Porta praetoria (Regensburg)

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Porta Praetoria Regensburg 2007 vor der Sanierung. Blickrichtung West -> Ost
Porta Praetoria Regensburg 2017 nach der Sanierung. Blickrichtung Ost -> West

Die Porta praetoria ist ein römisches Tor in Regensburg.

Neben der größeren Porta Nigra in Trier ist sie die einzige erhaltene römische Toranlage nördlich der Alpen.[1]

Begriff[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Als Porta praetoria bezeichneten die Römer in ihren Militärlagern das Haupttor (siehe auch Pforte). Es diente als Ausfalltor und befand sich im Normalfall auf der dem Feind zugewandten Seite des Lagers.

Geschichte[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

Unter Kaiser Marc Aurel wurde am südlichen Donauufer, gegenüber der Regenmündung, als Reaktion auf die Markomannenkriege das Legionslager Castra Regina (dt. Lager beim Fluss Regen) gegründet und die 3. Italische Legion hier stationiert. Das Lager wurde 179 vollendet. Wie die meisten römischen Legionslager dieser Größe verfügte es über vier Tore. Das Haupttor, die Porta praetoria, war gen Norden zur Donau hin ausgerichtet.

Aus dem Legionslager entstand die Stadt Regensburg. Im Jahre 932 war das Tor unter dem Namen Porta Aquarum bekannt. Die Toranlage verlor ihre Bedeutung, als im Hochmittelalter die via praetoria überbaut wurde und Teile des Tormauerwerks unter das Straßenniveau kamen. Bei der Bevölkerung geriet die Existenz des Tores endgültig in Vergessenheit, als im Jahr 1649 die Toranlage beim Bau des bischöflichen Brauhauses am Bischofshof in den Neubau einbezogen wurde und aus dem Straßenbild verschwand. Bei der Überbauung wurden auch Teile der Toranlage zerstört. Erst ca. 240 Jahre später wurden beim Abbruch des Brauhauses die Reste der römischen Toranlage überraschend wieder neu entdeckt und 1887 im heute sichtbaren Ausmaß freigelegt. In der Zeit nach 1950 war die Toranlage Gegenstand mehrerer Forschungsprojekte, die zur Entwicklung von Reinigungs- und Konservierungskonzeptionen führten.[2] Im Jahr 2017 wurde eine mehrjährige Sanierungsmaßnahme abgeschlossen, bei der auch die Zugänge und Außenanlagen umgestaltet wurden. Seitdem ist es möglich, im Rahmen von Führungen auch einen Innenraum der Toranlage zu betreten.[3]

Weblinks[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

 Commons: Porta Praetoria in Regensburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  1. regensburg.de: Porta Praetoria
  2. uni-regensburg.de: Porta Praetoria: Rekonstruktionsmodelle
  3. Karl Bauer: Regensburg, Kunst-, Kultur und Alltagsgeschichte, S. 92 f MZ-Buchverlag 2014, ISBN 978-3-86646-300-4

Literatur[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]

  • Tilmann Bechert: Römische Lagertore und ihre Bauinschriften. Ein Beitrag zur Entwicklung und Datierung kaiserzeitlicher Lagertorgrundrisse von Claudius bis Severus Alexander. In: Bonner Jahrbücher 171, 1971, S. 201 ff.
  • Thomas Aumüller: Die Porta Praetoria und die Befestigung des Legionslagers in Regensburg. Dissertation, Technische Universität München 2002, urn:nbn:de:bvb:91-diss2002122019021

Koordinaten: 49° 1′ 12,4″ N, 12° 5′ 55,2″ O