Einsatz. Diese war vorher im 914 bereits beim 1,8-Liter Motor für den US-Markt verwendet worden. Der Motor war im 912 E abgasentgiftet, mit 7,6:1 deutlich niedriger verdichtet als im 914, vertrug Normalbenzin und leistete 66 kW (90 PS) bei 4900/min, andere Quellen[1] sprechen sogar von nur 86 SAE-PS. Die Maschine war anders als im ursprünglichen 912 kein Porsche-Motor, sondern der auch als „Flachmotor“ bekannte Typ-4-Motor von Volkswagen. Ursprünglich (sicher mit Porsche-Entwicklungshilfe) für den VW Typ 4 (= 411/412) entwickelt, trieben andere Varianten dieses Triebwerks auch die VW Busse und Transporter (VW Typ 2) der zweiten (T2) und dritten (T3) Generation an, wo sie erst 1982 durch die sogenannten „Wasserboxer“ ersetzt wurden.

Technische Daten[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Der Porsche 912 wurde von Modelljahr 1965 bis 1969 produziert. Der Porsche 912 E wurde im Modelljahr 1976 exklusiv für den US-Markt (Produktionszahl: 2099) produziert:

Porsche 912: 912 (Coupé und Targa) 912 E (Coupé)
Motor:  4-Zylinder-Boxermotor (Viertakt)
Hubraum:  1582 cm³ 1972 cm³
Bohrung × Hub:  82,5 × 74 mm 94 × 71 mm
Leistung bei 1/min:  66 kW (90 PS) bei 5800 66 kW (90 PS) bei 4900
Max. Drehmoment bei 1/min:  124 Nm
Verdichtung:  9,3 : 1 7,6 : 1
Ventilsteuerung:  zentrale Nockenwelle
Kühlung:  Luftkühlung (Gebläse)
Getriebe:  4-Gang-Getriebe (auf Wunsch 5-Gang-Getriebe), Hinterradantrieb 5-Gang-Getriebe, Hinterradantrieb
Radaufhängung vorn:  Einzelradaufhängung an Querlenkern und Dämpferbeinen
Radaufhängung hinten:  Einzelradaufhängung an Schräglenkern
Federung vorn:  längsliegende Torsionsfederstäbe
Federung hinten:  querliegende Torsionsfederstäbe
Karosserie:  Selbsttragende Stahl-Karosserie
Spurweite vorn/hinten: 
Radstand 2211 mm 2271 mm
Reifen/Felgen:  165 HR 15
Maße L × B × H:  4163 × 1610 × 1320 mm 4291 × 1610 × 1320 mm
Leergewicht 970 kg 1050 kg
Höchstgeschwindigkeit:  185 km/h 177 km/h
Beschleunigung 0 – 100 km/h:  13,5 s 13,5 s

Grafische Darstellung der 912er Entwicklung[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]


Porsche 912 Straßenfahrzeughistorie von 1965 bis 1976
Modell Leistung 1960er 1970er
0 1 2 3 4 5 6 7 8 9 0 1 2 3 4 5 6 7 8 9
912
912 66 kW/90 PS
912 E 66 kW/90 PS

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Porsche 912 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. Long, Brian, VW-PORSCHE 914 & 914/6, HEEL Königswinter 2001